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Hintergrund Eine ungewöhnliche Taufkapelle: die "Chapel Royal"

Blick auf den Altarraum der "Chapel Royal" im " St. James's Palace".
Blick auf den Altarraum der "Chapel Royal" im " St. James's Palace".
© Reuters
Prinz George von Cambridge wird in der "Chapel Royal" im "St. James's Palace" getauft. Herzogin Catherine und Prinz William haben gute Gründe für ihre Wahl des Taufortes

An der "Chapel Royal" hängen viele Erinnerungen für die britische Königsfamilie, gute wie schlechte. In dieser Kapelle wurden Mitglieder der Windsors getauft, verheiratet, gekrönt und zu Grabe getragen. Herzogin Catherine und Prinz William lassen am 23. Oktober in einer der zwei Kapellen im "St. James's Palace" ihren Sohn, Prinz George, taufen. Damit brechen sie ein wenig mit Traditionen des Königshauses – Prinz Charles und Prinz William wurden im Musikzimmer des "Buckingham Palace" getauft; die Queen selbst erhielt das Sakrament in dessen Kapelle. Gleichzeitig rufen William und Kate aber einen Teil der Geschichte der Windsors wieder in Erinnerung.

Die "Chapel Royal", die 1540 gebaut wurde, ist ein historisch denkwürdiger Ort. Laut der offiziellen Homepage des britischen Königshauses wurde 1558 das Herz der Königin Maria I. unter Treppe zur Kanzel begraben. Queen Victoria heiratete hier am 10. Februar 1840 Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, ihre Hochzeitsurkunde wird in der Kapelle ausgestellt.

Auch in der jüngeren Zeit findet sich ein Ereignis, das diesen Ort geschichtsträchtig macht: 1997 wurde Lady Diana, die Prinzessin von Wales, in der Kapelle aufgebahrt. Hier nahmen Prinz William und Prinz Harry von ihrer Mutter Abschied.

Nicht nur deshalb hat der "St. James's Palace" eine große Bedeutung für William und Kate: 2010 verkündeten sie an gleicher Stelle auch ihre Verlobung. Dass das Gotteshaus des Palastes so klein ist und keine großen Empfänge erlaubt, kommt den beiden entgegen. Laut "dailymail.co.uk" wünschen sie sich eine "kleine, intime und persönliche Familienfeier" für ihren Sohn.

Die "Chapel Royal" bietet relativ wenig Platz. Unter Anderem deshalb wurde sie von Kate und William für die kleine Familienfeier gewählt.
Die "Chapel Royal" bietet relativ wenig Platz. Unter Anderem deshalb wurde sie von Kate und William für die kleine Familienfeier gewählt.
© Reuters

Der Begriff "Chapel Royal" bezeichnete früher übrigens lediglich einen Teil des Hofstaats, nämlich Geistliche, Musiker und Sänger, die die Gottesdienste für die Monarchen gestalteten. Seit 1702 befindet sich der Hauptsitz der "Chapel Royal" im "St. James's Palace". Zuvor reiste die Gruppe mit den Herrschenden an deren Wohnsitz. Der "St. James's Palace" ist bis heute eine offizielle Residenz des Königshauses. Prinz Charles bewohnte früher einen Teil des Anwesens, heute sind immerhin noch die Büros etlicher seiner Angestellten dort.

Die Windsors feiern auch heute noch in der "Chapel Royal" wichtige Gottesdienste. Jedes Jahr am 6. Januar, dem Dreikönigstag, empfängt die Queen Sternsinger in der Kapelle. Dass ein Mitglied der königlichen Familie in dem kleinen Gotteshaus getauft wurde, ist fast 25 Jahre her. Im Dezember 1988 erhielt hier Prinzessin Beatrice von York, die ältere Tochter von Prinz Andrew und Sarah Ferguson, ihren Namen.

dlö

Gestatten, Prinz George


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