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Königin Camilla Schafft sie eine geliebte Tradition der Queen ab?

Königin Camilla
Königin Camilla
© Getty Images
König Charles möchte die Monarchie verschlanken. Und auch seine Frau Königin Camilla ist einer Modernisierung des Königshauses nicht abgeneigt. Doch wird sie so weit gehen, eine große königliche Tradition über Bord zu werfen, die Queen Elizabeth sehr am Herzen lag?

Mit dem Tod von Queen Elizabeth, †96, wird ein neuer Wind durch den Buckingham Palast wehen. So viel ist schon längst klar. Schon vor Monaten hat König Charles, 73, damals noch der Prince of Wales, durchblicken lassen, die Monarchie zu modernisieren. Von "Verschlankung" war die Rede: Weniger arbeitende Royals, ein wenig mehr Bescheidenheit, was die Wohngewohnheiten der Familie betrifft. Mit Königin Camilla, 75, hat er eine Partnerin an seiner Seite, die seine Ideen unterstützt. Mehr noch: auch sie könnte manch etablierte Privilegien ad acta legen. Dazu gehört auch die Beschäftigung von Hofdamen. 

Königin Camilla könnte auf Hofdamen verzichten

Sie waren teils jahrzehntelang die treuen Begleiterinnen von Queen Elizabeth, †96, nun zählen sie nach ihrem Tod zum alten Eisen – in zweierlei Hinsicht. Als am 14. September 2022 der Sarg mit den sterblichen Überresten der Monarchin mit einer Prozession vom Buckingham Palast zur Westminster Hall überführt wurde, waren sie das Sinnbild des Endes einer Ära: Die Hofdamen der Monarchin erwiesen ihrer Chefin die letzte Ehre  – ein rührendes Bild, das um die Welt ging. 

Hofdamen von Queen Elizabeth
Die Hofdamen von Queen Elizabeth knicksen ein letztes Mal vor dem Sarg der Monarchin. 
© Mark Stewart / Avalon / Picture Alliance

Die älteren Frauen, tiefschwarz gekleidet, beugten sich zu einem letzten Knicks hinab. Sie waren teils mehr als 60 Jahre an der Seite der Monarchin und wurden zu engen Vertrauten. Ihre Aufgabe war es, die Queen bei den täglichen Anforderungen im Amt zu unterstützen. Einige wählten ihre Kleidung aus und halfen ihr beim Baden und Ankleiden, während andere den vollgepackten Terminkalender der Königin mit offiziellen Verabredungen organisierten oder private Familienfeiern arrangierten. Die meisten von ihnen werden sich nun in den Ruhestand verabschieden, sind sie doch teils weit über 80 Jahre alt. Ihren Dienst haben sie ehrenvoll bis zum Tode Ihrer Majestät abgeleistet – aus tiefer Verbundenheit.

Doch wird auch Königin Camillla die königliche Tradition fortsetzen und lebenslang ergebene Dienerinnen aus adligen Kreisen um sich scharen? Aller Voraussicht nach nicht, meint die Historikerin Marlene Koenig im Gespräch mit "Mirror" und erklärt: "Es gibt einige Positionen, die möglicherweise nicht mehr besetzt werden. Man fragt sich, ob die Frauen, insbesondere Königin Camilla, wie die Königin Hofdamen einsetzen werden. Sie hatte noch nie, selbst als Herzogin von Cornwall, eine offizielle Hofdame." Klingt ganz nach einer bescheidenen Haltung der zweiten Frau des Königs. 

Es gab jedoch offenbar eine Angestellte, die mit den Aufgaben einer Hofdame für die damalige Herzogin von Cornwall betraut war, die ehemalige Sekretärin Angela MacManus. Allerdings wurde sie nie in diesen offiziellen Status erhoben.

Queen Elizabeth tastete sich nur langsam an Traditionsbrüche heran

Queen Elizabeth hingegen ernannte im Zeitraum von 1953 bis 2017 neun Hofdamen. Fast alle stammten aus aristokratischen Familien. In früheren Jahren bekamen sie kein Gehalt und durften ihre Position weder kündigen noch sich einfach zurückziehen. Ihr Dienst galt demnach ein Leben lang der Monarchin.

Doch auch die Königin überdachte seinerzeit bereits die alte Tradition: Als ihre oberste Hofdame, Fortune FitzRoy, Dowager Duchess of Grafton, starb, suchte sie nicht nach einem Ersatz. Und zuletzt arbeitete die Modedesignerin Angela Kelly als persönliche Schneiderin für die Monarchin. Ein Schritt in die moderne Welt.  

Ihre Hofdamen übernahmen für die Königin zudem einen Teil der Korrespondenz und waren für Dankesschreiben in alle Welt zuständig. Aufgaben, die vermutlich umverteilt werden. "Ich denke, im Schreibbüro werden nur Leute die Briefe unterschreiben. Heutzutage werden sie Leute haben, die das tun, aber ich erwarte nicht, dass sie den formellen Titel haben werden“, vermutet Koenig.

Camilla und die Princess of Wales verzichteten auf Hofdamen

Bezeichnend ist zudem: Weder Camilla noch Catherine, Princess of Wales, nahmen bei ihrer Einheirat in die königliche Familie das Angebot an, persönliche Hofdamen zu ernennen. Ganz im Gegensatz zu Prinzessin Diana, †36, die in jungen Jahren zu einer anderen Zeit der Tradition folgte.

Natürlich werden die weiblichen Royals im königlichen Alltag Hilfe benötigen, allerdings werden sie dabei vermutlich nach Qualifikationen und nicht nach adligem Hintergrund fragen. Sie werden die Angestellten entlohnen und einen zeitgerechten Vertrag anbieten. Die Monarchie befindet sich im Wandel – und lässt einen Hauch moderner Welt einziehen, der den Staub vergangener Tage ein wenig aufwirbelt. 

Verwendete Quelle: mirror.co.uk

ama Gala

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