Hintergrund: Wissenswertes rund um Baby und Geburt

Nicht nur in Großbritannien wartet man sehnsüchtig auf die Geburt des royalen Nachwuchses. Gala.de erklärt, welche königlichen Traditionen es rund um die Geburt des Babys von Prinz William und Herzogin Catherine zu beachten gilt

Mitte Juli soll es soweit sein: Das sehnsüchtig erwartete "Royal Baby" von Prinz William und Herzogin Catherine soll auf die Welt kommen. Die Briten haben bereits unzählige Wetten auf den Geburtstag, das Geschlecht des Babys und seinen Namen platziert. Und die wettfreudigen Untertanen von Queen Elizabeth werten jeden Hinweis aus. Egal ob die 31-Jährige bei ihrem letzten öffentlichen Auftritt vor der Babypause Rosa trägt oder ob sie beim Kaufen eines blauen Kinderwagens beobachtet wird. Als sich die werdende Mutter einmal angeblich gegenüber einem kleinen Fan verplapperte und sagte, sie erwarte ein Mädchen, machte dies genauso Schlagzeilen wie Prinz Harrys angeblicher Versprecher über das Geschlecht des königlichen Nachwuchses.

Geschlecht und Thronfolge

"Baby on Board", so viel ist klar. Aber welches Geschlecht es hat, dieses Geheimnis hüten Prinz William und Ehefrau Catherine bestens.

Vom Hof bestätigte Informationen dazu, ob es ein Junge oder Mädchen wird, gibt es nicht. Wie die "Dailymail" berichtet, wissen die angehenden Eltern das Geschlecht selber nicht und wollen sich überraschen lassen. Verschiedenen Medienberichten zufolge hat der Hof dementiert, dass die Herzogin Zwillinge erwartet. Die hartnäckige Schwangerschaftsübelkeit, wegen der sich die Herzogin von Cambridge früh in ihrer Schwangerschaft ärztlich hatte behandeln lassen, hatte solche Gerüchte angeheizt.
Ob der königliche Nachwuchs ein Junge oder ein Mädchen wird, ist für die Thronfolge auch nicht mehr entscheidend, denn in Großbritannien wurde - wie in vielen anderen Monarchien Europas - das Thronfolgegesetz 2011 geändert. Unabhängig vom Geschlecht und davon, ob Prinz William und seine Frau Catherine als zweites oder drittes Kind einen Jungen bekämen, wird ihr erstgeborenes Kind die neue Nummer drei der Thronfolge, noch vor seinem Onkel Prinz Harry. Bekommt das Paar weitere Kinder, dann reihen die sich entsprechend hinter dem oder der Erstgeborenen ein.

Krankenhaus und Entbindung

Die Tradition der Haus- oder vielmehr Schlossgeburten ist überholt. Während Prinz Charles und seine Geschwister noch in eine der royalen Residenzen auf die Welt kamen, wurde Prinz William 1982 in einem Krankenhaus, dem "St Mary's Hospital" im Londoner Stadtteil Paddington entbunden. Zur Behandlung ihrer Schwangerschaftsübelkeit hatte sich die Herzogin im "King Edward VII Hospital" behandeln lassen, laut "BBC" will sie sich aber zur Entbindung ins "St Mary's Hospital" und den dortigen Privattrakt, den "Lindo Wing", begeben.

Ganz zu Anfang ihrer Schwangerschaft musste sich Herzogin Catherine wegen Übelkeit behandeln lassen und wählte eine Privatklinik in London, das "King Edward VII Hospital". Zur Entbindung wird sie aber ins gleiche Krankenhaus gehen, in dem schon Prinz William geboren wurde und dort - wie damals Prinzessin Diana - im "Lindo Wing" ein Zimmer beziehen.

Da Prinz William aktuell noch seinen Dienst als Pilot in Wales verrichtet, gibt es bereits Pläne, das berichtet die "Dailymail", den werdenden Vater so schnell wie möglich zu seiner Frau zu bringen, wenn bei ihr die Wehen einsetzen. Notfalls sogar per Hubschrauber.

Eine royale Tradition wird Herzogin Catherine und ihrem Baby erspart bleiben: Eine der größten Ängste in der Geschichte war es, dass das königliche Baby nach der Geburt ausgetauscht werden könnte. Um sicherzustellen, dass dies nicht passiert, wachte der Innenminister außerhalb des Geburtszimmers im Palast. Dies geschah allerdings 1936 zum letzten Mal. Theresa May, die aktuelle britische Innenministerin, muss also nicht beim Einsetzen der Wehen zum ausgesuchten Krankenhaus eilen und vor dem Kreißsaal Wache schieben.

Am 15. Oktober 2005 trat Dänemarks Thronfolger Frederik vor die Presse und verkündete stolz die Geburt seines ersten Kindes. Ob Prinz William es ähnlich machen wird, bleibt abzuwarten.

