Intrigen, Skandale, Prozesse: Die Akte Buckingham Palace

Im Umfeld der Queen spielen sich wahre Dramen ab – die Ersten nehmen schon Reißaus. GALA sprach mit einem Insider über Lästereien, Küchengeheimnisse und die Zukunft der Monarchie

Die Windsors

Ein schmutziges Palastgeheimnis kann hinter jedem Sofa lauern. Immer dann, wenn mal wieder einer der Corgis aus den Privatgemächern der Queen ausgebüxt ist. Weil die Königin ihre Hunde mit deutlich sanfterer Hand erzogen hat als ihre Kinder, sind die Vierbeiner nicht wirklich stubenrein. Also, so lautet Frauchens Anordnung, muss jeder Bedienstete stets Löschpapier und Wasser bei sich tragen, um mögliche Hinterlassenschaften ihrer kleinen Lieblinge sofort zu beseitigen. Wem jedoch allein das schon stinkt, der wird im ehrwürdigen Buckingham-Palast beruflich nicht lange überleben. Denn Corgis mit schwächelnder Blase sind bei Weitem nicht das größte Übel, das einem in den 775 Zimmern der royalen Kommandozentrale über den Weg laufen kann.

Unzumutbare Arbeitsbedingungen

Ein Nest der Intrigen sei die Londoner Homebase der Königin, packt ein Palast-Insider jetzt im Gespräch mit GALA aus. Aktueller Anlass für die Enthüllungen: 14 (!) Köche haben laut der Londoner Zeitung "Sun" jüngst wegen unzumutbarer Job-Bedingungen gekündigt. Sie klagen über zu lange Arbeitszeiten und zu geringe Gehälter – die meisten Angestellten verdienen brutto zwischen 21.000 und 32.000 Euro pro Jahr. Und noch ein Ärgernis fürs Personal: Oft diene nur eine kleine Dachkammer als Unterkunft. Ein Ventil sind da für viele Angestellte interne Läster-Attacken.

Skandale und Intrigen: ein Imageschaden für die Queen, aber auch eine Chance

Der neueste Klatsch

Besonders beliebt als Opfer: die Kammerdiener. Weil sie direkt vor den Royals buckeln müssen, werden sie gern von ihren Kollegen gefoppt. Außer, man stellt sich so geschickt an wie einst der Lieblingsdiener von Queen Mum namens "Backstairs Billy", der ihr jeden Nachmittag zusammen mit einem eiskalten Gin Tonic brühwarmen Klatsch servierte. Billy gehörte zu einem engmaschigen Netzwerk schwuler Diener, die auch heute noch wie ein Bollwerk gegen alle zusammenstehen und sich rühmen, die – pardon! – Flöhe husten zu hören.

Die Plauder-Queen

Klatsch und Gerüchte kursieren jedoch nicht nur unter den Angestellten (Wer hat gestern mit wem das Bett im gelben Gästezimmer getestet …?), sondern erfreuen sich auch bei den Royals großer Beliebtheit. Ungekrönte Plauder-Queen, an die sich der GALA-Insider wehmütig erinnert: Prinzessin Diana, die, egal in welchem Schloss sie gerade residierte, sofort in die Küche eilte und bei Tee und zuckerfreien Keksen mit dem Personal parlierte.

Kate gibt sich anders

Macht Herzogin Kate, quasi Dianas Nachfolgerin als "Königin der Herzen", das heute ebenso? Wegwerfende Handbewegung des Informanten. "Sie ist sehr nett, aber viel zu ängstlich und stets darauf bedacht, nichts Falsches zu sagen." Momentan sei Kate, 35, sowieso eher wortkarg, da sie immer noch mit plötzlichen Übelkeitsattacken zu kämpfen habe. Spätestens im April ist das aber vorbei, dann wird Baby Nr. 3 erwartet.

Prinz Charles

Die skurrilen Abenteuer des Charles

Mit dem Pinselstrich eines Malers gibt Prinz Charles einer Seifen-Ente in Eze (Frankreich) den letzten Schliff. Irgendwo wäscht sich also demnächst jemand, dessen Seife durch royale Hände ging.
Ein Prinz auf den Spuren von "Doctor Who": Charles, auf Besuch in Malaysia, hat die Ehre, eine Fabrik durch den Nachbau der bekannten Raum-Zeit-Maschine aus der Fernsehserie zu betreten. Ohne Folgen, wie man sieht.
In einer Staubsauger-Fabrik in Singapur probiert Prinz Charles das neueste Modell. Lässig, mit einer Hand.
Staubsaugen auf diese Art scheint dem Prinzen von Wales zu liegen.

