Herzogin Meghan verklagt Zeitung: Die 10 spannendsten Enthüllungen

Herzogin Meghan klagt gegen die britische Zeitung "Mail on Sunday". GALA fasst die interessantesten Informationen aus den Gerichtsunterlagen zusammen.

Dass Meghan Markle, 38, juristisch gegen die Boulevardmedien vorgeht, ist seit Oktober 2019 bekannt. Der Vorwurf: Verletzung der Privatsphäre, des Datenschutzes und des Urheberrechts. Der Herausgeber Associated Newspapers hatte im Februar 2019 fünf Artikel (zwei in der Zeitung "Mail on Sunday", drei auf der Website "MailOnline") veröffentlicht, die Teile eines handschriftlichen Briefes von Meghan an ihren Vater Thomas Markle, 75, reproduzieren.

Jetzt, im Juli 2020, nimmt der Fall an Fahrt auf: In Dokumenten, die beim High Court in London eingereicht wurden, will die Herzogin von Sussex ihre Sicht der Dinge klarstellen.

Herzogin Meghan äußert sich in Gerichtsunterlagen

1. Freunde sorgten sich um Meghans mentale Gesundheit

In den Dokumenten heißt es, enge Freunde der Herzogin seien Anfang 2019 wegen der "aggressiven Angriffe" auf Meghan in den Medien "extrem besorgt um ihre geistige Gesundheit" gewesen. Infolgedessen haben fünf der Vertrauten beschlossen, anonym im US-Magazin "People" zu sprechen und Meghan zu verteidigen. Einer von ihnen erwähnte dabei einen privaten Brief, den Meghan im August 2018 an ihren Vater Thomas Markle geschrieben hatte. Nach Meinung Thomas Markles ist der Inhalt des Briefes falsch dargestellt worden, woraufhin er das Schriftstück im Februar 2019 an die "Mail on Sunday" herausgab. 

2. Palast erteilte Meghans Freunden Redeverbot

Im Vorfeld des Interviews mit "People" gab es offenbar Verstimmungen zwischen Meghans Freunden und dem Palast. Dazu heißt es in den Gerichtsunterlagen: "Das Kommunikationsteam des Kensington Palastes hat angeordnet, dass alle Freunde und Familienangehörigen der Klägerin 'Kein Kommentar' sagen sollen, wenn sie von einem Medienunternehmen angesprochen werden - und das, obwohl britische Boulevardzeitungen falsche Informationen über die Klägerin anbieten."

Weiter heißt es: "Dies führte zu Frustration unter den Freunden der Klägerin, da sich alle zum Schweigen gebracht fühlten. Es hatte den Anschein, dass andere, sogenannte Quellen falsche Aussagen über die Klägerin verbreiten konnten, während den Leuten, die sie am besten kannten, gesagt wurde, dass sie schweigen müssen." Meghan glaubt, dass dies der Grund gewesen sei, dass ihre Freunde anonym mit "People" gesprochen hätten.

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Prinz William, Prinz Harry, Prinz Charles und Herzogin Meghan 
Prinz Charles kam die ehrenvolle Aufgabe zuteil, Herzogin Meghan zum Altar zu führen.
©Gala

3. Der Palast untersagte auch Meghan, sich gegen die Presse zu wehren

Die aufsehenerregendste Aussage in den Gerichtsunterlagen lautet, dass Meghan sich von den Verantwortlichen im Palast nicht ausreichend gegen die Negativ-Presse geschützt sieht. Im Zusammenhang mit dem "People"-Interview heißt es:  "Da ihre Freunde sie noch nie in diesem [emotional angegriffenen] Zustand gesehen hatten, waren sie zu Recht um ihr Wohlergehen besorgt, insbesondere weil sie schwanger war, von der Institution nicht geschützt wurde und sich nicht verteidigen durfte."

Britische Medien verweisen darauf, dass die "Kein Kommentar"-Politik für alle Mitglieder der Königsfamilie gilt. Nur im Ausnahmefall - wie beispielsweise Prinz Andrew, 60, anlässlich des Skandals um Jeffrey Epstein, †66 - dürfen sich die Royals persönlich zu Gerüchten und Spekulationen äußern. Dahinter steckt die Strategie, Negativ-Berichten den Wind aus den Segeln zu nehmen anstatt sie zu befeuern. 

4. Meghan wusste nicht, dass ihre Freunde im "People"-Magazin sprechen

Hat Meghan oder hat Meghan nicht im Vorfeld über das vielbeachtete Interview ihrer Freunde Bescheid gewusst? Eine Frage, die immer wieder gestellt wird. Die Antwort gibt Meghan vor Gericht: Weder habe sie sich an dem Interview beteiligt noch von ihm gewusst. Prinz Harry, 35, sei es gewesen, der ihr davon erzählt habe, nachdem er es von seinen Mitarbeitern gehört habe. 

Weiterer Knackpunkt: Das "People"-Magazine hatte sich wegen einer Stellungnahme an Kensington Palast gewandt. Dieser gab - wie für gewöhnlich - die Antwort: kein Kommentar. Meghans Anwälte behaupten, dies sei nicht mit Meghan besprochen oder von ihr abgesegnet worden. 

"Wäre die Klägerin gefragt worden oder hätte sie die Möglichkeit zur Partizipation erhalten, hätte sie das Palast-Kommunikationsteam gebeten, offiziell mitzuteilen, dass sie nicht in den Artikel des 'People'-Magazins involviert war, denn sie war es nicht."