Geburtsanzeige

Wann die Baby-News verkündet werden und durch welches Medium, dazu gibt es bereits viele Spekulationen und Stellungsnahmen des Palastsprechers. Es wird eine offizielle Presseerklärung des Hofes geben, in der vermutlich einige Details, zum Beispiel zum Gewicht und der Augenfarbe des königlichen Nachwuchses stehen sollen. Via Twitter soll die Nachricht erst später verkündet werden. Ganz altmodisch wird außerdem - wie bei Prinz Williams Geburt - am Tor des Buckingham Palace eine Tafel aufgestellt werden, auf der die Untertanen die großen Neuigkeit noch einmal Schwarz auf Weiß lesen können. Das berichten verschiedene Medien.

Ob der frischgebackene Vater selber vor die Presse treten wird, um den Namen und das Geschlecht zu verraten, bleibt abzuwarten. In Schweden und Dänemark beispielsweise taten dies die stolzen Prinzen und nahmen so die offiziell verbreiteten Geburtsanzeigen an die Untertanen quasi selber in die Hand.

Geburten im Königshaus werden auf dem normalen Wege registriert, da macht es keinen Unterschied, ob es sich um das Kind eines normalen Untertans von Queen Elizabeth oder ihr drittes Urenkelkind handelt. Allerdings werden auch der Innenminister, der Bürgermeister von London und eine Reihe von Offiziellen in Übersee über die Geburt informiert, hierin liegt der Unterschied zu einer nicht royalen Geburt.

Königlicher Salut

Zur Geburt des royalen Babys werden 41 Salutschüsse über London donnern, die entweder vom Hyde Park aus oder vom Tower abgefeuert werden. Salutschüsse gibt es auch jeweils zum Geburtstag der Queen, von Prinz Philip und Prinz Charles. Prinz Williams Geburtstag wird bislang, und das gilt auch für sein erstes Kind, nicht mit Salut gefeiert.

Erste Fotos

Ob sich Herzogin Catherine und Prinz William dafür entscheiden, mit ihrem Baby das Krankenhaus durch den Vordereingang zu verlassen und dabei ihren Nachwuchs zum ersten Mal der Presse zeigen, ist bislang unklar. In anderen Ländern war dies für die kleinen Prinzen und Prinzessinnen jeweils der erste Fototermin, den sie aber zumeist verschliefen. Prinzessin Estelle von Schweden verließ - verborgen in einer Babytrage - ungesehen mit ihren Eltern das Krankenhaus. Die ersten Fotos von Schwedens künftiger Königin veröffentlichte der Hof, so dass der Kleinen das Blitzlichtgewitter erspart wurde.

Taufe und Paten

Umstandsmode an...

Herzogin Catherine

Schon nach der Geburts von Prinz George zeigte sich Herzogin Catherine in einem Kleid ihrer Lieblingsdesignerin Jenny Packham. Das blaue Pünktchenkleid ähnelte sehr dem Kleid, mit dem Lady Diana damals mit Prinz William das Krankenhaus verlassen hatte. Jetzt nach der Geburt ihrer kleinen Prinzessin war sie topgestylt wieder in einem Jenny-Packham-Kleid zu sehen, allerdings ein florales in Gelb und Weiß, das viele tippfreudige Briten begeistert haben dürfte. Gelb und Weiß waren als Wetten ganz vorne mit dabei.
Pretty in Pink: Nur wenige Wochen vor der Geburt ihres zweiten Kindes ist Herzogin Catherine schöner denn je. Ihren Babybauch versteckt sie unter einem pinken Mantel von Mulberry für knapp 2000 Euro.
Günstig geht's auch! Bei ihrem Besuch eines Kinderzentrums in London zeigt sich Herzogin Catherine in einem Pünktchenkleid von Asos Maternity. Das Kleid ist derzeit natürlich ausverkauft, soll aber bald wieder für ca. 51 Euro erhältlich sein.
Diesmal nicht in Grün, aber im eleganten, dunkelgrau-braunem Mantel von Catherine Walker feiert Herzogin Catherine den St. Patrick's Day im südenglischen Aldershot.

30

Die Taufe des königliches Nachwuchses war in Großbritannien bislang eine Privatangelegenheit, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit in einem der Paläste stattfand. Prinz William war bei seiner Taufe, die der Erzbischof von Canterbury im Musikzimmer des Buckingham Palace leitete, weniger als drei Monate alt. Fotos von der Zeremonie, zum Beispiel vom Täufling über dem Taufbecken, so wie man sie beispielsweise von Prinzessin Estelle gesehen hat, wird es vermutlich auch bei diesem Mini-Windsor nicht geben. Fotos gibt es erst hinterher, wenn die Eltern - wie bei vorherigen Taufen - mit dem Baby, seinen Paten und der engeren Familie posieren. Bei dieser Gelegenheit wird vielleicht auch Queen Elizabeth mit ihrem Sohn Charles, ihrem Enkel William und ihrem Urenkel auf einem Vier-Generationen-Bild verewigt. Dies ist eine der Traditionen des britischen Königshauses.

