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"The Crown" Palast-Einbrecher Michael Fagan beschwert sich über Szene

Olivia Coleman als Queen Elizabeth in der Netflix-Serie "The Crown"
Olivia Coleman als Queen Elizabeth in der Netflix-Serie "The Crown"
© Netflix/The Hollywood Archive Los Angeles CA / Imago
Die vierte Staffel von "The Crown" sorgt für mächtig Gesprächsstoff. In Folge fünf wird der Einbruch von Michael Fagan in den Buckingham Palast nachgestellt. Mit der Inszenierung ist der Brite nicht zufrieden. 

Kaum vorstellbar, was in Queen Elizabeth, 94, vorgegangen sein muss, als 1982 plötzlich ein fremder Mann in ihrem Schlafzimmer auftauchte. Der Einbruch des damals 32-jährigen Michael Fagan sorgte für einen Skandal. Immerhin war es ihm gelungen, die Zäune und Wachen des Buckingham Palastes zu überwinden und die Königin in ihrem Bett zu überraschen. Ein Vorfall, in die Annalen einging und den auch die Macher von "The Crown" aufgriffen. Dabei nahmen sie es mit einigen Details aber nicht genau. 

Kritik an "The Crown" für Einbruch-Szene 

Im Gespräch mit der britischen "The Sun" bemängelt Michael Fagan die Korrektheit der Nachstellung. So sei er beispielsweise nicht heimlich durch die Flure des Palastes geschlichen, wie es in der Serie dargestellt wird. "Ich habe niemanden gemieden - ich habe die Königin gesucht. Wenn irgendjemand aufgetaucht wäre, hätte ich einfach gesagt, ich wollte mit ihr sprechen", erinnert er sich im Interview. Ein weiterer Moment zeigt, wie "Fagan"-Schauspieler Tom Brooke eine wertvolle Vase zerbricht. Michael Fagan aber versichert, die Szene sei "total ausgedacht", da er für jedwede Schäden aufgekommen wäre. Nur halb der Realität entspreche der Moment in "The Crown", in der Fagan eine ganze Flasche kostbaren Rotweins trinkt. In Wirklichkeit habe er lediglich die halbe Flasche im Büro von Prinz Charles' Privatsekretärs geleert.

Michael Fagan gelang es 1982 in den Buckingham Palast einzubrechen und Queen Elizabeth in ihrem Schlafzimmer zu überraschen.
Michael Fagan gelang es 1982 in den Buckingham Palast einzubrechen und Queen Elizabeth in ihrem Schlafzimmer zu überraschen.
© empics | PA / Picture Alliance

Fagan: "Ich war ein bisschen überwältigt"

"Er benimmt sich sehr viel schlechter und bedrohlicher als ich war", mokiert der heute 70-jährige Michael Fagan sich über sein Serien-Double und erklärt über die Queen: "Ich war ein bisschen überwältigt, als ich so auf sie traf." In der Serie sieht man, wie er Queen Elizabeth im Schlaf überrascht, laut Fagan sei sie bei seinem Eintreten jedoch hellwach gewesen und habe ihn gefragt, was er dort tue, bevor sie Hilfe suchte. Nach einer Zigarette habe er ebenfalls nicht, gefragt, da er laut eigener Aussage niemals so frech und respektlos gewesen wäre. 

Und er hat noch mehr Kritik an der Produktion zu üben. So stört er sich auch an der Auswahl des Darstellers für seine Figur. "Ich war verblüfft, als ich sah, dass Brooke mich spielte. Sie hätten sicherlich jemanden finden können, der ein bisschen aussieht wie ich. Ich sehe tatsächlich besser aus und er wirkt völlig unsympathisch", beschwert sich Fagan. Er sei zudem enttäuscht, nicht von der Produktionsfirma kontaktiert worden zu sein, bevor der Vorfall gedreht wurde. 

Der Grund für Michael Fagans Einbruch in den Buckingham Palast

In einem Radio-Interview im Jahr 1993 erklärte er den Grund für seinen Einbruch. Der damals arbeitslose Maler und Dekorateur, der bereits des Drogenhandels und weiterer kleiner Delikte bezichtigt wurde, wurde kurz zuvor von seiner Ehefrau, Christine, verlassen. "Die Queen verkörperte für mich alles, was mich klein hielt und meine unterdrückte Stimme ... Ich wollte nur, dass sie weiß, wie es sich anfühlt, ein ganz normaler Typ zu sein, der versucht über die Runden zu kommen", so Fagan damals in dem Gespräch.

Übrigens: Der Brite wurde nach seinem Eindringen in den Buckingham Palast zunächst festgenommen, nachdem es der Queen und einer Bediensteten gelang, ihn für eine Zigarette in die Speisekammer zu locken. Er wurde jedoch nicht angezeigt, da es sich um eine unerlaubte Handlung handelte, für die die Queen vor Gericht hätte aussagen müssen. Weil dies der britischen Monarchin laut Gesetz nicht erlaubt ist, hätte sie mit einer Aussage gegen Fagan ihre Rolle als Staatsoberhaupt kompromittiert.

Verwendete Quellen:Netflix/The Crown, DailyMail

spg Gala

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