Britische Royals: Diese Regeln gelten für Kate, Meghan & Co., wenn sie verreisen

Das britische Königshaus ist eine streng organisierte Einheit. Nicht umsonst bezeichnet sie sich selbst scherzhaft als "Die Firma". Auch wenn es um offizielle Reisen geht, müssen die Royals Regeln einhalten.

Die Cambridge-Familie (v.l.n.r.): Prinz William, Prinz George, Herzogin Catherine und Prinzessin Charlotte

Die Familie Windsor hat sich nicht nur aufgrund ihrer königlichen Abstammung eine Krone verdient, sondern auch wegen ihrer Reisetätigkeit: Über 3.200 offizielle Termine haben Queen Elizabeth, Prinz William, Herzogin Catherine und Co. im Vereinigten Königreich und in Übersee vom 1. April 2018 bis 31. März 2019 absolviert, heißt es im jährlichen Finanzreport des Palastes. 
Mal eben im Internet einen Flug buchen und die Koffer packen wie Otto Normalverbraucher - so läuft das nicht bei den Königlichen Hoheiten.

Diese Transportmittel nutzen die Royals

Flugzeug und Helikopter

Die britische Königsfamilie kann auf unterschiedliche Verkehrsmittel zurückgreifen, um zu ihren Terminen zu gelangen. Zum einen auf Flugzeuge und Helikopter der sogenannten "No. 32 Squadron RAF"-Staffel der Royal Air Force. Die Maschinen stehen auf dem Flugplatz RAF Northoult etwa 23 Kilometer westlich vom Buckingham Palast und werden auch von hochrangigen Regierungsmitgliedern genutzt. 

Herzogin Meghan

Das schenkt Prinz Harry seiner Liebsten zum 38. Geburtstag

Herzogin Meghan
Herzogin Meghan darf sich auf wunderbare Geschenke freuen.
©Gala

Manchmal nutzen Prinz Charles und seine Verwandten für Langstrecken auch Flugzeuge von öffentlichen Fluglinien, am liebsten die nationale British Airways. Sie werden auch genutzt, wenn die Maschinen der RAF-Staffel nicht verfügbar oder zu teuer sind. Eine weitere Möglichkeit ist das Mieten eines Privatjets.

Prinz Charles und Herzogin Camilla

 enn die Royals per Flugzeug reisen, werden sie von erfahrenen Piloten mit mehreren hunderten Flugstunden sicher ans Ziel gebracht. Außerdem wird darauf geachtet, das Flugpersonal an Bord ist, das schon zuvor mit Erfahrung im Umgang mit königlichen Hoheiten gesammelt hat.

Königlicher Zug

Für Reisen in England und Schottland steht The Royal Train, Der königliche Zug, zur Verfügung. Er gehört nicht den Windsors, sondern wird von der Network Rail zur Verfügung gestellt. Er wird gerne von Queen Elizabeth genutzt. 

Autos

Für Kurzstrecken in London und im Umland werden Fahrzeuge aus dem Fuhrpark des Königshauses genutzt.

Thronfolger nicht zusammen fliegen

Das königliche Protokoll besagt, dass zwei Thronerben niemals im selben Flugzeug sitzen dürfen, damit bei einem Unglück die königliche Linie geschützt wird. Prinz William brach diese Tradition jedoch im April 2014: Er nahm seinen Sohn Prinz George (damals neun Monate alt) während einer offiziellen Reise nach Australien und Neuseeland im selben Flieger mit. Auch bei einer Reise der Familie Cambridge nach Polen und Deutschland im Juli 2017 flogen die beiden zusammen. Vorgemacht hat es Prinzessin Diana, die mit William und Charles ebenfalls zusammen verreist ist.

