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Sachsen-Weimar-Eisenach Tod von Georg-Constantin kippt das alte Erbrecht

Georg-Constantin Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach
Georg-Constantin Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach
© Picture Alliance
Nach dem tragischen Tod von Georg-Constantin Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach, der als künftiger Hauschef gesetzt war, gehen dem Haus die Erben nach salischem Recht aus - und es ernennt, zumindest kommissarisch, eine Frau zur Nachfolgerin

In einigen Fürstenhäusern ist die jahrhundertealte Tradition nicht nur positives Leitbild. Manchmal kann sie auch als Relikt aus grauer Vorzeit daherkommen. So zum Beispiel an all den Orten, an denen noch nach salischem Recht vererbt wird - also nur über männliche Nachkommen.

Dieses patriachalische System, männliche Erben zu bevorzugen, führt zum Beispiel dazu, dass in Monaco der jüngere Zwilling Jacques Erbprinz ist - nicht seine einige Minuten ältere Schwester Gabriella. Dass in England Queen Elizabeths Söhne Andrew und Edward in der Thronfolge vor ihrer Schwester, Prinzessin Anne, stehen. Die Generation des kleinen Prinzen George wäre die erste gewesen, die die Thronfolge einfach beim ältesten Kind, egal ob Junge oder Mädchen, belassen hätte - und es war dafür ein jahrelanger, Commonwealth-weiter Rechtssetzungsprozess nötig.

Georg-Constantin starb beim Sturz vom Pferd

Manchmal kann diese altertümlich wirkende Erbenverknappung auch zu gravierenden Nachfolgeproblemen führen, bis hin zum Aussterben eines Zweiges das adligen Hauses. Über diesen Fall musste sich in der vergangenen Woche auch das Haus Sachsen-Weimar-Eisenach Gedanken machen. 

Denn Georg-Constantin Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach, designierter Nachfolger seines Onkels Michael Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach, starb völlig überraschend und mit nur 41 Jahren bei einem Reitunfall. Der in England lebende Georg-Constantin hatte einen Nebenwohnsitz in Weimar.

Erst 2015 hatte er dort in Thüringen Hochzeit gefeiert, noch war er kinderlos - das Haus ist damit nun vor ein gravierendes Nachfolgeproblem gestellt. Und das gilt nicht nur für den Zweig Sachsen-Weimar-Eisenach, sondern gleich für das Gesamthaus Wettin. Denn außer dem Verunglückten - und dessen 70-jährigem Vater - gibt es nur noch: Frauen. 

Eine Frau übernimmt die Stiftungsarbeit

Die Nachfolge des 71-jährigen Michaels im Stiftungsrat einer der größten deutschen Kulturstiftungen "Klassik Stiftung Weimar" hat schon im Januar 2018 seine Tochter Leonie, Prinzessin von Sachsen-Weimar-Eisenach, Herzogin zu Sachsen, Gräfin Wettin, 31, übernommen. 

Leonie von Sachsen-Weimar-Eisenach (links) mit einer Freundin bei einer Fashionshow 2016
Leonie von Sachsen-Weimar-Eisenach (links) mit einer Freundin bei einer Fashionshow 2016
© Getty Images

Ab sofort übernimmt Leonie auch die Rechte und Pflichten des verstorbenen Prinzen als designierte Hauschefin. Kommissarisch, wie es in einer Mitteilung der Familie heißt, aber ohne Zeitbeschränkung. Sie ist als kulturelle Bewahrerin in der Heimatstadt der Familie anerkannt und hat sich, heißt es, regelmäßig mit ihrem Cousin über Fragen der Stiftung ausgetauscht - sie kommt also bestens gerüstet für ihre Aufgabe. Das salische Nachfolgerecht wird im Gesamthaus zunächst ausgesetzt.

Ein Paukenschlag für alle, die gespannt sind, wie es mit den Erbfolgeregelungen der verschiedenen Fürstenhäuser in Zukunft weitergeht und wie lange die Töchter dieser Häuser sich bereitwillig hinter ihren Brüdern anstellen. Auch wenn der Hauschef gegenüber MDR Thüringen darauf verweist, auch Herzogin Anna Amalia, sozusagen die Mutter von Weimar als Zentrum der Klassik, habe damals mit Generalvollmacht für ihren unmündigen Sohn regiert. 

Öffentliche Trauerfeier geplant

Für den verstorbenen Erbprinzen des Adelshauses Wettin soll am 2. Juli in Weimar eine öffentliche Trauerfeier in der Herderkirche (Stadtkirche St. Peter und Paul) stattfinden, gab das Familienoberhaupt, Michael Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach, am Donnerstag bekannt. Der MDR will außerdem erfahren haben, das Georg-Constantin auch in Weimar beigesetzt werden wird.

 

cfu Gala


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