Britische Royals nach dem Brexit: No Future?

Das Brexit-Referendum erschüttert das Königshaus in seinen Grundfesten. GALA weiß, was sich derzeit hinter den Palastmauern abspielt – und was die Royals jetzt noch retten kann

Anzumerken war ihm rein gar nichts. Gut gelaunt schlug Prinz William bei einem Charity-Polo-Turnier am Wochenende Bälle und posierte nach dem Match mit einer Champagnerflasche, die ihm vom Veranstalter nach dem Event gereicht wurde. Angesichts der aktuellen Ereignisse in Großbritannien ließ der Prinz den Korken allerdings sicherlich nicht noch am gleichen Abend knallen.

Die Queen gilt als Befürworterin der EU. Vom Ausgang des Referendums sei sie alles andere als begeistert, versichert eine Palast-Quelle GALA

Schock für die Royal Family

Wie GALA von einem Palast-Insider erfuhr, haben er, Ehefrau Kate und der Rest der Royal Family ein Wochenende hinter sich, das keinesfalls nach einem perligen Getränk verlangte. Vergleichbar, sagt die Quelle, seien die Tage seit dem Referendum höchstens mit der Horrornacht im August 1997, in der die Windsors die Todesnachricht von Lady Diana erhielten.

Herzogin Meghan und Prinz Harry

Steht ein Umzug nach Kanada bevor?

Meghan und Harry
Herzogin Meghan hat schon während der Dreharbeiten von "Suits" in Kanada gelebt. Einem königlichen Insider zufolge soll das Land die neue Wahl-Heimat der royalen Familie werden.
©Gala

Krisensitzung im Palast

Das Brexit-Debakel fuhr wie ein Blitz aus heiterem Himmel in die vorsommerliche Entspanntheit der Royals. Bei Königs war (und ist) nicht nur das größte Lager für den Verbleib in der Europäischen Union – wie GALA aus dem Palast erfuhr, sind das alle außer Prinz Edward – nein, im Fall einer Abspaltung ist "die Firma" selbst von massiven Veränderungen betroffen. So ließ die Queen direkt an dem Schwarzen Freitag, an dem sie frühmorgens von Premier David Cameron telefonisch mit der Hiobsbotschaft konfrontiert wurde, die erste Krisensitzung einberufen. 70 Minuten lang debattierten ihr Beraterstab und Vertreter ihrer Privatbank Coutts & Co. darüber, was der Brexit für die Royal Family zu bedeuten habe. Das Fazit: nichts Gutes.

Da die Krone zu den größten Landund Immobilienbesitzern Großbritanniens gehört, dürften die Verluste bereits jetzt immens sein: Die auf 7,1 Milliarden Pfund geschätzten Vermögenswerte des Crown Estate erwartet angesichts des sinkenden Pfundkurses eine rasante Talfahrt. Der Crown Estate hält beispielsweise den Betrieb auf Schloss Windsor und im Buckingham Palace am Laufen.

Finanzielle Verluste des Königshauses

Der Londoner Finanzexperte Paul Burbridge fasst das Brexit-Desaster im Hinblick auf die Royals für GALA zusammen: "Wenn ich ein Windsor wäre, hätte ich jetzt schlaflose Nächte. Ich schätze, die Einbußen für die Krone werden sich insgesamt in dreistelliger Millionenhöhe abspielen." Die Einnahmen benötigt die Queen jedoch dringend für ihre Schlösser, deren Unterhalt Unsummen verschlingt. Erste Verluste musste sie bereits im vergangenen Jahr hinnehmen, als der Wert des Kronschatzes wegen der hohen Ausgaben um eine halbe Million Pfund nach unten korrigiert werden musste. Und jetzt heißt es: In Richtung Orkus ist plötzlich alles offen …

Fehlende Subventionen der EU

Auch das Privatvermögen der Queen, das die "Sunday Times Rich List" 2015 auf satte 340 Millionen Pfund bezifferte, dürfte angesichts der Kursverluste empfindlich schrumpfen. Die größten Sorgen bereitet dem Königshaus jedoch der Verlust der Subventionen, der mit dem Austritt aus der EU einhergehen würde. Denn in die landwirtschaftlichen Betriebe der Königsfamilie, zum Beispiel Sandringham House oder der von Prinz Charles geführte Bio-Betrieb Highgrove, werden schon seit Jahren erkleckliche Summen an EU-Geldern gepumpt. So sollen nach Sandringham, mit 8.100 Hektar eines der größten Landwirtschaftsunternehmen des Landes, seit 1999 über vier Millionen Euro aus Brüssel geflossen sein. Prinz Charles kassiert für seinen Musterbetrieb mit Rindern, glücklichen Schafen und Öko-Gemüse pro Jahr knapp 130.000 Pfund EU-Stütze. Fielen diese Gelder weg, müsste man dringend nach anderen Finanzierungsmöglichkeiten suchen – oder in die eigene Kasse greifen.