Reisepass nicht vergessen

Trotz ihrer exponierten Stellung brauchen Prinz Harry, Prinz Charles und Co. Ausweispapiere, wenn sie das Vereinigte Königreich verlassen. Ausnahme: die Queen. "Da ein britischer Pass im Namen Ihrer Majestät ausgestellt wird, muss die Königin keinen besitzen", schreibt der Palast auf seiner offiziellen Website. Dennoch müssen sie und ihre Familie sich an Zoll- und Einwanderungsvorschriften halten.
Heißt: Identitätsprüfung und vollständige Angabe von Name, Alter, Adresse, Nationalität, Geschlecht und Geburtsort. Für Klein-George musste 2014 dementsprechend ein Kinderreisepass beantragt werden. Allerdings: Stundenlang mit anderen Passagieren am Flughafen anstehen, um ins Land zu kommen, müssen Royals natürlich nicht.

Britischer Reisepass

 

Gepäckorganisation ist das A und O

Wenn die Royals reisen, reisen sie mit Stil und - bei mehrtägigen Touren - mit allerlei Gepäck. Damit dies nicht durcheinander gerät und der jeweiligen Person schnell zugeordnet werden kann, gibt es ein einfaches, aber pfiffiges Organisationssystem: Jedes Gepäckstück ist mit einem unterschiedlich farbigen Etikett versehen und jede Farbe steht für einen Royal. Bei der Reise der Cambriges nach Australien und Neuseeland 2014 stand rot für William, gelb für Kate und blau für Baby George. Die Queen hat ebenfalls die Farbe gelb, Prinzessin Anne grün. Offenbar können die Farben aber auch rotieren: Als Kate und William 2016 nach Bhutan reisten, hatte Williams Etikett die Farbe blau.

Ebenfalls beobachten konnte man, dass Williams Gepäck mit einem Monogramm bestehend aus dem Buchstaben W und einer Krone verziert sind. Kate ist nicht ganz so formell und hat eine vielseitigere Mischung aus Taschen, Koffern , Boxen und Kleidersäcken.

Gepäck von Prinz William

Was die Royals in ihre Taschen packen

Neben dem, was wohl jeder Reisende mit sich führt, haben die Royals zwei besondere Inhalte in ihren Koffern.

  • Ein schwarzes Outfit, dass sie im Todesfall einer wichtigen Person bei der Rückkehr nach London tragen können. Queen Elizabeth war dazu im Februar 1952 gezwungen: Während einer Reise mit Prinz Philip nach Kenia starb ihr Vater, König George der VI. Doch damals gab es die modische "Trauerfall"-Regel noch nicht. Also musste die Queen nach der Landung des Flugzeuges in London so lange mit dem Aussteigen warten, bis ihr jemand ein schwarzes Kostüm aus dem Palast gebracht hatte. 
  • Als die Queen noch ins Ausland reiste, hat ihr Leibarzt in Länder, in denen möglicherweise keine Blutspenden verfügbar waren, eigene Blutkonserven im Gepäck gehabt. So war sichergestellt, dass die Queen und Prinz Philip im Notfall versorgt waren. Das berichtet Royal-Reporter Gordon Rayner, der das Paar für die britische Zeitung "Telegraph" auf 20 Touren ins Ausland begleitet hat.
  • Prinz Charles und Herzogin Camilla nehmen manchmal "ihren eigenen Alkohol mit, sodass die Gefahr des Panschens von Getränken ausgeschlossen ist", sagte Rayner.
  • Herzogin Meghan hat immer Teebaumöl in ihrer Tasche. "Das einzige, auf das ich auf Reisen nicht verzichten kann, ist ein kleiner Behälter Teebaumöl", sagte sie einst zum Magazin "Allure". "Es ist nicht das Glamouröseste, aber wenn du einen Schnitt bekommst, einen Mückenstich, einen kleinen Ausschlag, egal was es ist, ist es mein kleines Allheilmittel."

Prinz William + Herzogin Catherine

Die Familien-Tour nach Polen und Deutschland

Der letzte Tag in Deutschland neigt sich dem Ende. William und Kate haben die vergangenen Tage viel um die Ohren gehabt. Umso größer dürfte am späten Nachmittag die Freude über das Wiedersehen mit ihren Kindern sein, die mit ihnen zusammen den Rückflug antreten werden.
Sie gucken sich Helikopter an, in die die Kinder sogar einsteigen dürfen.
Das verzückt besonders den kleinen Prinzen.
Sie ist einfach viel zu müde und reibt sich immer die Augen.

