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Herzogin Meghan Richter bezeichnet Teile ihrer Klage als "irrelevant"

Herzogin Meghan
© Getty Images
Bittere Neuigkeiten für Prinz Harry und Herzogin Meghan: Im Rechtsstreit mit der britischen Presse, unter anderem um einen veröffentlichten Brief der Royal an ihren Vater Thomas Markle, erlitt das Herzogenpaar eine erste Niederlage.

Herzogin Meghan, 38, und Prinz Harry, 35, dürften nicht sehr "amused" sein über das Urteil des Richters des High Court. Ihre Klage gegen die "Mail on Sunday" beziehungsweise deren Betreiber "Associated Newspapers" wurde wegen "Irrelevanz" abgewiesen. 

Herzogin Meghan: Teile der Klage sind nicht detailliert genug

Sie wirft dem Blatt Verstöße gegen Persönlichkeitsrechte, Urheberrechte und den Datenschutz vor. "Einige der Vorwürfe werden als irrelevant für den Zweck herausgestellt, für den sie geltend gemacht werden,“ habe Richter Mark Warby, 61, zur Rechtfertigung seiner Entscheidung angeführt.

Laut "Daily Mail" seien Bestandteile von Meghans Fall gestrichen worden, nachdem "Associated Newspapers" nach einer Anhörung in der vergangenen Woche einen entsprechenden Antrag darauf gestellt habe. Diese seien mit dem weiteren oder alternativen Grund herausgenommen worden, dass sie nicht ausreichend detailliert seien. "Ich habe auch gehandelt, um den Fall auf das zu beschränken, was zum Zwecke der Gerechtigkeit zwischen diesen Parteien angemessen notwendig und verhältnismäßig ist,“ so Warby.

Er sei nicht der Ansicht, dass die auf dieser Grundlage erhobenen Vorwürfe den Kern des Falls betreffen würden, erklärte der Richter. "Dies betrifft im Kern die Veröffentlichung von fünf Artikeln, in denen die Worte und Informationen des Schreibens der Antragstellerin an ihren Vater im August 2018 offengelegt werden."

Reaktion der Rechtsanwälte

Das Rechtsanwalt-Team der Herzogin zeigt sich nach der Entscheidung des Richters verwundert. "Die Rechte der Herzogin wurden verletzt. Die gesetzlichen Grenzen rund um die Privatsphäre wurden überschritten," und weiter: "Obwohl der Richter anerkennt, dass ein Anspruch auf Verletzung der Privatsphäre und des Urheberrechts besteht, sind wir überrascht zu sehen, dass sein Urteil darauf hindeutet, dass unehrliches Verhalten nicht relevant ist.“ 

"Dieser grobe Verstoß gegen das Recht einer Person auf Privatsphäre ist offensichtlich und rechtswidrig, und die 'Mail on Sunday' sollte für ihre Handlungen zur Rechenschaft gezogen werden", ist die Ansicht der Anwälte der Herzogin.

Herzogin Meghan: Fall kann wiederaufgenommen werden

Allerdings ist offenbar noch nicht aller Tage Abend. Laut zuständigem Richter habe Herzogin Meghan zu einem späteren Zeitpunkt die Möglichkeit auf eine Wiederaufnahme des Falls, vorausgesetzt eine angemessene Rechtsgrundlage sei nachweisbar. 

Der erste Schritt bei Meghans und Harry Feldzug gegen die britische Presse ist also direkt schon einmal ins Stolpern geraten. 

Das steckt dahinter

Im Februar 2019 hatte die größte Tageszeitung Großbritanniens Ausschnitte eines handgeschriebenen Briefes von Meghan veröffentlicht, den sie im August 2018 an ihren Vater Thomas Markle, 75, geschrieben hatte. Darin geht es unter anderem um seine Abwesenheit bei der Hochzeit mit Prinz Harry und Markles wiederholte Äußerungen über das Paar in der Presse.

Am Freitag (24. April 2020) fand eine erste  - und wegen des Coronavirus digitale - Anhörung vor dem Royal Courts of Justice in London statt. Vertreten wird Meghan von Anwalt David Sherborne. Drei Details der Gerichtsunterlagen lassen Social-Media-Nutzer und Presse aufhorchen.

Wusste Herzogin Meghan von dem Interview ihrer Freunde im US-Magazin "People"?

