Herzogin Camilla : Der Geheimplan, der sie zur Königin machen wird

Dass Herzogin Camilla eines Tages die offizielle Frau an der Seite von Prinz Charles sein könnte, war über Jahrzehnte hinweg undenkbar. Doch das Blatt hat sich gewendet; heute ist Camilla ein akzeptiertes Mitglied der britischen Königsfamilie. Zu verdanken hat sie dies einem ausgeklügelten Plan

Herzogin Camilla

Die Liebesgeschichte von Prinz Charles und Camilla Parker-Bowles ist etwas Besonderes. Nicht nur, weil sie alle Eigenschaften einer großen Liebesgeschichte in sich trägt. Sondern, weil sie zeigt, dass ein Happyend nicht nur in Märchen oder Hollywood-Filmen möglich ist. Stolze 34 Jahre musste Charles seit der ersten Begegnung mit Camilla warten; es mit einer Königin und einem ganzen Volk aufnehmen, bis er seine Traumfrau schließlich zum Altar führen durfte. Um dieses Ziel zu erreichen, gingen er und Camilla wohl überlegte Schritte.

1. Camilla und Charles nahmen sich Zeit, bevor es zu öffentlichen Auftritten kam

Ende August 1996 wurde die Scheidung von Prinzessin Diana und Prinz Charles rechtskräftig. Obwohl Charles aus taktischen Gründen öffentlich dementierte, je wieder heiraten zu wollen, begann sein Team im Hintergrund langsam damit, die Öffentlichkeit auf Camilla als Frau an seiner Seite vorzubereiten.
Dann geschah etwas, mit dem niemand gerechnet hatte und alle Bemühungen zunichte machte: Diana starb am 31. August 1997 bei einem Autounfall. Die "Mission Camilla" wurde vorerst auf Eis gelegt. Die richtige Entscheidung: Eine deutliche Mehrheit der Briten, das zeigten Umfragen aus jener Zeit, wollten keine "Queen Camilla". Camilla und Charles verstanden, dass ihre Zeit noch nicht gekommen war und hielten sich von der Öffentlichkeit fern. Wichtige Zeit, die das Volk brauchte, um Dianas Tod zu verarbeiten. 

Prinzessin Charlotte

Kate & William sind bei ihrer Einschulung "wie nervöse Kinder"

Ein dünner schwarzer Gürtel betont ihre schmale Taille, dunkelblaue Wildlederpumps von Prada machen den Look perfekt. Bestens gelaunt bringen Kate und William ihre beiden ältesten Kinder zur Thomas's Battersea Schule in London. 
Prinzessin Charlotte wird eingeschult - und ist ziemlich nervös! Aber auch für ihre Eltern scheint der Tag ganz schön aufregend zu sein.
©Gala

Im Januar 1999, 16 Monate nach dem tragischen Ereignis in Paris, entschieden sich Charles und Camilla, den entscheidenden Schritt zu gehen und sich als Paar zu präsentieren - und das zu einem vielsagenden Anlass.
Charles gab eine Feier zum 50. Geburtstag für Camillas Schwester im Hotel "Ritz" in London. Er und Camilla kamen zwar getrennt, verließen das Hotel jedoch Seite an Seite. Etliche Fotografen, die von dem Auftritt informiert worden waren und sich vor dem Gebäude postiert hatten, klickten auf die Auslöser. Das Foto ging um die ganze Welt. Später in diesem Jahr machten Camilla und Charles Urlaub in Griechenland mit den Prinzen William und Harry. Fortan wurde die Lebensgefährtin des Thronfolgers von der Öffentlichkeit zunehmend akzeptiert. Hieran hatten auch Charles Söhne maßgeblichen Anteil.  

2. Prinz Harry und Prinz William halfen ihrer Stiefmutter

Im Juni 1998, zehn Monate nach dem Tod von Prinzessin Diana, habe Prinz William den Wunsch geäußert, Camilla kennenzulernen, schreibt Penny Junor in einem weiteren Buch ("Prince William: Born to be King", 2012). Er habe allerlei Schlechtes über sie gehört und sich nun seine eigene Meinung bilden wollen, heißt es. Das erste Treffen des Prinzen und Camilla fand im St.James-Palast im Beisein von Charles statt und sollte geheim bleiben. Details sickerten, mit Verzögerung, dennoch an die Öffentlichkeit. Ein Sprecher von Charles bestätigte die Begegnung schließlich.