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Essen an Bord

Die Menüs, die den Royals kredenzt werden, sind vorher an den Buckingham Palast geschickt worden und werden von dem jeweiligen Royal entweder für gut oder verbesserungswürdig empfunden. Statt Plastikgeschirr wie bei öffentlichen Flügen gibt es für die Royals an Bord von Maschinen der British Airways feines Porzellan, Kristallgläser, Blumen und Menükarten.
Die Queen lässt ihren Nachmittagstee nur in absoluten Ausnahmefällen ausfallen. Ein Flug gehört nicht dazu. Und so wurden laut Royal-Reporter Gordon Rayner auch dort pünktlich um 16 Uhr Tee, Scones und schottischer Dundee-Kuchen gereicht.

In Schnack und Lack bei Abflug und Ankunft

Harry in Joggingshose? Meghan in Slippern? So casual wird man die Royals auf offiziellen Reisen nie bei der Ankunft am Flughafen sehen. Die Regel ist, dass Herren einen Anzug und Krawatte tragen, Damen ein maßgeschneidertes Designerkleid und Schuhe mit Absätzen. Einmal in der Luft, darf die offizielle Kleidung gegen bequemere getauscht werden. Vor der Landung heißt es dann wieder: Einmal umziehen und bitte in Schnack und Lack am Zielort aus dem Flugzeug steigen.

Royals reisen nie alleine

Kommen die Royals im Zielland an, so wartet auf dem Rollfeld schon das Empfangskomitee. Wenn alle die Szenerie verlassen haben, kommen die nahezu unsichtbaren Begleiter der königlichen Hoheiten zum Vorschein: Bis zu 15 Mitarbeiter reisen zum Beispiel mit Kate und William. Wenn die Queen reist (seit 2015 unternimmt sie keine Reisen mehr außerhalb des Vereinigten Königreiches), können es sogar bis zu 34 Mitarbeiter sein. Und wer tummelt sich da so? 

Unter anderem der Master des Royalen Haushaltes, um das Catering und die Logistik zu überwachen, eine Privatsekretär und sein Stellvertreter, eine Sekretär für jede dieser beiden Sekretäre, zwei Sekretäre für den Herzog [von Edinburgh], zwei Ankleide-Mitarbeiter, ein Friseur, einen Kammerdiener, der Equerry, (einer der wichtigsten und engsten Mitarbeiter der Queen, eine Art persönlicher Assistent mit militärischen Hintergrund), zwei Lady-In-Waitings, Pressesprecher und mehrere Leibwächter. 

16 Tage, 76 Termine

Mit dieser Entourage reisen Harry & Meghan

Prinz Harry + Herzogin Meghan


Das Reisen im Namen der Krone ist teuer

Die Reisekosten für offizielle Termine der Royals werden vom Steuerzahler getragen (sogenannter "Sorvereign Grant"). Im aktuellen Finanzreport des Palastes für das Abrechnungsjahr 1. April 2018 bis 31. März 2019 sind 4,70 Millionen Pfund (5,72 Millionen Euro) als Gesamtkosten für royale Reisen angegeben. Darunter fallen nicht nur weite Reisen, sondern auch beruflich bedingte Autofahren zwischen den einzelnen Residenzen (zum Beispiel vom Kensington Palast nach Schloss Windsor).

Prinz Charles + Herzogin Camilla

Die besten Bilder ihrer Karibik-Reise

Prinz Charles, Karibik
Herzogin Camilla, Karibik
Herzogin Camilla, Karibik
Herzogin Camilla, Karibik

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Unter dem Abschnitt "Reisen für 15.000 britische Pfund und mehr" finden sich im Finanzreport 34 Termine, für die die Summe von 2,72 Millionen Pfund (3,03 Millionen Euro) fällig geworden ist. Teuerster Einzelposten: 415.576 Pfund (462.243 Euro) für die Karibik-Reise von Prinz Charles und Herzogin Camilla vom 17. bis 28. März 2019.

Verwendete Quellen: "Hello"-Magazine, royal.uk, The Telegraph, DailyMail, The Express, "Allure"-Magazin, "At Home with the Queen" von Brian Hoey (HarperCollinsPublisher),

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