Herzogin Meghan: Warum sie nicht als Prinzessin tituliert wird

Wenn Sie sich schon einmal gefragt haben, warum die Ehefrau von Prinz Harry als Herzogin und nicht als  Prinzessin angesprochen wird - hier kommt die Antwort 

Mit ihrem Jawort zu Prinz Harry wurde Meghan Markle am 19. Mai 2018 zu Herzogin Meghan. Warum das so ist und sie wohl nie zu "Prinzessin Meghan" wird. 

Britische Royals: Wer darf sich Prinzessin und Prinz nennen?

Der Titel eines Prinzen oder einer Prinzessin steht außerhalb des britischen Adelssystems und wird ausschließlich von biologischen Nachkommen des amtierenden Monarchen getragen, d.h. aktuell von Kindern, Enkeln und Ur-Enkeln von Queen Elizabeth. Da Meghan - wie übrigens auch Herzogin Catherine und Herzogin Camilla - als Bürgerliche in die Königsfamilie eingeheiratet ist, ist sie keine Prinzessin. Allerdings wäre ein Prinzessinnen-Titel - mehr oder weniger - dennoch möglich gewesen. Um dies zu erklären, muss man etwas weiter ausholen.

Warum sind Meghan und Kate keine Prinzessin?

Der ranghöchste Adelstitel, den die Queen auch an Nicht-Royals verleihen kann, ist der des Herzogs und der Herzogin, im Englischen "Duke" und "Duchess". Oftmals wird er Prinzen und Prinzessinnen, quasi in Personalunion und als Anerkennung, verliehen, wenn sie ein gewisses Alter erreicht haben oder heiraten. So ist Prinz William der Duke of Cambridge, Prinz Harry der Duke of Sussex und Prinz Philip der Duke of Edinburgh. Ihre Ehefrauen sind demnach Herzoginnen (außer die Queen).

Herzogin Catherine + Herzogin Meghan

Zwei Ladys im Stilvergleich

Für den frühabendlichen Besuch des "District Six"-Museums zeigt sich Herzogin Meghan dann in einem blauen Hemdkleid von Designerin Veronica Beard, das sie zuletzt während ihrer Reise nach Tonga im Herbst 2018 trug. 
Auch Herzogin Catherine ist seit Jahren großer Fan des Modells, besitzt die "Carina"-Sandale in einem hellen Braunton. Obwohl die Queen Keilabsätze unangemessen findet, sind die 85-Euro-Schuhe perfekt für Termine, bei denen sich die Herzoginnen auf unebenem Boden bewegen oder eventuell hinknien müssen. Vielleicht ein Tipp, den Kate an Meghan weitergeben konnte? 
Herzogin Meghan und Herzogin Catherine
Meghan kam erst kurz vor Spielbeginn

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Victoria Arbiter, deren Vater Dickie Arbiter seit Jahrzehnten als Journalist über die britische Königsfamilie berichtet und von 1988 bis 2000 Sprecher von Queen Elizabeth war, erklärt: "Hätte die Königin William und Harry am Tag ihrer Hochzeit keine Herzog-Titel gewährt, wären ihre Ehefrauen als Prinzessin William von Wales und Prinzessin Henry von Wales (...) bekannt geworden (...)." Heißt: Angeheiratete, bürgerliche Ehefrauen von Prinzen nennt man der Höflichkeit halber nach ihrem Mann; sie erhalten keinen eigenständigen Prinzessinnen-Titel so wie ihn beispielsweise Prinzessin Anne, die Tochter der Queen, trägt. Eine "Prinzessin Meghan" oder eine "Prinzessin Catherine" wird es also so oder so nicht geben. 

Aber es gibt doch den Titel "Princess of Wales?"

Seit dem 13. Jahrhundert erhält der direkte Thronfolger des Monarchen für gewöhnlich den Titel "Prince of Wales". Im 14. Jahrhundert ging man dazu über, seine Frau "Princess of Wales" zu nennen und nicht nach ihrem Mann. Herzogin Camilla, die derzeitige Ehefrau des Fürsten von Wales, tritt öffentlich nicht unter dem Namen "Princess of Wales" auf. Grund ist die problematische Vergangenheit mit der ersten Ehefrau ihres Mannes, Prinzessin Diana (†36).

GALA erklärt

Queen, Prinz, Herzog - das steckt hinter den Titeln der britischen Royals

Die Titel der Royals gehen zurück auf eine jahrhundertelange Tradition 

Welche Besonderheiten gibt es noch bei den Titeln?

Nicht jeder Nachkomme der Queen wird automatisch Prinz oder Prinzessin. Diese Regelung traf 1917 König George V., der Großvater der Queen. Der Grund: Zu dieser Zeit gab es in ganz Europa Revolutionen und viele Monarchien brachen zusammen. George V. wollte eine abgespeckte Monarchie, um ihren Erhalt zu sichern. Demnach wurde der Titel Prinz / Prinzessin verliehen an: die Kinder des Monarchen, die Enkel seiner Söhne und den ältesten Sohn des ältesten Sohnes des Prinzen von Wales (heute wäre das z.B. Prinz George als Sohn von Prinz William). Nachfolger König Georg VI. ordnete noch vor der Geburt von Prinz Charles 1948 an, dass alle Abkömmlinge seiner Tochter Elizabeth den Titel erhalten, auch die Mädchen. Glück für Anne, die Tochter der Queen. Sie wäre sonst statt Prinzessin Anne lediglich als "Lady Anne Mountbatten" bezeichnet worden.

2012 nahm Queen Elizabeth eine Erweiterung der Regelung zum Titel vor: Alle Kinder des ältesten Sohnes des Prince of Wales (derzeit Prinz William) sind automatisch Prinzen und Prinzessinnen, nicht nur sein ältester Kind, Prinz George. Hätte die Queen das Dekret nicht geändert, wäre Prinz Williams Tochter Charlotte keine Prinzessin und sein zweiter Sohn Louis kein Prinz.
Für Harrys familie gibt es keine entsprechende Anpassung. Entsprechend der Regelung wird der Sohn oder die Tochter von Harry und Meghan  kein Prinz oder eine Prinzessin. Vermutlich wird ein Mädchen eine "Lady" und ein Junge ein "Lord" oder "Earl".

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©Gala
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