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Prinz Harry + Herzogin Meghan Statement des Palasts ist fertig – aber die Queen will es nicht freigeben

Prinz Harry, Herzogin Meghan, Queen Elizabeth
© Getty Images / Dana Press
Das Oprah-Winfrey-Interview von Prinz Harry und Herzogin Meghan ist ein Paukenschlag. Seit Prinzessin Dianas legendärem "Panorama"-Interview aus dem Jahr 1995 hat kein Medien-Gespräch das Königshaus mehr so erschüttert. Welche Reaktion wird es in London hervorrufen? Sicher ist: Ist Lage ist ernst. Sogar die Regierung könnte eingeschaltet sein.

Dass das Interview von Herzogin Meghan, 39, und Prinz Harry, 36, für Furore sorgen wird, daran bestand im Vorfeld kein Zweifel. Doch das, was das Paar tatsächlich am 7. März US-Zeit im Fernsehen erzählte, übertraf die Erwartungen bei Weitem. 

Von Rassismus gegen Archie ist die Rede. Von Selbstmordgedanken Meghans. Von einem Zerwürfnis zwischen Harry und Prinz Charles. Von Enttäuschung. Von Tränen wegen Herzogin Catherine. Von mangelnder Unterstützung. Der Riss, der durch die Windsors geht – er ist weit tiefer, als gedacht. 

Update 9. März, 18:25 Uhr: Das offizielle Statement des Palastes liegt nun vor.

Prinz Harry und Herzogin Meghan: Queen Elizabeth zögert mit Statement 

Der Buckingham Palast ist vor "Entsetzen und Bestürzung" wie gelähmt, schreibt "Daily Mail" am Abend nach der Ausstrahlung des Interviews. "Die Leute taumeln nur umher", sagt eine Quelle und ergänzt, man sei "traurig" und "geschockt" über die Anschuldigungen der Sussexes. Prinz Charles, 72, befinde sich  "in einem Zustand der Verzweiflung", berichtet "Vanity Fair" und beruft sich auf einen Freund des Thronfolgers. Krisenstimmung bei Queen, Elizabeth, Charles, Prinz William und ihren Beratern!

Die stets gut unterrichtete Zeitung "The Times" behauptet, dass der Palast inzwischen ein Statement verfasst hat, in dem die Liebe der königlichen Familie zu dem Paar hervorgehoben wird. Deeskalation lautet das Gebot der Stunde. Aber: Die Queen verweigert angeblich ihre Zustimmung zur Veröffentlichung! Sie will in Ruhe über die Angelegenheit nachdenken, nichts überstürzen und auch das Meinungsbild der Öffentlichkeit abwarten. 

Schaltet sich die Regierung mit ein?

Der Royal-Experte der BBC, Nicholas Witchell, sagt, er wäre überrascht, wenn der Palast und Downing Street Nummer 10 nicht zusammenarbeiten würden, um eine Antwort zu formulieren. Es wird angenommen, dass die royalen und politischen Gremien miteinander arbeiten werden, damit ihre Reaktion das gesamte Spektrum der Anschuldigungen abdeckt. Offiziell hält sich Premierminister Boris Johnson, 56, raus. Bei einer Pressekonferenz nach dem Thema befragt, sagte er: "Ich verfolge schon lange die Strategie, die Angelegenheiten der royalen Familie nicht zu kommentieren und ich habe nicht vor, heute davon abzuweichen."

Prinz Charles

Der Buckingham Palast ist in Zugzwang

Normalerweise äußert sich der Palast zu keinen Privatangelegenheiten. Wenn die Presse nachhakt, gibt es bestenfalls ein "Kein Kommentar" zu hören. Mit dem Schweigen soll verhindert werden, dass ein Thema an Fahrt aufnimmt. Keine Reaktion, weniger Berichterstattung. In England nennt man das "Never complain, never explain", auf Deutsch: "Beschwere dich nie, erkläre dich nie."

Das Gesagte von Prinz Harry und Herzogin Meghan wiegt zu schwer, um es öffentlich zu ignorieren. Die Queen ist das Oberhaupt des Commonwealth, von 54 lose miteinander verbundenen Staaten. Viele Menschen in der Bevölkerung sind People of Colour. Das in der Königsfamilie jemand rassistisches Gedankengut hat, ist mehr viel als Privatangelegenheit – es ist eine Gefahr für die Monarchie und die Integrität der Royals. Auch der Umstand, dass einem suizidgefährdeten Mitglied der Königsfamilie angeblich nicht geholfen wurde, wird der Palast so nicht stehen lassen können. 

Warum dauert das Statement so lange?

Wenn es stimmt, was die britische Presse schreibt – dass die Royals vorab nichts über den Inhalt des Oprah-Talks wussten – mussten die Anschuldigungen erst einmal gehört, verdaut werden und besprochen werden. Das braucht Zeit.

Als Harry und Meghan auf Sendung gingen, war es in England 1 Uhr morgens am 8. März. Die Queen, so schrieb es vorab "The Times", ist nicht aufgeblieben und hat sich erst am nächsten Morgen unterrichten lassen. Spannend wird  sein, ob sich der Palast als übergeordnetes Sprachrohr mit einem förmlichen Statement melden wird. Oder, ob die die Queen vielleicht noch einmal persönlich das Wort ergreift, wie beim Megxit. In diesen Tagen, so scheint es, ist alles möglich.

Zum  Diana-Interview schwieg man 1995 übrigens eisern, trotz der explosiven Aussagen der Prinzessin. Eine Reaktion gab es in anderer Form: Die Queen sandte ihrem Sohn Prinz Charles und ihrer Schwiegertochter Briefe, in denen sie sie zur Scheidung aufforderte. Das Paar tat wie geheißen. Geschieden sind Prinz Harry und Herzogin Meghan vom Palast mit Wirkung zum 1. April 2020 bereits. Es bleibt also spannend, für welches Wording und für welche Schritte sich der Palast in Sachen Prinz Harry und Herzogin Meghan entscheiden wird.

Verwendete Quelle: eigene Recherche, bbc.com

jre Gala


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