William soll über die öffentliche Berichterstattung unglücklich gewesen sein. So oder so: Royal-Experten werten das erste Treffen als Schlüsselmoment in der Beziehung von Camilla und Charles. "Es war ein Zeichen, dass Prinz William die Geliebte seines Vaters als dauerhaften Zustand akzeptiert hatte. Es war ein wichtiger Meilenstein", sagte Reporter Steve Hewlett in der BBC-Dokumentation "Reinventing the Royals" 2015. Man war sich einig: Die Schlüssel, um Camilla dem Volk schmackhaft zu machen, waren Prinz William und Prinz Harry. 

Prinz Harry soll einige Wochen nach seinem Bruder auf Camilla getroffen sein. Auf Highgrove, dem Landsitz seines Vaters, soll er mit ihr, ihren Kindern Laura und Tom sowie Charles und William Tee getrunken haben. "Ehrlich gesagt war sie William und mir immer sehr nah", sagte Harry im Buch "Harry - Gespräche mit einem Prinzen" (2018). "Sie ist keine böse Stiefmutter. Schauen Sie sich die Rolle an, die sie übernehmen muss. Bemitleiden Sie nicht William und mich, bemitleiden Sie sie."

Der nächste wichtige Schritt auf dem Weg zum Altar sollte drei Jahre später stattfinden: William und Camilla zeigten sich offiziell in der Öffentlichkeit. Anlass war eine Party zum zehnjährigen Jubiläum des Ausschusses für Pressebeschwerden im "Somerset House" im Februar 2001. Es folgte ein gemeinsamer Auftritt mit weiteren Mitgliedern der Royals bei einer Party im Buckingham-Palast im Juni 2002 anlässlich des Goldenen Thronjubiläums der Queen. Mit dieser "Salami"-Taktik gewöhnte man das Volk in den kommenden Jahren in vorsichtigen Schritten an Camilla. 

3. Die Queen akzeptierte Camilla

Schwieriger als die jungen Prinzen war eine Person zu überzeugen, ohne deren Einverständnis eine Ehe in letzter Instanz gescheitert wäre: Charles' Mutter Queen Elizabeth. Nachdem sie die Affäre ihres Sohnes mit Camilla und das daraus resultierende Ehedrama mit Prinzessin Diana über Jahre hatte mitansehen müssen, schien es verständlich, dass sie Camilla zunächst ablehnend gegenüberstand.
Zu einer Privatparty zum 50. Geburtstag von Charles 1998 soll sie nicht gekommen sein, weil sie eine Begegnung mit Camilla habe vermeiden sollen, schreibt die britische Presse. Zwei Jahre später akzeptierte sie schließlich eine Einladung nach Highgrove für eine Feier zum 60. Geburtstag des Ex-Königs von Griechenland, bei der auch Camilla anwesend war. Dies wurde gemeinhin als Annäherung der Queen und ihrer Schwiegertochter in spe interpretiert. Ob es die Hartnäckigkeit Camillas war oder ob die Queen dem Lebensglück ihres Sohnes nicht weiter im Wege stehen wollte? Vielleicht von beidem etwas.

Doch noch etwas spielt eine wichtige Rolle, denn Camilla hatte eine Eigenschaft, die bei den Royals oberste Priorität hat: Sie war stets loyal. Kein böses Wort über die britische Königsfamilie, kein pikantes Detail über die Affäre mit Charles hat sie je in der Öffentlichkeit verloren. Egal, wie sehr die Presse auf sie eindrosch, wie oft sie sie als "Rottweiler" beleidigte oder ihr die Schuld am Tode Dianas gab - Camilla schwieg. 

Von der langjährigen Ablehnung der Königin ist heute nichts mehr zu spüren. Camilla habe Charles dabei geholfen, er selbst zu werden, zollte die Queen Camilla in einer Rede zu Charles' 70. Geburtstag am 14. November 2018 Respekt. "Vor allem unterstützt von seiner Frau Camilla ist er sein eigener Mann, leidenschaftlich und kreativ", so die Worte. 

4. Camilla nutzt den Titel "Princess of Wales" nicht

Camilla hat ein gutes Gespür hinsichtlich der öffentlichen Meinung. Obwohl sie durch die Hochzeit mit Charles zur "Princess of Wales" wurde, tritt sie in der Öffentlichkeit stets als Herzogin Camilla beziehungsweise als Herzogin von Cornwall auf. In dem Wissen, dass das Volk Diana immer noch verehrt, empfinde es Camilla als unsensibel, sich "Princess of Wales" zu nennen, sagt Royal-Autor Robert Jobson. Außerdem wolle die Herzogin einer "übermäßigen Feindseligkeit" gegen sich vorbeugen.
Nicht nur in ihrer Rolle als Royal, auch als Stiefmutter nahm Camilla eine verständnisvolle Haltung ein. "Camilla war sensibel. Sie war selbst Mutter und wusste vollkommen, dass es notwendig ist, sich ihrem [Williams und Harrys] Tempo unterzuordnen", beschreibt Autorin Penny Juror die Anfangszeit, als sich die Jungen noch die neue Frau an der Seite ihres Vaters gewöhnen mussten. Ein Umstand, der ihr die Sympathie ihrer Stiefsöhne eingebracht haben dürfte.

