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Großherzog Henri von Luxemburg Er verteidigt seine Frau Großherzogin Maria Teresa

Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa bei einem Spaziergang durch Genf am 26. Januar.
Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa bei einem Spaziergang durch Genf am 26. Januar.
© Cour grand-ducale / Marion Dessard / dana press
Großherzog Henri und vor allem seine Ehefrau Großherzogin Maria Teresa von Luxemburg stehen in der Kritik. Das Problem: die Personalpolitik des Paares. Henri wehrt sich nun in einem emotionalen Statement.

Der luxemburgische Hof um Oberhaupt Großherzog Henri, 64, sowie seine Frau Großherzogin Maria Teresa, 63, hat ein Problem: Weil in den vergangenen Jahren auffällig viele Mitarbeiter gekündigt haben und diese mit Steuergeldern finanziert wurden, hat Premierminister Xavier Bettel, 47, eine Untersuchung angeordnet. Ausgeführt wird sie von Finanzexperte Jeannot Waringo, 67.

Ziel: Die luxemburgische Regierung möchte mehr Kontrolle über das Personalwesen am Hof haben. Waringo soll außerdem Vorschläge  unterbreiten, wie der Hof reformiert werden könnte. Fast acht der rund elf Millionen Euro des Gesamtbudgets des Hauses des Grossherzogs wird für Personalkosten ausgegeben. 

Großherzogin Maria Teresa unter Beschuss

Jahrelang hat man aus Respekt vor der Monarchie keine Kritik äussern wollen. Doch der Wind hat sich gedreht. Grossherzogin Maria Teresa wird als Hauptschuldige der Krise dargestellt, schreibt "Le Quotidien". Ihr Charakter sei stürmisch und autoritär; alle hätten Angst vor einer Konfrontation mit ihr, selbst ihr Mann. Das Personal soll erschöpft sein und Schwierigkeiten damit haben, mit den Stimmungen und Launen der Grossherzogin zurechtzukommen. Harte Anschuldigungen, gegen die sich Henri nun wehrt. 

Großherzog Henri von Luxemburg wendet sich an die Öffentlichkeit

Seine Worte - und neue Fotos von sich und Maria Teresa - schickt der Großherzog am 27. Januar aus Genf, wo sein Schwager Luis Mestre derzeit auf der Intensivstation liegt. Er habe im "Geiste der Offenheit, Transparenz und Modernität" akzeptiert, dass der vom Ministerpräsidenten gewünschte Auftrag über das Personal ausgeführt werde, schreibt Henri. Doch mit Medienberichten, die seine Frau "auf unfaire Weise" behandeln, ist er alles andere als einverstanden. "Die ganze Familie leidet", stellt er klar und fragt: "Warum eine Frau angreifen? Eine Frau, die andere Frauen verteidigt? Eine Frau, die nicht einmal das Recht hat, sich zu verteidigen?"

Das Großherzogpaar im Gespräch. Die Gerüchte über Maria Teresa will man sich nicht gefallen lassen.
Das Großherzogpaar im Gespräch. Die Gerüchte über Maria Teresa will man sich nicht gefallen lassen.
© Cour grand-ducale / Marion Dessard / dana press

Er und Maria Teresa hätten seit ihrer Thronbesteigung die Absicht, die Monarchie in Luxemburg zu modernisieren und diesen Wege wolle man fortführen.  Er werde seine Frau weiterhin bei ihrer karitativen Arbeit unterstützen und macht deutlich: "Ich bin stolz auf das Engagement, die Intelligenz und die Energie, die meine Frau in all ihre Handlungen steckt. Ihr Engagement, 39 Jahre lang mit mir in unserem Land zu arbeiten, ist beispielhaft und für mich von wesentlicher Bedeutung."

Aktuell freut sich das Paar trotz der Sorge um Luis, den Bruder von Maria Teresa, und der Krise um die Personalpolitik auf die Geburt ihres fünften Enkelkindes (Die werdenden Eltern sind Erbgroßherzog Guillaume, 38, und Erbgroßherzogin Stéphanie, 35). Henri schließt sein Statement mit den Worten: "Wir werden weiterhin für Sie da sein und für Luxemburg. Gerade in dieser entscheidenden Zeit, in der unsere Kinder ein Familienleben beginnen, ist es für uns Eltern unabdingbar, dass sie diese schönen Jahre als Erben genießen können."

2020 bekommt die großherzogliche Familie eine Zuwendung von 10,6 Millionen Euro aus Steuergeldern. Der Bericht von Jeannot Waringo wird in nächster Zeit erwartet.

Verwendete Quellen:Dana Press, monarchie.lu

jre

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