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Prinz Harry + Herzogin Meghan Von einer Facebook-Nachricht unter Druck gesetzt?

Prinz Harry und Herzogin Meghan
© Getty Images
Prinz Harry und Herzogin Meghan sorgen mit ihrem Rücktritt seit anderthalb Wochen für Wirbel. Dessen Ausmaß hätte vielleicht kleiner ausfallen können, wenn Journalist Dan Wootton Ende Dezember 2019 keine verhängnisvolle Facebook-Nachricht erhalten hätte. 

Als "Countdown zum Chaos" beschreibt die englischen Zeitung "Daily Mail" die Situation hinter den Palastmauern, bevor Prinz Harry, 35, und Herzogin Meghan, 38, am 8. Januar überraschend ihren Teil-Rücktritt aus dem Königshaus verkündeten (der inzwischen, wie der Palast bekannt gab, zu einem vollständigen geworden ist).

Vor allem der Umstand, dass Queen Elizabeth, 93, als Oberhaupt des Staates und der Familie Windsor nichts von dem Schritt Harrys und Meghans in die Öffentlichkeit gewusst haben soll, empfinden viele Briten als respektlos. Das System "Monarchie", das basiert und zusammengehalten wird durch Protokolle, Etikette, Traditionen und Hierarchien - kurzzeitig ausgehebelt. Eine Theorie für den Grund: Die Zeitung "The Sun" soll die Sussexes in die Enge getrieben haben.

Prinz Harry + Herzogin Meghan: Zeitung kam ihnen zuvor

Das Boulevardblatt hatte am 7. Januar, einen Tag vor dem offiziellen Rücktritt-Statement, in seiner Print- und Website exklusiv vermeldet : "Prinz Harry und Meghan könnten 2020 nach Kanada ziehen und ihren Titel 'Königliche Hoheit' ablegen, nachdem sie sich von den Royals an die Seitenlinie gedrängt fühlen." In einem Interview enthüllt Dan Wootton, Chefredakteur von "The Sun", interessante Details über die Hintergründe der Story.

So berichtete "The Sun" auf seiner Website am 7. Januar 2019 über Harry und Meghan
So berichtete "The Sun" auf seiner Website am 7. Januar 2019 über Harry und Meghan
© thesun.co.uk

Mit einer Facebook-Nachricht fing alles an

In der "BBC Radio 4"-Sendung "The Media Show" berichtet Wootton, ein vertrauenswürdiger Informant habe ihn via Facebook-Nachricht auf die Spur des Rückzuges gebracht. Die Kritik, seine Zeitung habe die Royals daraufhin unter Druck gesetzt und verhindert, dass sie die Angelegenheit rechtzeitig mit der Queen hätten klären können, will Wootton nicht gelten lassen.

Ich ging erstmals am 28. Dezember auf Harrys und Meghans Kommunikations-Sekretärin Sara Latham zu.

Wenn es stimmt, was Zeitungen auf der Insel berichten, passierte der Leak sehr schnell: Harry sei mit seinem Rücktritt-Wunsch erstmals vor Weihnachten 2019 auf Charles und die Queen zugekommen, heißt es. Ob er ihnen später auch von dem Vorstoß der "Sun" berichtete - unklar.

Kein Dementi von den Sussexes

Auf die Frage, wie Sara Latham auf seine Anfrage reagiert habe, antwortete Wootton, dass sie "natürlich nicht wollte, dass ich die Story bringe." Aber: "Sie dementierte es nicht. Wir hatten harte Diskussionen. Aber ich fühlte, dass ich noch mehr Informationen zusammentragen musste, um die Geschichte rund zu machen."

Zehn Tage nahm sich Wooton dafür Zeit. Im Medien-Universum sei das eine Ewigkeit, betont er. Von den Sussexes hörte er nichts. Was das Paar in dieser Zeit im Geheimen arrangierte und plante, weiß man nicht. Aber: "Sie hatten zehn Tage Zeit - zehn Tage! - um mit der Queen und Prinz Charles zu sprechen", merkt Wootton an. "Sie hätten ihnen das Statement, dass sie möglicherweise veröffentlichen wollten, zeigen können." 

Als "The Sun" die Story schließlich brachte, urlaubte Dan Wootton  in seiner Heimat Neuseeland, bei seinen Eltern. "Television New Zealand" erklärte er: "Für mich war klar, dass ich nicht länger riskieren konnte, auf der Geschichte zu sitzen, also entschied ich mich: 'Ich werde es von Wellington aus bringen müssen' und ich tat es."

Möglicherweise wär es anders gekommen

Wie Harry und Meghan in Sachen Teil-Rücktritt vorgegangen wären, hätte "The Sun" oder ein anders Medium nicht davon erfahren, darüber kann man nur spekulieren. Die Realität ist, dass der Palast etwa 45 Minuten nach dem Platzen der Sussex-Bombe am 8. Januar eine äußert knappe und vage Erklärung abgab. Der Subtitel, so scheint es: "Wir sind eiskalt erwischt und haben keine Ahnung, wie es weitergeht."

Fünf Tage später folgte ein Krisengipfel in Sandringham House, gefolgt von dem erneuten Hinweis der Queen, es handelte sich um eine komplizierte Angelegenheit, die es nun zu lösen gelte. Alles in allem ist es ein PR-Desaster für das Königshaus, das hätte womöglich verhindert - oder zumindest eingedämmt - werden können, hätten die Verantwortlichen vorher in Ruhe die Details des Rückzuges geklärt.

Verwendete Quelle:BBC Radion 4, New Zealand News

jre

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