Scheich Rashid: Spekulationen über den Tod des Dubai-Prinzen

Warum starb der sportliche Sohn des Emirs von Dubai mit nur 33 Jahren? Die Spekulationen sind eröffnet, englische Medien machen Drogen und Steroide verantwortlich

Scheich Rashid bin Mohammed bin Rashid Al Maktum

Am Samstag starb der älteste Sohn des Emirs von Dubai, Sheikh Rashid bin Mohammed bin Rashid Al Maktum, mit nur 33 Jahren an einem Herzinfarkt - das teilte die Pressestelle des Herrschers mit, ohne weitere Details. Warum der sportliche Playboy so früh sterben musste, das beschäftigt seitdem die Medien und die sozialen Netzwerke.

Vom Kronprinzen zur Geistergestalt

Scheich Hamdan bin Mohammed bin Rashid Al Maktum, der Kronprinz des Emirats Dubai, besucht ein Kamelrennen.




Scheich Rashid ist eine geheimnisumwitterte Gestalt. Als ältester Sohn, der den Namen seines hoch geachteten Großvaters trug, sollte der im November 1981 geborene Prinz eigentlich Erbe seines Vaters, Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktum, werden. Doch im Jahre 2008 wurde statt seiner der jüngere Prinz, Scheich Hamdan, Kronprinz des kleinen Wüstenstaates, der nächstjüngere Bruder, Scheich Mansour, firmiert seitdem als zweiter offizieller Vertreter des Emirs.

Scheich Rashid verschwand von der Bildfläche und war auch bei offiziellen Auftritten nicht mehr zu sehen. Zu den Hintergründen nahm die Familie nie wirklich Stellung, erklärte Hamdan nur zum "besser geeigneten". Doch da sich auch die britische Presse für die in Englands Schulen wie der Militärakademie Sandhurst ausgebildeten Prinzen interessiert, finden sich auf der Insel durchaus Hinweise und Gerüchte zur Vergangenheit von Scheich Rashid - und möglichen Todesursachen.

Sheikh Rashid bin Mohammed, Prinz von Dubai

Scheich Rashid

Tod mit 33 Jahren

Die Zeitung "Daily Mail" berichtete schon nach der als "Wikileaks" bekannt gewordenen umfassenden Veröffentlichung von diplomatischen Dokumenten im Internet von einer CIA-Notiz, die sich mit Scheich Rashid beschäftigt. Die führt seinen Verlust der Kronprinzenrolle darauf zurück, dass er einen Büromitarbeiter getötet haben soll, ohne dass ihm der Prozess gemacht wurde. Nur als Erben konnte die Familie ihn danach angeblich nicht mehr halten und zog die jüngeren Brüder vor.

Rashid zog sich auch aus dem offiziellen Pferdesport zurück - der Prinz war ein engagierter, erfolgreicher Reiter mit einem Schwerpunkt auf "Endurance", also im sogenannten Distanzsport, gewesen und hatte 2006 gleich zwei Goldmedaillen bei den Asien-Meisterschaften gewonnen. Er behielt aber seinen erfolgreichen Reitstall mit vielen Top-Vollblutpferden, "Zabeel Racing International". 

Ein Leben im Luxus

Ein Hobby für reiche Jungs - doch Geld hatte der junge Royal zu Genüge. Nachdem er 2002 aus England wieder nach Dubai zurückgekehrt war, gründete er mehrere Unternehmen, darunter die Investmentfirma "United Holdings Group Dubai". Bilder aus den Jahren zwischen 2002 und 2008 zeigen ihn im Zweifelsfall beim Sport - im Fitnessstudio, beim Reiten, bei Rennen, immer mit extrem muskulösem Körper und Macho-Posen. Die Bilder unterfüttern die nun wieder aufgeflammten Vorwürfe, der Prinz habe seinen Körper mit Steroiden und Drogenmissbrauch zerstört und er habe deshalb in so jungen Jahren einen Herzinfarkt erlitten.

Er wurde in England ausgebildet und pflegt weiterhin enge Kontakte auf der Insel: der Emir von Dubai, Scheich Mohammed Bin Rashid Al Maktum, hier beim Pferderennen in Ascot und in Begleitung seiner Frau Prinzessin Haya bint Al Hussein, einer jordanischen Königstochter

Verbrachte er die letzten Jahre im Entzug?

Die "Daily Mail" bezieht sich auch in aktuellen Artikeln wieder auf die Wikileaks-Dokumente, die von weitverbreitetem Missbrauch von Kokain und Haschisch in den Kreisen der arabischen Emirats-Prinzen und einer Untergrund-Partyszene für die Superreichen sprechen. Auch seine Attacke auf den Büroangestellten soll auf einen Steroidrausch zurückzuführen sein. Die Klage eines britischen Angestellten der Al-Maktum-Familie enthüllte 2011 dann noch, dass die Mitglieder der Familie ihre Angestellten in einem Palast in Surrey diskriminieren und beschimpfen sollen, und dass Scheich Rashid von der Familie zu einem Drogenentzugsaufenthalt genötigt worden sei. Gerüchteweise blieb es in den vergangenen Jahren auch nicht bei dem einem Entzug.

Um das Abtauchen des mysteriösen Playboys ranken sich weiter Gerüchte - und im Internet trauern zahlreiche oft weibliche Fans in Videos wie diesem .

Scheich Rashid wurde am Samstag, den 19. September 2015, von seinen Brüdern zu Grabe getragen, die Emirsfamilie trauert um den Mann, der ihr Kronprinz hätte sein können - wenn da nicht irgendetwas dazwischen gekommen wäre.

Themen

Erfahren Sie mehr:

Palastgeflüster: Das machen die Royals