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Hugh Grant Hollywoodstar als Prinz Andrew? Das sagt er zu den Filmspekulationen

Hugh Grant
© Dave J Hogan / Getty Images
Gras über die Sache wachsen lassen? Für Prinz Andrew scheint das nicht möglich. Seine mutmaßliche Verwicklung in den Epstein-Skandal klebt an dem Sohn von Queen Elizabeth wie Baumharz. Verfestigt wird der unliebsame (Scheiben-)Kleister nun offenbar durch ein Filmprojekt, das ihm nicht gefallen wird. Schmeicheln dürften ihn allerdings die Spekulationen um die Besetzung seiner Rolle: Hugh Grant wurde ins Spiel gebracht. 

Diese Entscheidung war der Sargnagel zu seinem ohnehin schon angeschlagenen Ansehen als Mitglied der vordersten Reihe der königlichen Familie: Als Prinz Andrew, 62, im November 2019 mit der BBC-Journalistin Emily Maitlis im Buckingham Palast Platz nahm, ahnte er offensichtlich nicht, wie desaströs dieses mit Argusaugen verfolgte Interview für ihn enden sollte. 

Im Fokus des Gespräches für "Newsnight" stand seine Beziehung zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, †66. Als Produzentin beobachtete damals Sam McAlister das unfassbare Geschehen, das Beobachter:innen im Anschluss als "Car Crash" bezeichneten. Die buchstäblich unglaublichen Aussagen glichen für viele Zuschauer:innen einem Autounfall, bei dem man nicht wegsehen kann. Nun, bald haben genau diese Menschen die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen des Skandalinterviews zu blicken.

Prinz Andrew: Produzentin des Skandal-Interviews freut sich über Verfilmung

Sam McAlister hat in ihrem am 14. Juli 2022 erschienenen Buch "Scoops: Behind the Scenes of the BBC's Most Shocking Interviews" einen Einblick in die Hintergründe zu dem einstündigen Gespräch gegeben. Sie ist es auch, die nun auf Twitter eine Verfilmung ihrer Aufzeichnungen verkündet. "Also hier sind ein paar Neuigkeiten … ich kann vor Aufregung kaum atmen!!!!", schreibt sie zu ihrem Retweet eines Artikels von "Deadline Hollywood", der das Projekt thematisiert. 

 

Hugh Grant reagiert auf Spekulationen

Demnach sei der Autor Peter Moffat für das Drehbuch verantwortlich. Noch habe das Casting für die Schauspieler:innen nicht begonnen. Allerdings brodelt bereits die Gerüchteküche: Der britische Schauspieler Hugh Grant, 61, soll laut diversen Medienberichten heißer Favorit für die Rolle des Royals sein. Davon will der Hollywoodstar allerdings nichts wissen. Zu einem Repost eines inzwischen gelöschten Artikels des "OK! Magazine", in dem behauptet wird, er sei "in Gesprächen" für die Rolle des Prinzen schrieb er kurz und knapp: "Bin ich nicht. Nie davon gehört".  

Fest steht indes bereits der Titel des geplanten Filmes: In "Scoop" wird es laut Moffat "darum gehen, wie das 'Newsnight'-Team der BBC die Informationen bekommen hat, und dann das eigentliche Interview." Erinnerungen, die Andrew vermutlich nicht auf der großen Leinwand wieder aufleben sehen möchte. 

Das Interview und seine Folgen

Seinen Auftritt vor den BBC-Kameras könnte man rückblickend betrachtet als bizarr bezeichnen. Während des einstündigen Gesprächs mit Maitlis bestritt der Royal vehement im Jahr 2001 eine sexuelle Begegnung mit der damals noch minderjährigen Amerikanerin Virginia Roberts Giuffre, 38, gehabt zu haben. Mehr noch: Er habe "keine Erinnerung daran, sie jemals getroffen zu haben".

Zu dem von Guiffre benannten Zeitpunkt habe er seine älteste Tochter Prinzessin Beatrice, 33, zu einer Kinderparty in einem einem Pizza-Restaurant in Woking gefahren. Guiffre indes hatte behauptet, er habe an jenem Tag mit ihr in einem Londoner Club getanzt und dabei sehr geschwitzt. Eine Aussage, die der Royal mit der Begründung zu entkräften versuchte, dass eine "Adrenalin-Überdosis“ während des Falklandkrieges seine Fähigkeit zur Schweißbildung angeblich vorübergehend gestoppt hätte und er gar nicht in der körperlichen Lage gewesen sei, zu schwitzen.

Prinz Andrew

Inzwischen wissen wir: Seine Verteidigungsstrategie in jenem Gespräch war nicht lange von Bestand. Nur wenige Tage nach der Ausstrahlung des Interviews am 5. November 2019 verkündete  Andrew seinen Rückzug aus allen royalen Aufgaben und zog sich damit aus der Öffentlichkeit zurück. Und dann wurde es noch Unangenehmer: Im Sommer 2021 reichte Guiffre wegen mutmaßlichen Missbrauchs in New York Klage gegen den Sohn von Queen Elizabeth, 96, ein. Am Ende einigten sich beide Parteien auf einen Vergleich. Andrew sicherte zu, eine "beträchtliche Spende" an die Wohltätigkeitsorganisation der Klägerin zur Unterstützung der Rechte von Opfern leisten zu wollen. 

Drehbuchautor beleuchtet Hintergründe

Nun stellt sich die Frage, warum sich der Herzog von York 2019 auf dieses gefährliche Glatteis begeben hat. Was überzeugte ihn, sich den Fragen einer Journalistin zu stellen? Die Antwort will der Film geben. Maitlis, McAlister und die "Newsnight"-Redakteurin Esme Wren hatten sich für den TV-Coup mächtig ins Zeug gelegt – und den Prinzen in Vorgesprächen offenbar bei seiner Ehre gepackt

Moffat will in seiner Verfilmung darstellen, wie diese drei "außergewöhnlichen Frauen" das Interview möglich gemacht haben. Die Diskussionen um das TV-Gespräch und seine Dreharbeiten hätten alle Eingeweihten immens gestresst, erklärt er, und die Frauen unter "Druck gesetzt, weil es nach einer Einigung im Geheimen passiert ist." Die Anweisungen waren strikt: "Fast niemand innerhalb der BBC durfte davon wissen, aus Angst, es würde durchsickern."

Prinzessin Beatrice + Prinz William + Prinz Charles + Prinzessin Eugenie + Prinz George

Nun ist es also endlich raus! Doch die Filmankündigung wird vermutlich nicht nur Prinz Andrew schlaflose Nächte bereiten. "Als die königliche Familie also hoffte, sie könnte ohne Prinz Andrew weitermachen (…) beschloss jemand, einen Film über ihn und dieses Newsnight-Interview zu machen", fasst ITV-Royal-Experte die Misere der Royals zusammen. Die Geschichte um den Sohn der Königin ist offenbar noch lange nicht zu Ende erzählt. Ein Happy End scheint allerdings zu diesem Zeitpunkt aussichtslos. 

Verwendete Quellen: bbc.com, twitter.com, deadline.com, twitter.com

ama Gala


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