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5. Meghan versuchte, ihren Vater vor der Hochzeit zu erreichen

In den Gerichtsdokumenten behauptet Meghan, sie habe ihren Vater in der Woche vor der Hochzeit mit Harry mehrmals angerufen. Alle Anrufe seien "ignoriert oder abgelehnt" worden. Am 12. Mai war öffentlich geworden, dass Thomas Markle mit einem Paparazzo Fotos inszeniert und in Umlauf gebracht hatte. In Folge dessen sagte er seine Teilnahme an der Hochzeit ab. Am 15. Mai gab Markle bekannt, sich aufgrund eines Herzinfarktes, den er einige Tage zuvor erlitten hatte, einer Operation unterziehen zu müssen. 

Meghan gibt nun an, Thomas Markle nach Bekanntwerden seiner gesundheitlichen Probleme mindestens fünfmal in den USA angerufen zu haben. Zweimal am 15. März, dreimal am 17. März. Außerdem habe sie ihm Textnachrichten geschickt. In den Papieren heißt es weiter, Meghan habe einen Sicherheitsdienst beauftragt, um Markle ins Krankenhaus zu bringen und ihn später von dort wieder abzuholen. Beides habe der 75-Jährige nicht annehmen wollen. Danach riss der Kontakt zwischen Vater und Tochter ab -und blieb es auch nach Meghans Brief im August. 

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Thomas Markle versucht mit aller Macht die Aufmerksamkeit seiner Tochter Meghan und der britischen Königsfamilie auf sich zu ziehen.
©Gala

6. Inhalte aus dem Brief wurden falsch wiedergegeben

Meghan widerspricht in ihrer Klage auch einem ihrer Freunde, der mit "People" gesprochen hat. Das Magazin zitierte diesen mit den Worten: "Nach der Hochzeit hat sie ihm einen Brief geschrieben. Sie sagte: 'Dad, mein Herz ist gebrochen. Ich liebe dich. Ich habe nur einen Vater. Bitte hör auf, mich durch die Medien zu schikanieren, damit wir unsere Beziehung reparieren können.'"

Meghan bestreitet dies. Sie habe in ihrem Brief nicht angegeben, dass ihr Vater sie "zum Opfer gemacht" habe, und sie habe auch nicht angegeben, dass sie "nur einen Vater" habe. "Stattdessen äußerte sie Besorgnis darüber, dass er sich konsequent von den Boulevardmedien manipulieren ließ, obwohl sie versuchte, ihn davon zu überzeugen, nicht zu seinem eigenen Wohl mit ihnen zu sprechen, und das zu Recht", steht in den Gerichtsunterlagen.

7. Warum Meghan Thomas Markle nach der Hochzeit einen Brief schrieb

Während Meghans Freunde den Brief als liebevoll beschreiben, empfand Thomas Markle die Worte seiner Tochter als "verletzend". Er habe deshalb auch nur Teile des Briefes an die Presse weitergegeben. "Der Brief war kein Angriff auf ihren Vater oder als solcher gedacht", heißt es in den Gerichtsunterlagen von Juni 2020. "Es war ein privater und zutiefst persönlicher Ausdruck ihrer [Meghans] Gefühle für ihn [Thomas] und ein Versuch, ihn an einige Tatsachen zu erinnern, die sich auf ihre persönliche Beziehung beziehen." Weiter heißt es: "Die Absicht des Briefes war es, ihn dazu zu bringen, seine Handlungen einzustellen [Gespräche mit der Presse, Anmerk. d. Red.]. Es war kein Versuch der Versöhnung."

8. Thomas Markle hat Prinz Harry und Baby Archie noch nie getroffen

Die Gerichtsdokumente bestätigen, dass Thomas Markle weder seinen Schwiegersohn Prinz Harry noch seinen Enkel Archie Harrison Mountbatten-Windsor, eins, je persönlich getroffen hat. Mit Harry hat Markle lediglich nur telefonisch kommuniziert.

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9. Herzogin Meghan verweist auf Prinzessin Eugenie und Prinzessin Beatrice

Vor Gericht bringt Meghan die Cousinen Harrys, Prinzessin Beatrice, 31, und Prinzessin Eugenie, 30, ins Spiel. Grund ist die Behauptung der beklagten Associated Newspapers, Meghan sei "ein Mitglied der königlichen Familie und leistet [demnach] keine bezahlte Arbeit". Diese Behauptung sei "unnötig und falsch", so Meghans Anwälte. Und zwar deshalb, "da mehrere Mitglieder der königlichen Familie tatsächlich bezahlte Arbeit leisten, darunter zum Beispiel Prinzessin Beatrice von York, Prinzessin Eugenie von York und Prinz Michael von Kent." Meghan und Harry traten Anfang 2020 als Senior Royals zurück. Zu der Zeit erklärte das Paar auf seiner Website, es wolle "finanziell unabhängig" werden.

10. Hochzeit mit Prinz Harry brachte England angeblich eine Milliarde Pfund ein

Laut "The Sun" sind 3,4 Millionen Pfund (etwa 3,8 Millionen Euro) für Sicherheitskosten rund um Meghans und Harrys Hochzeit angefallen. Die Kosten wurden aus Steuergeldern beglichen. Ein Umstand, der nicht jedem Briten gefiel. 

Meghan behauptet jetzt über ihre Anwälte, dass die Hochzeit nicht nur Geld gekostet, sondern auch eingebracht hat. "Der Beitrag öffentlicher Mittel zur Sicherheit der Menschenmenge wurde bei weitem durch die Tourismuseinnahmen von über einer Milliarde Pfund Sterling aufgewogen, die durch die königliche Hochzeit des Herzogs und der Herzogin von Sussex generiert wurden und direkt in die öffentliche Hand flossen." Marketing-Experten gehen allerdings davon aus, dass die Hochzeit "nur" 250 bis 300 Millionen Pfund (277 bis 332 Millionen Euro) in die Kassen hat fließen lassen.

Verwendete Quellen: mirror.co.uk, mailonline.co.uk

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