Meghan, Kate & Co. : Warum uns die Royals so faszinieren

Royals gehören zu den Superstars unserer Zeit. Wie sie sich verhalten, wohin sie gehen, wie sie sich kleiden, was sie sagen - jeder Schritt und jedes Wort werden beobachtet, analysiert und interpretiert. Königshäuser faszinieren uns mit einer Mischung aus Glanz, Gloria und Seifenoper. Aber warum ist das eigentlich so? Das erklärt Luise Wackerl, Unterhaltungschefin von GALA und Royal-Expertin

Frau Wackerl, warum sind Royals wie Kate, Harry, Meghan, Victoria, Máxima und Co. so beliebt?

Die Menschen sehnen sich nach Zauber, und Royals mit ihren Traditionen, Palästen und Traumhochzeiten umgibt genau dieser Zauber. Sie sind wie lebendig gewordene Märchenfiguren, die uns zum Teil über Jahrzehnte begleiten. In Zeiten der wirtschaftlichen und politischen Unbeständigkeit wünschen wir uns eine Konstante. Und schauen Sie sich Queen Elizabeth an: Sie sitzt schon 67 Jahre auf dem Thron - so lange wie kein britischer Monarch vor ihr. Das heißt: Jeder Mensch auf dieser Welt, der 67 Jahre und jünger ist, kennt keine andere Königin im Vereinigten Königreich als sie. Das ist schon enorm. 

Und noch etwas spielt eine Rolle: Im Gegensatz zu einzelnen Hollywood-Stars bestehen Monarchien aus ganzen Clans, deren Mitglieder von Jung bis Alt reichen. Da findet jeder eine Identifikationsfigur. Warum gerade wir Deutschen uns so für Royals begeistern können, liegt sicherlich auch daran, dass wir seit 1918 kein eigenes Königshaus mehr haben. 

Prinz William + Herzogin Catherine

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Prinz William und Herzogin Catherine
Sie verstecken ihre Gefühle nicht: William und Kate sind verliebt wie am ersten Tag.
©Gala

Besonders die weiblichen Mitglieder der Königshäuser stehen im Interesse der Aufmerksamkeit. Wie bewerten Sie ihren Anteil am Erfolg der Monarchien? 

Wir hatten Anfang der 2000er das Phänomen, dass viele junge europäische Kronprinzen zeitgleich Single waren und später relativ zeitgleich geheiratet haben. Den Anfang machte Prinz Haakon mit Mette-Marit im August 2001. Danach kamen Willem-Alexander und Máxima im Februar 2002 und Frederik und Mary sowie Prinz Felipe und Letizia im Mai 2004. 

Alle diese Frauen haben etwas gemeinsam: Sie waren bürgerlich und berufstätig. Mette-Marit brachte sogar einen Sohn mit in die Beziehung. Es hat somit eine neue, moderne Generation von Frauen in die Königshäuser eingeheiratet und den antiquierten Adel entstaubt. Das hat der Popularität der Royals gutgetan. Ein bisschen war es auch der "Ein Märchen wird wahr"-Effekt": Theoretisch könnte heute jede von uns Prinzessin werden. 

Was auffällt: Die Frauen der Kronprinzen und Könige sind sehr attraktiv. Auch ein Grund für ihre Popularität?

Absolut. Frauen wie Kate, Meghan, Letizia und Mary sind die Stilikonen unserer Zeit. Mit Designerkreationen von Prada, Chanel und Victoria Beckham ebenso wie in Kaufhausmode à la Zara und H&M bringen sie Millionen Frauen weltweit zum Träumen. Damit sind Herzoginnen, Prinzessinnen und Königinnen nicht nur toll anzusehen, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor für ihr Land, insbesondere für die Beauty- und Fashion-Branche. Auch was ihre Kinder tragen, ist manchmal innerhalb von Minuten ausverkauft.

Bei all der Begeisterung für die Royals 2.0: Verliert die Monarchie durch den Einzug der Moderne nicht stetig seinen stärksten Trumpf, den Zauber?

Es ist gut, dass ein frischer Wind durch die Königshäuser weht. Die Monarchie braucht die Zustimmung der nachfolgenden Generationen aus dem Volk, um ihren Erhalt zu sichern. Aber ja: Die Jungen müssen aufpassen, dass sie sich dem Protokoll und den Etiketten nicht zu sehr widersetzen, damit der Zauber, der sie umgibt, nicht vergeht. Es ist das Geheimnis ihres Erfolgs. 

Wie sehen Sie in diesem Zusammenhang die Rolle der Herzogin von Sussex? Sie macht immer wieder Schlagzeilen wegen ihrer vermeintlichen Protokoll-Brüche.

Meghan und Harry wollen ihren eigenen Weg gehen, und es wird sich zeigen, wie sehr dies mit ihrer Rolle als Repräsentanten des Königshauses zu vereinbaren ist. Man erinnere sich an die luxuriöse Baby-Shower von Meghan in New York, die ungewohnt öffentlich zelebriert wurde. So etwas hat es zuvor bei den Royals noch nicht gegeben. Aktuell hat der Palast bekannt gegeben, dass Harry und Meghan sich nicht wie Diana und Charles beziehungsweise William und Catherine vor dem Krankenhaus für das erste Familienfoto präsentieren werden. Sie halten die Geburt komplett privat. Das haben zwar schon andere Royals vor ihnen gemacht, aber bei Harry und Meghan als einer der populärsten Mitglieder des Königshauses hätten sich manche es sich vielleicht anders gewünscht.

Worin sich Märchen und Realität unterscheiden: Royals leben nicht ans Ende ihrer Tage glücklich zusammen. Man denke an Prinzessin Diana und Prinz Charles ... 

... oder aktuell Tessy von Luxemburg, die immer wieder über ihre gescheiterte Ehe mit Prinz Louis ausplaudert. Natürlich trägt auch das zur Entzauberung bei. Wir sehen es aber auch auf anderer Ebene, zum Beispiel in Schweden bei Prinzessin Madeleine. Sie ist im letzten Herbst Jahr mit ihrer Familie nach Florida gezogen. Man hat das Gefühl, dass sie mit ihrer royalen Rolle hadert, und das Volk merkt das. Jedes Mal, wenn sie zu einem Termin in der Heimat nicht erscheint, bei dem man ihre Anwesenheit erwartet hatte, gibt es Diskussionen.
Royals werden ein Stück weit als Eigentum der Nation betrachtet, und man erwartet, dass sie ihre Rolle lieben. Und wenn jemand damit seine Probleme hat, stößt das auf Unverständnis. Aber da sollte man nicht zu streng sein: Auch ein Royal ist am Ende des Tages auch nur ein Mensch. 


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