Sandra Bernadotte: Plötzlich in der Königsklasse

Eine Studentin verliebt sich in einen vermeintlichen Gärtner - wenig später ist sie verwandt mit den schwedischen Royals. Mit GALA sprach Sandra Bernadotte über ihr neues Leben als Gräfin

Königin Silvia, Sandra Gräfin Bernadotte

Den Ritterschlag erhält sie Ende August, als Königin Silvia im Rahmen der Jubiläumsfeier ihrer Childhood-Stiftung die Insel Mainau besucht - seit einer Weile die Heimat von Sandra Gräfin Bernadotte, 37. Einen Tag lang absolvieren die Frauen Seite an Seite ein stressiges Programm. Sie schauen freundlich in alle Kameras, schütteln zig Hände. Abends dann finden sie Zeit für einen Zweier-Talk. Auf einem der vielen Sofas im 100-Zimmer-Schloss setzen sie sich zusammen - und Sandra Bernadotte wird positiv überrascht. "Königin Silvia hat mir gesagt, wie sehr sie sich freut, dass ich so gut in meine Aufgabe als Gräfin hineingewachsen bin", erzählt sie GALA lächelnd.

So ein Lob ist nicht selbstverständlich. Zur Gräfin wurde die Österreicherin Sandra Angerer erst vor fünf Jahren durch ihre Hochzeit mit Björn Graf Bernadotte, 39. Das komplizierte Adels-Einmaleins (Wer ist wie zu begrüßen? Wer sitzt beim Dinner neben wem?) musste sie in recht kurzer Zeit lernen. Fallstricke lauern vor allem bei den vielen speziellen Sitten der Bernadottes, die sich am Zeremoniell des schwedischen Hofes orientieren. Der Hintergrund: Björns Vater, der 2004 verstorbene Lennart Graf Bernadotte, stammt aus dem schwedischen Königshaus, bekam die Insel Mainau einst von seiner Familie geschenkt.

Zu Sandras Hochzeit mit Björn Graf Bernadotte flog 2009 auch Schwedens Thronfolgerin Victoria ein.

Kronprinzessin Victoria von Schweden darf Sandra nun Großcousine nennen. Sie mochten sich auf Anhieb, Victoria kam auch zur großen Hochzeitsfeier auf der Mainau. "Victoria ist total tiefenentspannt, herzlich, fröhlich und bodenständig", sagt Gräfin Sandra. "Eine wirklich liebe Verwandte!" Von der Feier sei Victoria so begeistert gewesen, dass sie sich ein paar Ideen für ihre eigene Hochzeit abgeguckt habe. Und die beiden rückten noch näher zusammen: Gräfin Sandra absolvierte ein zweimonatiges Praktikum am schwedischen Hof, büffelte morgens die Landessprache und nachmittags die Themen Event, Marketing, Haushalt, Küche. Abends schaute sie bei ihrer gastfreundlichen "Zweitfamilie" vorbei. Da fiel die vorübergehende räumliche Trennung von Ehemann Björn nicht mehr so schwer.

Prinzessin Victoria + Prinz Daniel

Schwedens Lieblinge

30. April 2019  Was für ein herrlicher Tag! Bei bestem Wetter feiert die Familie den 73. Geburtstag von König Carl Gustaf. Zusammen mit seiner Frau, Königin Silvia, den gemeinsamen Kinder – Prinzessin Victoria sowie Prinz Carl Philip – und seinen Enkelkindern, Prinzessin Estelle und Prinz Oscar, zeigt sich das "Geburtstagskind" im Hof des Königlichen Schlosses in Stockholm.
30. April 2019  Drei Generationen der schwedischen Königsfamilie: Königin Silvia, Kronprinzessin Victoria und Prinzessin Estelle scheinen die gemeinsamen Stunden zu genießen – liebevolle Gesten inklusive.
30. April 2019  Auch Prinzessin Sofia und Prinz Daniel waren unter den Feiergästen. Prinz Oscar scheint die Feier allerdings nicht ganz so gut zu gefallen und amüsiert stattdessen lieber mit einem "Grumpy Cat"-Blick. 
30. April 2019  Eine Umarmung von Mama Victoria macht dann aber scheinbar alles wieder gut. 

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Die Lovestory der Gräfin klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Ihren späteren Ehemann lernt sie beim Sozialpädagogik-Studium im schweizerischen Rorschach kennen, als beide zufällig in einer Arbeitsgruppe landen. Sandra hält Björn für einen Gärtner, der nach Höherem strebt. Schließlich wird ihr der langhaarige Kommilitone mit den guten Manieren ja als "Typ von der Mainau" vorgestellt, und sie weiß, dass die Blumeninsel von vielen Angestellten gepflegt wird. Schon bald verlieben sich die zwei ineinander. Das Missverständnis klärt sich auf …

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Hat Sandra sich damals sofort ein Leben im Schloss ausgemalt? Ein wahr gewordener Kleinmädchentraum? "Gar nicht!", sagt sie und hebt abwehrend die Hände. Es lief genau andersrum. Als ihr Freund sie seiner Familie vorstellen möchte, zuckt sie im letzten Moment zurück. Eine ganze Stunde lang - sie sind schon im Schloss - redet Björn ihr gut zu, macht ihr Mut. Am Ende geht sie gemeinsam mit ihm über die hochherrschaftliche Treppe nach oben in die Privaträume. Die Bernadottes empfangen Sandra mit offenen Armen.

Was sie über Großcousine Victoria sagt, gilt auch für sie selbst: Sie ist eine sehr zugewandte, warmherzige Person. Und sie hat eine Mission. Auf der Mainau richtete sie inzwischen das "Café Vergissmeinnicht" ein, in dem Jugendliche mit Lernschwäche ein Praktikum machen können. Sie nennt das Café ihr "Herzensprojekt". Ein Schulungszentrum und Charity-Events sollen folgen.

Hat sie weitere Pläne? "Hier zu leben ist wunderschön", sagt Sandra Gräfin Bernadotte. "Ich bin wunschlos glücklich." Es gibt sie also noch, die modernen Märchen.

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