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Herzogin Meghan + Prinz Harry Warum es ein Problem ist, dass sie ihr eigenes Geld verdienen wollen

Herzogin Meghan, Prinz Harry
© Getty Images
Herzogin Meghan und Prinz Harry wollen finanziell unabhängig werden. Warum dieser Wunsch für Queen Elizabeth problematisch ist und warum die Sussexes bisher auf das Geld ihrer Familie und der Staatskasse angewiesen sind, erklärt GALA.

Auf der neuen Website von Prinz Harry, 35, und Herzogin Meghan, 38, heißt es zu den Finanzen des Paares: "Nach der gegenwärtigen Struktur und den Finanzierungsvereinbarungen ist es ihnen untersagt, in irgendeiner Art Einkünfte zu erzielen."

Derzeit leben Harry und Meghan laut eigener Aussage zu fünf Prozent vom Sovereign Grant, der staatlichen Unterstützung der Royals, und zu 95 Prozent vom privaten Einkommen des Prinzen von Wales. Prinz Charles, 71, soll sich dem Paar gegenüber äußert generös gezeigt haben, behauptet "The Evening Standard": Bei der Ausstattung des Familienheims Frogmore Cottage soll er mit "mehreren hunderttausenden Pfund" ausgeholfen haben, bei der Hochzeit im Mai 2018 "mit einem kleinen Vermögen".

Künftig aber will das Paar auf eigenen Beinen stehen und deshalb entschieden, als hochrangige Repräsentanten des britischen Königshauses zurückzutreten und "Mitglieder der Royal Family mit finanzieller Unabhängigkeit" zu werden. Was steckt hinter alle dem?

Harry und Meghan müssen sich (noch) an einen royalen Ehrenkodex halten

Senior-Mitgliedern der britischen Königsfamilie ist es aufgrund ihres Titels (Prinz/Herzog/Ihre Königliche Hoheit ect.) untersagt, Geld zu verdienen oder sich mit ihrem Status anderweitig Vorteile zu verschaffen. Dies gilt dem Schutz der Monarchie - immerhin ist sie eine der altehrwürdigsten und angesehensten Institutionen der Welt und möchte nicht zu einer Art allgegenwärtigem Werbegesicht verkommen. 

GALA-Korrespondent Arndt Striegler erklärt: "Es gibt einen Ehrenkodex im Hause Windsor. Dieser besagt, dass gewisse Geschäftstätigkeiten nicht akzeptabel sind. Zum Beispiel der Auftritt in einem Werbespot, wenn er keinen karitative Zwecken oder Events dienlich ist. Man wird die Herzogin von Sussex niemals auf einer Cornflakes-Packung sehen. Das ist undenkbar."

Queen Elizabeth betritt "Neuland" wegen Harry und Meghan

Das Problem, dem sich das Königshaus momentan stellen muss: Der Ehrenkodex ist nicht schriftlich erfasst, denn das war bisher nicht nötig.

"Es ist alles Neuland, auch für Queen Elizabeth. So etwas hat es bisher noch nie gegeben", sagt Arndt Striegler über den "Rücktritt light" der Sussexes. "Wer bisher die Königsfamilie verlassen hat, hat dies gänzlich getan. Harry und Meghan allerdings sagen: 'Wir wollen ein Teil der Familie bleiben und trotzdem unser eigenes Geld verdienen.'" Es sei nun Aufgabe des Palastes auszuloten, welche Geschäftstätigkeiten des Paares für die Krone akzeptabel sind und welche nicht. Es werde hinter den Kulissen "knallhart über die Regeln verhandelt". 

Erlaubnis vom Lord Chamberlain nötig

Bisher müssen Harry und Meghan - und alle anderen Senior-Royals - Geschäftsaktivitäten vom ranghöchsten Mitarbeiter im Hofstaat der Queen, dem sogenannten Lord Chamberlain, absegnen lassen. Verstößt die Zusammenarbeit gegen die höfischen Regeln, darf sie verwehrt werden, schreibt "The Evening Standard".

Von Firmen, die sich mit Royals zusammentun, wird außerdem erwartet, dass sie "angemessene" Management-, Rechts- und PR-Maßnahmen ergreifen, "um mit dem Risiko umzugehen." Außerdem sollten "Überprüfungen bei unbekannten potenziellen Kunden oder Geschäftspartnern" durchgeführt werden, "um sicherzustellen, dass diese echt sind.

Guidelines wegen Gräfin Sophie von Wessex

Diese Guidelines für Geschäftsaktivitäten wurden 2001 aufgestellt, nachdem Gräfin Sophie von Wessex, 54, die Ehefrau von Queen-Sohn Prinz Edward, 55, für einen Skandal gesorgt hatte. Sie war von einem Journalisten hinters Licht geführt worden, der sich als Scheich ausgegeben und behauptet hatte, mit ihrer PR-Firma zusammenarbeiten zu wollen. Geheime Mitschnitte wurden in der inzwischen eingestellten Zeitung "The News of The World" veröffentlicht - und offenbarten auch, dass sich Sophie abfällig über die Queen geäußert hatte. Die Gräfin gab ihre Firma 2002 auf und wurde Vollzeit-Royal.

Diese Royals arbeiten gegen Geld

Harry und Meghan weisen auf ihrer Website daraufhin, dass es derzeitig Mitglieder der königlichen Familie gebe, "die den Monarchen unterstützen und Vollzeit-Beschäftigungen außerhalb ihres Engagements für die Monarchie ausüben." Gemeint sind damit unter anderem Prinzessin Eugenie (arbeitet als Direktorin in der Londoner Kunstgalerie Hauser & Wirth), Peter Philips (Manager einer Sportmarketing-Firma), Zara Tindall (arbeitet unter anderem als Direktorin der britische Pferderennbahn Cheltenham) und Prinzessin Beatrice (genauer Job nicht bekannt).

Meghan und Harry könnten, so schätzen Branchen-Kenner, in der freien Wirtschaft mehrere Milliarden verdienen. 

Verwendete Quellen: sussexroyal.com, Evening Standard

jre

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