Clarence House: Zu Besuch bei Prinz Charles

Im Sommer räumen viele Royals ihre Schlösser und erlauben der Öffentlichkeit Einblicke in die königlichen Gemächer. In London hat Clarence House, die Stadtresidenz von Prinz Charles und Herzogin Camilla, ihre Pforten geöffnet

Clarence House

Ein simples Einfamilienhaus ist Clarence House natürlich nicht, selbst wenn es der Name suggerieren könnte. Es ist vielmehr Teil eines prachtvollen Gebäudekomplex mit langer royaler Tradition und damit die ideale offizielle Residenz. Ähnlich wie der um einiges größere Buckingham Palace liegt es im Londoner Westen und zwar unweit der Prachtstraße "The Mall".

Weil Clarence House für Prinz Charles, Herzogin Camilla und Prinz Harry Lebens- und Arbeitsadresse ist, werden dort ihre offiziellen Gäste empfangen, Seminare und feierliche Dinner abgehalten. Gibt es offizielle Statements oder Verlautbarungen der Prinzen oder der Herzogin, dann werden sie von ihren dortigen Büros und Mitarbeitern herausgegeben. Die letzte große Neuigkeit lief unter anderem über den hauseigenen Twitter-Kanal und vermeldete, dass Herzogin Catherine am 21. Juli mit Wehen ins Krankenhaus gekommen sei.

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Clarence House wurde, so erfährt man auf der Webseite der "Royal Collection", zwischen 1825 und 1827 von John Nash als Londoner Heim für Prinz William Henry, den Herzog von Clarence und dritten Sohn von George III., errichtet. Der Architekt verband einen Flügel des in der Tudor-Zeit gebauten St. James's Palace mit dem Neubau und schuf so einen Komplex aus mehreren Gebäuden, die seither von Mitgliedern der königlichen Familie genutzt werden.

Der Erst-Bewohner, Prinz William Henry, bestieg 1830 als William IV. den Thron und behielt - anders als seine Vorgänger und Nachfolger - Clarence House als seine Residenz. Nach seinem Tod folgten als Bewohner unter anderem Königin Victorias Mutter und zwei ihrer jüngeren Söhne. Der zweite von ihnen, Prinz Arthur, bewohnte den Palast bis zu seinem Tod 1942. In den folgenden Jahren (während des Zweiten Weltkrieges) nutzen die Räume vorübergehend nicht die Windsors, sondern das Rote Kreuz und Mitglieder des "Order of St John of Jerusalem". 1949 zogen Prinzessin Elizabeth, die heutige Queen, und Prinz Philip mit ihrem Sohn Charles nach Clarence House. Ihr zweites Kind, Prinzessin Anne, kam dort 1950 auch zur Welt.

Prinzessin Anne, die in Clarence House zur Welt kam, krabbelte im August 1951 bei einem offiziellen Fototermin mit ihren Eltern und Bruder Charles durch den Garten ihres Geburtshauses.

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Nach dem Tod von König George VI. wurde aus Prinzessin Elizabeth die neue Königin, so dass 1953 ein erneuter Bewohner-Wechsel erfolgte. Die Queen übersiedelte mit ihrer Familie in den Buckingham Palace, während ihre Mutter Elizabeth Clarence House als neue Londoner-Residenz bekam. Queen Mum ließ - wie die "Vormieter" - einiges um- und anbauen und sorgte unter anderem für eine bis heute weitgehend beibehaltene Raumaufteilung. Als Kunst-Liebhaberin und Sammlerin ließ sie die Räume neu dekorieren und Teile ihrer Kollektion aufhängen, darunter Gemälde von britischen Künstlern des 20. Jahrhunderts, Sammlerstücke von Fabergé, edles Porzellan und Familiensilber.
Obwohl Clarence House nicht die offizielle Adresse der regierenden Königin war, wurde es doch zu einer Tradition, dass die Königin Mutter ausländische Gäste am ersten Tag ihres Staatsbesuches dorthin zum Tee bat. Und zu ihren Geburtstages zeigte sie sich regelmäßig - umringt von Kindern, Enkeln und Urenkeln- am Tor den Gratulanten.

Prinz Charles bezog 2003, ein Jahr nach dem Tod der Großmutter, den als "Familienheim" empfundenen Palast, der zuvor aufwendig renoviert und vom Innenarchitekten Robert Kime umgestaltet worden war. Bei den Materialien wurde, so liest man auf der Webseite der "Royal Collection", Wert auf nachhaltig produzierte Materialien und Hölzer gelegt. Obwohl auch Stücke der königlichen Kollektion und aus Prinz Charles' eigener Kunstsammlung ihren Platz bekamen, beließ man vieles wie zu Lebzeiten von Queen Mum.

Wer Prinz Charles' Gemächer besuchen will, kann das vom 1. August bis 1. September tun. Insgesamt fünf Räume im Erdgeschoss werden auf den Besichtigungstouren gezeigt. Diese Teile der Residenz sehen sonst nur seine Gäste, die zu offiziellen Anlassen eine Einladung nach Clarence House bekommen. Viele der Möbel und Kunstgegenstände stammen noch aus der Zeit von Queen Mum und wurden von ihr so arrangiert. Außerdem gibt es Zugang zum Garten, den der Thronfolger teilweise selber und in Erinnerung an seine Großmutter entworfen hat. Im "Clarence House Shop" lassen sich im Anschluss an den Rundgang natürlich jede Menge königliche Souvenirs und Andenken kaufen.

Der Residenz-Garten, den Prinz Charles teilweise selber entworfen hat, ist ebenfalls für die Öffentlichkeit zugänglich.

Auch in andere königliche Residenzen erhalten Untertanen und Besucher im Sommer Einlass. Vom Clarence House nur einen Fußmarsch entfernt liegt der Buckingham Palace. Und während die Queen im schottischen Balmoral den Sommer verbringt, können sich Besucher von Ende Juli bis Ende September die sogenannten "State Rooms" anschauen. Ähnlich halten es andere Königsfamilien ebenfalls: Wenn Königin Margrethe von Dänemark und ihre Familie auf Schloss Gråsten in Jütland oder in ihrem Weinschloss in Frankreich urlauben, kann man im Juli Teile von Schloss Fredensborg besichtigen. Sonst prangt hier - genau wie am Clarence House und Buckingham Palace - ein "Zutritt verboten"-Schild am Schlossportal und ein Soldat mit Bärenfellmütze ist die einzige Attraktion mit königlichem Touch.

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