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Die Diener über Charles und Camilla

Welche Rolle Kates Stiefschwiegermutter Herzogin Camilla, 70, in dieser Gemengelage spielt? Sie sei ein spezieller Fall. Sie selbst rede am liebsten über Hunde, die Fuchsjagd oder wahnsinnig spannende Dinge wie Hufkratzer – sei aber nun mal mit dem favorisierten Klatschobjekt verheiratet: Prinz Charles, 68. Der lebt zwar nicht im Buckingham-Palast, sondern im nahe gelegenen Clarence House, doch die Gebäudekomplexe sind unterirdisch miteinander verbunden. Im Tunnel-Layrinth findet ein steter Durchmarsch statt, wenn auf der einen oder anderen Seite akuter Personalmangel herrscht.

Spezielle Wünsche

Wer in Richtung Charles unterwegs ist, dem folgen mitleidige Blicke. "Er ist der Albtraum der Dienerschaft, schwierig, fordernd und oft überheblich", charakterisiert der Informant den Thronfolger. So lässt sich Charles von einem Diener zweimal täglich Zahnpasta auf die Bürste drücken (dieses elitäre Ritual pflegt übrigens auch die Queen) und das Badewasser einlassen. Die Herausforderung dabei: Die Temperatur muss perfekt stimmen und dauernd mit der Hand überprüft werden, sonst taucht Charles nicht mal seinen blaublütigen Zeh ins Wasser.

Die Chauffeure liegen miteinander im Clinch

Bizarrer Streit

Einer hält sich aus all diesen Lästerrunden raus: Der Uhrenbeauftragte der Queen hat dafür einfach keine Zeit. Mehr als 1.000 Modelle befinden sich in der Residenz der Queen, die er ständig abstauben und überprüfen muss. Längere Pausen zum Nachdenken haben die royalen Chauffeure. Sie fechten dem Insider zufolge derzeit den größten Kampf untereinander aus. Es gehe um die Frage, warum nur der ranghöchste Fahrer Goldknöpfe an seine Uniform nähen darf und die anderen sich mit Silber begnügen müssen. Einige der Chauffeure würden nun sogar einen Gerichtsprozess wegen Diskriminierung anstreben. Anders als die Köche hat bisher von den Fahrern allerdings noch niemand gekündigt. Immerhin.

Wie kann dieses System funktionieren?

Warum kommt die Queen eigentlich auch im 21. Jahrhundert mit dem oft feudalistisch geprägten Machtgefüge bei vielen Mitarbeitern durch? "Ein Job im Dienste der Krone gilt auch heute noch generell als Ehre", so der Insider. "Zumindest für uns Leute von der Insel." Andere Nationalitäten kümmert das weniger. Der Brexit hat vor allem Handwerker aus Polen verscheucht, die früher gern im Palast gearbeitet haben. Das führt zu akutem Fachkräftemangel. 30 der rund 800 Stellen im Buckingham-Palast sind zurzeit unbesetzt.

Sie sind ganz nah dran

Ein enormes Prestige genießen vor allem jene Diener, die bei wichtigen Besprechungen um Ihre Majestät kreisen. Während der Lakai mit unbewegter Miene mit Silberzeug und Tee hantiert, saugt das geschulte Ohr jede News auf. So geschehen, als sich jüngst Prinz Harry, 33, mit seiner Freundin, Schauspielerin Meghan Markle, 36, zur Tea-Time bei der Queen ankündigte. Bei Gurken-Sandwiches und Darjeeling schmorte Meghan unter "Grannys" prüfendem Blick, parlierte tapfer über ihre Charity-Aktivitäten und angeblichen Kochkünste.

Über Prinz Harrys Freundin Meghan Markle freut sich das Personal besonders

Auftritt Meghan

Überhaupt – Meghan. Welch wunderbar zwiespältige und zukunftsweisende neue Figur im royalen Zirkus! Ein Angestellter, berichtet der Insider, habe eine Meghan-Collage aus "peinlichen Fotos und Zeitungsausschnitten" gebastelt und seine Zimmerwand damit tapeziert. Kleines entspannendes Palastvergnügen … Der Besuch bei der Queen verlief jedenfalls erfolgreich: Das Paar wolle bald offiziell die Verlobung bekannt geben, heißt es, die Hochzeit finde im Frühsommer des nächsten Jahres statt. Und wer wusste es zuerst? Klar, das Personal. Und wenig später die ganze Welt.

Königliche Etikette

Besondere Regel bei den Royals

König Felipe, Königin Elizabeth II
Ein Akt der Höflichkeit, der für Hektik beim königlichen Bankett sorgen könnte: Die Queen gibt wie immer den Takt an.
©Gala


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