Royale Täuflinge am britischen Hof tragen übrigens ein Taufkleid, das 1841 ursprünglich für Queen Victorias älteste Tochter Victoria gemacht wurde. Nachdem es allerdings rund 30 Babies getragen hatten, wurde es durch eine Replik ersetzt, das laut "Dailymail" 2008, bei der Taufe von Prinz Edwards Sohn James, zum ersten Mal eingesetzt wurde.

Prinzessin Victoria von Schweden, hier bei der Taufe von Prinzessin Eleonore von Belgien 2008, ist so etwas wie die "Patentante Europas": Ihre Patenkinder Christian, Catharina Amalia und Ingrid Alexandra, sind allesamt Thronanwärter. Als Patin wäre die künftige Königin Schweden eine gute Wahl für Williams und Catherines Baby.

Favoriten als Paten sind sicherlich Prinz Harry und Pippa Middleton. Dass Victoria und David Beckham als Paten in Betracht kommen, wie verschiedene Medien berichten, ist sehr unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist dagegen, dass die Wahl auf enge Freunde fällt. Bei Prinz William könnten dies beispielsweise Mitglieder aus der Familie van Cutsem oder van Straubenzee sein. Der Queen-Enkel ist Pate der kleinen Grace van Cutsem, die auch eines der Blumenmädchen auf seiner Hochzeit war.

Normalerweise bekommt ein Thronfolger auch Paten aus anderen Königshäusern und der royalen Verwandtschaft. Zu Prinz Williams Paten zählt zum Beispiel König Konstantin von Griechenland sowie zwei weitere Cousins. Eine besonders beliebte Patin für Europas künftige Könige ist Kronprinzessin Victoria von Schweden: Zu ihren Patenkindern gehören Prinz Christian von Dänemark, Prinzessin Catharina Amalia der Niederlande und Prinzessin Ingrid Alexandra von Norwegen. Schwedens künftige Königin wäre sicher eine gute Wahl als Patentante, auch für das erste Baby von William und Catherine.

Titel und Familienname

Alle Kinder von Prinz William und seiner Frau Catherine tragen als Prinzen oder Prinzessinnen den Titel "Königliche Hoheit". Normalerweise brauchen die Mitglieder der königlichen Familie keinen Familiennamen zu führen, sollte dies aber doch einmal notwendig sein, beispielsweise bei einer Hochzeit, wird hinter dem Ruf- und den weiteren Vorname "Mounbatten-Windsor" als Familienname verwendet.

England

Familie Windsor

19. Februar 2019  Happy Birthday, Prinz Andrew! Das dritte Kind von Queen Elizabeth und Prinz Philip wird heute 59 Jahre alt. Wie und wo er seinen Ehrentag feiert, ist nicht bekannt. Klar ist aber, dass er auf ein bewegtes Lebensjahr zurück schauen kann. Das wohl aufregendste Ereignis: er fungierte als Brautvater. Im Oktober führte er seine jüngste Tochter, Prinzessin Eugenie, in Windsor zum Altar. 
09. Juli 2018   Sie feiern 71 Jahre Verlobung: Die Queen sitzt weiterhin auf dem Thron und Prinz Philip noch immer an ihrer Seite. Königin Elizabeth II ist die am längsten regierende britische Monarchin und das am längsten amtierende Staatsoberhaupt der Welt. Trotz des hohen Alters zeigen sie sich weiterhin in der Öffentlichkeit: Auf dem Foto fiebert das royale Ehepaar bei einem Match im "Guards Polo Club" im Windsor Great Park am 24. Juni 2018 mit.
10. Juli 2018   Einen Tag nach ihrer Verlobung (10. Juli 1947) strahlen Queen Elizabeth II und Philip Mountbatten in der Öffentlichkeit.
20. Juni 2018   Einige Tage nach seinem 97. Geburtstag zeigt sich Prinz Philip fit. Der Ehemann von Queen Elizabeth II. macht mit der Kutsche einen Ausflug durch den Park am Windsor Castle.

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Die Frage, ob ein erstgeborenes Mädchen den Titel "Princess of Wales" tragen kann, ist bislang nicht geklärt. Denn bei diesem verliehenen Titel galt bisher, dass er nur an den erstgeborenen Sohn und Erben des regierenden Monarchen gehen konnte. Queen Elizabeth wurde von ihrem Vater George VI. also nicht zur Prinzessin von Wales ernannt. Erst Prinz Charles, als erstgeborener Sohn, wurde mit neun Jahren wieder zum "Prince of Wales" ernannt. Die feierliche Investitur-Zeremonie wurde 1969, als der Thronfolger 20 war, nachgeholt. Mit dem endgültigen Inkrafttreten des "Succession to the Crown Act 2013" könnte aber auch hierbei Gleichberechtigung eintreten, so dass nach Charles und William sogar ein Mädchen den Titel verliehen bekommen könnte.

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