Taufe von Archie Mountbatten-Winsor: Deshalb ist die Private Chapel in Windsor etwas ganz Besonderes

Für die Taufe ihres Sohnes Archie Mountbatten-Windsor wählten Prinz Harry und Herzogin Meghan eine spezielle Kapelle aus. GALA erklärt, warum der Ort für die royale Familie einen so besonderen Stellenwert hat.

Herzogin Meghan, Prinz Harry und Archie Harrison Mountbatten-Windsor

Die Taufe von Archie Mountbatten-Windsor, zwei Monate, findet am 6. Juli im kleinsten Kreis statt. Prinz Harry, 34, und Herzogin Meghan, 37, entschieden sich für eine private Zeremonie unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Selbst die Paten von Baby Archie sollen geheim bleiben, wie der Buckingham Palast vermeldete. Der Name der Kapelle, in der das Baby von Meghan und Harry getauft wird, könnte kaum passender sein: die Private Chapel in Windsor.

Prinz Harry und Herzogin Meghan setzen auf Privatsphäre

Der Name ist bei der Kapelle tatsächlich Programm. Aufgrund der Lage der Kirche können sich Journalisten und Fotografen keinen Zutritt verschaffen. Auch den Weg zur Kapelle können ungebetene Gäste nicht einsehen. Privatsphäre ist in der Private Chapel von Queen Elizabeth, 93, also garantiert. Perfekt für Harry und Meghan, die ihren kleinen Sohn so gut es geht aus der Öffentlichkeit heraushalten wollen. Doch gibt es noch etwas anderes, das die Kapelle hervorhebt: ihre Geschichte.

Herzogin Meghan + Prinz Harry

Souveräner Auftritt mit ernstem Hintergrund

Herzogin Meghan und Prinz Harry
Herzogin Meghan und Prinz Harry besuchten am 7. November das 91. "Field of Remembrance" vor der Westminster Abbey in London.
©Gala

Archies Taufkapelle ist ein geschichtsträchtiger Ort

Die Private Chapel gibt es, das schreibt der "Royal Collection Trust" auf seiner Website, seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Raum wurde zwischen 1840 und 1847 für Queen Victoria (1819-1901) eingerichtet; federführender Architekt war der Brite Edward Blore (1787-1879). Nach der Fertigstellung diente die Kapelle der Monarchin für den privaten Gebrauch. Für die Öffentlichkeit ist das Gotteshaus, das im Innern von Schloss Windsor liegt, nicht begehbar. Ganz im Sinne von Harry und Meghan, die die Taufe ihres Sohnes am liebsten gänzlich geheim gehalten hätten. Fast wäre ihnen das auch gelungen; erst nachdem Informationen über den Gottesdienst aus dem Palast sickerten, sah sich das Königshaus gezwungen, das Taufdatum zu veröffentlichen

Die Private Chapel ist zudem ein äußerst geschichtsträchtiger Ort. Am 20. November 1992 brach genau dort ein verheerendes Feuer aus, das beinahe Schloss Windsor zerstört hätte. Auslöser des Brands war ein Scheinwerfer, der mit einem Vorhang in Berührung kam, so schreibt es der Palast auf seiner Website. Insgesamt habe es 15 Stunden gedauert und über 5,5 Millionen Liter Wasser gebraucht, um das Feuer zu löschen. Trotz aller Lösch-Bemühungen beschädigte der Großbrand neun Haupt- und 100 kleinere Räume; insgesamt wurden etwa ein Fünftel des Schlosses zerstört. Die Queen bezeichnete das Jahr 1992 in ihrer Rede zum 40. Thronjubiläum, die sie nur vier Tage nach der Katastrophe hielt, als "Annus Horribilis" (lateinisch für 'schreckliches Jahr'). 

Ein Luftaufnahme zeigt die Zerstörung im Schloss Windsor. Das Feuer hat etwa 9000 qm des Burggeländes zerstört.

Die Queen ordnet das größte Bauprojekt des 20. Jahrhunderts an

Doch die Queen, die während des Feuerausbruchs nicht in Windsor weilte, sondern von ihrem Sohn Prinz Andrew, heute 59, per Telefon über die Katastrophe informiert worden war, blickte nach vorn und ließ Windsor umgehend wieder aufbauen. Es folgte das größte historische Bauprojekt des 20. Jahrhunderts, insgesamt investierte die Königsfamilie über 41 Millionen Euro in die Restaurierung des Gebäudes. Auf ihrer Website betonen die Royals, dass die Gelder für den Wiederaufbau nicht vom Steuerzahler übernommen werden mussten.

70 Prozent des notwendigen Budgets wurde aus den Einnahmen des Buckingham Palastes getragen. Um Geld für die Renovierung zu sammeln, öffnete die Queen den Buckingham Palast für die Öffentlichkeit. Seitdem können Besuch jedes Jahr im Sommer, wenn die Queen im Sommerurlaub in Schottland weilt,, die Repräsentationsräume des Gebäudes bestaunen. Die restlichen 30 Prozentfür den Wiederaufbau von Schloss Windsor nahm die Monarchin aus den jährlichen Zuschüssen des Parlaments, die für die Instandhaltung der königlichen Gebäude gezahlt werden. Um Windsor Castle zu renovieren musste dann an anderen Immobilien der Familie gespart werden. 

Baby Archie + Co.

Königliche Täuflinge

Wie seine Cousins und Cosuinen vor ihm erhält Prinz Gabriel seinen ersten Orden von Großvater Carl Gustaf zur Taufe.
20. September 1973  Kronprinz Haakon von Norwegen wurde vor 46 Jahre getauft. Er ist nach seiner Schwester Prinzessin Märtha Louise zwar Zweitgeborener, nach damiligem Recht aber dennoch der Thronfolger. Die zukünftigen Pflichten haben den kleinen Prinzen damals natürlich noch nicht interessiert. Und bis jetzt sind seine Eltern Harald und Sonja ja auch noch das norwegische Königspaar.
Herzogin Meghan, Archie Mountbatten-Windsor und Prinz Harry
24. Juni 1968  Vor 51 Jahren wurde Prinz Frederik, der zukünftige Kronprinz Dänemarks in der Kopenhagener Holmenskirche. Die zukünftige Königin Prinzessin Margrethe und ihr Prinzgemahl Henrik sind natürlich mächtig stolz auf ihren ersten Sohn.

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Während das Schloss Windsor am 20. November 1997 wieder in neuem Glanz erstrahlte - die Queen und Prinz Philip, heute 98, luden anlässlich der Wiedereröffnung alle 1.500 Helfer zu einem Dankesempfang ein - konnte die Private Chapel schon 1994 wieder genutzt werden. Obwohl sich für Archies Taufe auch die ebenfalls in Windsor stehende St. George's Chapel angeboten hätte - Prinz Harry wurde 1984 dort getauft und gab seiner Meghan 2018 dort das Ja-Wort - hat das Herzogpaar von Sussex auch mit der Private Chapel eine ganz besondere Wahl getroffen.

Verwendete Quellen: royal.uk, Royal Collection Trust, Getty Images, People


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