Bio-Gemüse in Gefahr! Auf Highgrove wird jetzt das Geld für Öko-Bauer Prinz Charles, 67, knapp. Das Schloss Balmoral in Schottland ist vielleicht bald europäisches Ausland für die Königin …

Die Queen ist sehr besorgt

Wirklich betroffen gemacht, sagt die Quelle aus dem Palast, habe die Queen jedoch der Vorstoß Schottlands, schnellstmöglich ein eigenes Referendum für den Verbleib in der Europäischen Union durchzuführen. Die Schotten, so hofft deren Regierungschefin Nicola Sturgeon, werden sich per Volksbegehren für die EU entscheiden und das verhasste England auf diese Art elegant loswerden. Eine schreckliche Perspektive für die Königin. "Die Queen ist extrem besorgt. Zerbricht das Königreich auf diese Weise in Einzelteile, würde das auch ihr Herz brechen und natürlich die Stellung der nachfolgenden Generationen und die Monarchie an sich gefährden", so der Palastmitarbeiter.

Ein Lebenswerk in Gefahr

Das Lebenswerk der Queen, all das, wofür sie gekämpft hat, könnte kurz nach ihrem 90. Geburtstag in Einzelteile zerfallen. Außerdem liegt in Schottland das einzige Schloss, in dem sie alle Pflichten vergessen und einfach nur Mensch sein kann: Balmoral. "Es erinnert die Queen an ihre glückliche und unbeschwerte Jugend. Für Philip und sie ist es eine zweite Heimat. Die beiden lieben alles dort: die Landschaft, die Leute, die Bräuche", erklärt der Insider.

Große Beliebtheit in Schottland

England

Familie Windsor

15. September 2019  Happy Birthday, Prinzessin Anne! Die erste Tochter von Queen Elizabeth feiert heute ihren 69. Geburtstag. Auf diesem Bild aus dem Sommer 1951 war die königliche Familie mit Bruder Charles erst zu viert, Annes Mutter wurde zwei Jahre später zur Königin gekrönt. 
Prinzessin Anne, als älteste Tochter der Queen die derzeitige Princess Royal, ist heute selbst schon vierfache Großmutter. Vier bezaubernde Enkelinnen versüßen der leidenschaftlichen Reiterin Anne das royale Leben.
24. Mai 2019  Königin Victoria, die Ururgroßmutter von Queen Elizabeth wurde heute vor 200 Jahren im Kensington-Palast geboren.
Nach Victoria, hier auf einer frühen, nachkolorierten Fotografie von ca. 1890, wurde nicht nur ein ganzes Zeitalter benannt, die Monarchin saß fast 64 Jahren auf dem britischen Thron und damit nur wenige Jahre weniger als ihre Ururenkelin Elizabeth. Sie starb am 22. Januar 1901 und den Thron übernahm damit ihr ältester Sohn, König Edward VII.

251

Die drängendste Frage in diesem Kontext: Wäre die Queen, sollte sich Schottland von England abwenden, dort überhaupt noch Regentin? Zumindest in diesem Punkt könne sie sich entspannen, sagt Adelsexperte Rolf Seelmann-Eggebert zu GALA. "Bislang gibt es keinen Hinweis darauf, dass sich die Schotten bei einer Trennung von London zugleich der Krone entledigen wollen. Im Gegenteil: Die Königin erfreut sich in Schottland ganz besonderer Beliebtheit, weil sie seit Jahrzehnten treu ihren Urlaub auf Balmoral verbringt und eine Woche pro Jahr ihre Dienstgeschäfte in ihrer offiziellen schottischen Residenz Holyrood Palace führt."

Nächtes Event in Schottland

Wie oft haben sich die Engländer in der Vergangenheit darüber lustig gemacht, dass ihre Königin einen verregneten Sommer nach dem anderen im schottischen Hochland verbringt. Nun könnte sich zeigen, dass genau das die Position der Queen in dieser Krise entscheidend stärkt und sie so die Zukunft der "Firma" sichert. Wie passend, dass diesen Samstag die Parlamentseröffnung in Edinburg stattfindet. Elizabeth und Philip werden anreisen, um dem Event (und den Schotten) die gebührende Wichtigkeit zu verleihen.

Themen

Erfahren Sie mehr:

Palastgeflüster: Das machen die Royals