Ausgelöst hat den Gerichtsstreit eine Story, die das Magazin "People" Anfang Februar 2019 veröffentlichte. Der Titel lautete: "Ihre besten Freunde brechen ihr Schweigen: Die Wahrheit über Meghan." Fünf Insider, deren Identität nicht offenbart wurden, wollten sich mit einer positiven Berichterstattung "gegen das globale Mobbing" ihrer Freundin stellen. Einer der Vertrauten erzählte dem Magazin von Meghans Brief an ihren Vater und ergänzte, Markle habe schriftlich geantwortet - und um eine Foto-Gelegenheit mit Meghan gebeten.

Meghan sei enttäuscht gewesen, weil sie das Gefühl gehabt habe, ihr Vater wolle weiterhin mit der Presse sprechen - und das mit ihrer Hilfe. Als Markle den "People"-Artikel las, fühlte er sich schlecht dargestellt - und gab der "Mail on Sunday" Meghans Brief, um seine Sicht der Dinge zu präsentieren. 

Kritikpunkt: Meghans Anwalt wehrte sich in der Anhörung gegen Vorwürfe, Meghan habe das Interview mit "People" angestoßen. Sie habe ihre Freunde weder gebeten in ihrem Namen zu sprechen, noch gewusst, dass sie es eigeninitiativ tun würden.

Nachdem der Brief von Thomas Markle im Februar 2019 von der "Mail on Sunday" abgedruckt wurde, behauptete Royal-Reporter Omid Scobie in der Show "Good Morning America", Meghan habe damit gerechnet, dass ihr redseliger Vater den Brief veröffentlichen würde. Und nicht nur das: Sie habe die Zeilen sogar "mit der Öffentlichkeit im Hinterkopf" formuliert, um ihre Sicht der Dinge "klarzustellen". 

Omid Scobie wird von Harry und Meghan für seine positive Berichterstattung über das Paar angeblich geschätzt und gilt unter einigen britischen Royal-Reportern sogar als das inoffizielle Sprachrohr der Sussexes, um Informationen zu teilen. Holen Scobies Worte Meghan nun ein?

Funkstille zwischen Herzogin Meghan und Thomas Markle

Meghan beschuldigt die "Mail on Sunday", ihren "verletzlichen" Vater "belästigt und gedemütigt", sowie "manipuliert" und "ausgebeutet" zu haben. Man habe absichtlich versucht, Probleme zwischen Vater und Tochter auszulösen oder zu schüren. Die Berichterstattung habe "die Not, die sie [Meghan] erlitten habe, verschlimmert". 

Kritikpunkt: Seit der Hochzeit mit Harry im Mai 2018 habe Meghan und ihr Vater keinen Kontakt mehr, gab ihr Anwalt zu. Lediglich einen Brief habe jeder dem anderen geschrieben, mehr nicht. Wie kann Meghan also wissen, ob ihr Vater tatsächlich von der "Mail on Sunday" ausgenutzt wurde und den Brief nicht aus eigenem Antrieb an die Presse gegeben hat? Ebenso: Woher soll Meghan wissen, dass sich Thomas Markle "gedemütigt" fühlt? 

Und: Der ehemalige Lichttechniker hat bereits im Januar gegenüber "The Sun" verkündet, im Falle des Falles zugunsten der "Mail on Sunday" aussagen zu wollen.

Meghan veröffentlicht private SMS

Im Zuge der Klage kamen seitens Meghan private Nachrichten an die Öffentlichkeit, die sie und Harry mit Thomas Markle im Mai 2018, kurz vor der Hochzeit, ausgetauscht haben. Diese sollen beweisen, dass beide den Amerikaner davon abhalten wollten, an die Presse zu gehen und ihn mit Security vor dem öffentlichen Interesse schützen wollten. Den Inhalt der SMS lesen Sie hier.

Kritikpunkt: Durch die Klage gewährt Meghan das, was sie eigentlich verhindern will - Einblicke der Öffentlichkeit in ihr Privatleben.

So geht es mit der Klage weiter

Am Ende der Anhörung sagte Richter Mark Warby, er werde versuchen, innerhalb der kommenden Woche ein Urteil darüber zu fällen, inwiefern der Prozess weitergeht. 

Verwendete Quelle: mailonline.co.uk, cnn.com, vanityfair.com, people.com, express.co.uk

jre / ama

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