5. Die Herzogin erfüllt ihre Rolle als Royal vorbildlich

Camilla hat sich über die Jahre wunderbar in ihre Rolle als zukünftige "Queen Consort" eingelebt. Wohin sie ihr Terminkalender auch führt: Man freut sich, dass sie kommt. Sie hört zu, sie lacht, sie tanzt, nimmt Anteil an den Geschichten, die ihr die Leute erzählen. Über 100 Schirmherrschaften hat Camilla bis heute übernommen. Die Wohltätigkeitsarbeit ist vielfältig: Gesundheit, Alphabetisierung, Unterstützung von Opfern von Vergewaltigung und sexuellem Missbrauch und häuslicher Gewalt, Stärkung von Frauen, Tiere und die Kunst.

"Wir denken nur das Beste von ihr, wir lieben sie", sagte Arthur Edwards, Fotograf von "The Sun" und seit 40 Jahren Berichterstatter über das Königshaus, in einer Reportage zu "Vanity Fair". "Sie zeigt sich immer mit einem großartigen Lächeln und ist nie mürrisch." Camilla habe Prinz Charles über die Jahre sanfter gemacht, es sei nun einfacher, mit ihm zu arbeiten, gab ein anderer Korrespondent "Vanity Fair" Auskunft. "Sie ist mein Lieblings-Royal mit meilenweitem Abstand", wird ein weiter Medienberichterstatter zitiert. "Sie kennt alle unsere Namen (...) Es gibt immer einen kleinen Schimmer in ihrem Auge und sie findet immer einen Moment, um unsere Kameras anzuschauen ", meinte ein Fotograf.

Prinz Charles und Camilla: Wie alles begann

Charles und Camilla sollen sich übereinstimmenden Berichten zufolge im Sommer 1971 auf der Party einer gemeinsamen Freundin kennengelernt haben. Der Prinz sei sofort von Camilla eingenommen gewesen, vor allem, weil sie "in keiner Weise von ihm überwältigt, scheu oder sykophant war", schreibt Royal-Biografin Penny Juror in "The Duchess: Camilla Parker Bowles and the Love Affair That Rocked the Crown" (2018).

Sie und Charles verliebten sich ineinander und blieben zusammen, bis Charles 1973 für acht Monate auf einem Schiff der Royal Navy dienen musste. Vor seinem Einsatz hatte er Camilla keinen Heiratsantrag gemacht. Einige Stimmen behaupten, der Prinz habe sich dafür noch nicht bereit gefühlt. Also ergriff Andrew Parker-Bowles, Camillas On-Off-Lebensgefährte seit 1965, seine Chance. Mit Erfolg. Er und die damals 25 Jahre alte Camilla heiraten am 4. Juli 1973. Charles seinerseits machte Lady Diana Spencer am 29. Juli 1981 zu seiner Frau.

Prinz Charles und Camilla Parker Bowles 1979

Warum eine Hochzeit nicht möglich war

Experten sind sich einig: Selbst wenn Charles 1973 um Camillas Hand angehalten hätte, wäre die Beziehung niemals offiziell akzeptiert worden. Einige im Palast hielten Camilla für eine unpassende Partie. Obwohl ihr Großvater mütterlicherseits ein Baron war, kam Camilla nicht aus einem ausreichend aristokratischen Haus, um sie zu einer ernsthaften Anwärterin für eine zukünftige Königin zu machen. Und noch einen anderen - aus heutiger Sicht antiquierten und patriarchalischen - Grund soll es für die Ablehnung Camillas gegeben haben: Sie war keine Jungfrau mehr. Charles' Mentor Lord Mountbatten soll einst in einem Brief geschrieben haben: "(...) ich denke, als Frau sollte sich Charles ein passendes, attraktives und süßes Mädchen aussuchen, bevor es jemand anderen getroffen hat, auf den es sich eingelassen hat." Die Queen soll seiner Meinung gewesen sein und Camilla für "nicht heiratbar" empfunden haben, zitiert "The Express" Historikerin Jane Ridley aus der Dokumentation "The Royal House of Windsor".

Verwendete Quellen: Vanity Fair, BBC, Fox News, The Telegraph, Town&Country Mag, The Duchess: Camilla Parker Bowles and the Love Affair That Rocked the Crown, Prince William: Born to be King, Reinventing The Royals, Harry - Gespräche mit einem Prinzen

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