Queen Elizabeth: Das passiert nach ihrem Tod

Noch erfreut sich Queen Elizabeth guter Gesundheit und geht ihren Pflichten nach. In England ist man aber seit Jahren auf alles vorbereitet - auch auf ihren Tod. Eine minutiös geplante Operation regelt alle Aspekte der Trauer

Es klingt makaber, aber in England bereitet man sich seit vielen Jahren auf den Todestag von Queen Elizabeth vor - obwohl sich die rüstige Königin selbst mit fast 91 Jahren noch wacker schlägt. Wenn es aber so weit ist, dann holen Behörden, Würdenträger, Fernseh- und Radiosender im ganzen Königreich einen Ablaufplan aus der Schublade, der in der Vergangenheit immer wieder heimlich geübt und der aktuellen Lage angepasst wurde.

Ein Codewort verrät den Tod der Queen

Die Operation soll laut "The Guardian" den Codenamen "London Bridge" tragen und sich seit den 1960er Jahren in Planung befinden. Darin sei geregelt, wer wann was zu tun habe und was in welcher Reihenfolge stattfinden solle, wenn die Königin - beispielsweise nach einer kurzen Krankheit - sterbe. Laut der britischen Zeitung werde mit dem Satz "London Bridge is down" unmissverständlich die Operation gestartet.

König Felipe und Königin Letizia

Sie feiern ihren 15. Hochzeitstag

Königin Letizia und König Felipe
König Felipe und Königin Letizia feiern ihren 15. Hochzeitstag. Eine Liebesgeschichte, die einem Märchen gleicht.
©Gala

Wenig Übung in England

Viel Übung im Umgang mit dem, was zu erwarten ist, hat man in England nicht. Die meisten Briten haben nie eine andere Königin erlebt und keine Vorstellung davon, wie es ist, wenn ein Monarch stirbt und ein neuer auf den Thron kommt.

Den letzten Tod eines regierenden Königs musste man in England vor über 65 Jahren verkünden: George VI., Queen Elizabeths Vater, starb am 6. Februar 1952. Der Codename für seinen Tod soll "Hyde Park Corner" gelautet haben.

Seither trug man 1997 Prinzessin Diana und 2002 Königin Elizabeth, Queen Mum, 2002, zu Grabe - vergleichbar mit dem, wie in England passieren wird, wenn die Queen tot ist, waren beide Fälle allerdings nicht.

Die Rolle von Prinz Charles und Co.

In dem Moment, in dem der Tod der Königin festgestellt ist, ist Prinz Charles König. "The Guardian" geht davon aus, dass seine Geschwister Anne, Andrew und Edward die ersten sein werden, die dem neuen Regenten die Ehre erweisen und seine Hand küssen.

Windsors

Die Thronfolge im englischen Königshaus

Platz 1: Prinz Charles (ältester Sohn von Queen Elizabeth)
Platz 2: Prinz William (ältester Sohn von Prinz Charles)
Prinz George
Den Gang über den roten Teppich meistert sie danach perfekt. Mit ihrem zurückhaltenden Lächeln verzückt sie alle.

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Die Nachricht vom Ableben der Queen (und vom neuen König) soll dann vom Privatsekretär der Verstorbenen an den Premierminister oder die Premierministerin weitergegeben werden. Wenn Theresa May noch im Amt ist, würde man sie dafür sogar aus dem Bett klingeln.

Als nächstes sollen dann vom Außenministerium diejenigen Regierungen in Übersee informiert werden, dessen Staatsoberhaupt die Queen ebenfalls war. Hinzu kommen die Regierungschefs der Commonwealth-Nationen. Bis dahin sollen, so beschreibt die Zeitung den Plan, nur hohe Regierungsvertreter eingeweiht sein. Die Untertanen und die weltweite Öffentlichkeit folge erst später.

Queen Elizabeth

Ein Leben für die Krone

2. Juni 1953  Vor 66 Jahren wurde aus der jungen Elizabeth auch ganz offiziell eine Königin. Nach dem Tod ihres Vaters König Georg VI. im Februar 1952 hatte sie den Thron schon bestiegen, die Krönungsfeierlichkeiten brauchten jedoch Zeit. Diese seltene Farbaufnahme stammt aus der TV-Dokumentation "A Queen Is Crowned", ihre Krönung war schließlich die allererste, die im Fernsehen übertragen wurde.  Aber beginnen wir von vorne ...
1926: Elizabeth mit ihren stolzen Eltern.
29. Mai 1926  Queen Elizabeth wird in der Privatkapelle des Buckingham Palastes auf den Namen Elisabeth Alexandra Mary getauft. Ihre Paten waren ihre Eltern, Lord Strathmore, Prinz Arthur (Urgroßonkel väterlicherseits), Prinzessin Mary (Tante väterlicherseits) und Mary Elphinstone (Tante mütterlicherseits).
1927  Mit einem Jahr bezauberte die kleine Lizzie schon mit sonnigem Gemüt.

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Erst die Regierung, dann die Öffentlichkeit

Laut Operation "London Bridge" solle die Presse weltweit gleichzeitig vom Palast die Neuigkeit erfahren. Gleichzeitig behalte man die Tradition bei, dass ein Hofbediensteter, in diesem Fall in Trauerkleidung, eine Ankündigungstafel am Tor des Buckingham Palace platzieren werde, auf der die traurige Nachricht zu lesen sein wird. Auf einer solchen Tafel sah man zuletzt die Geburtsneuigkeiten der königlichen Urenkelkinder George und Charlotte.

Bis die Tafel steht, dürften aber andere Kanäle sehr viel schneller gewesen sein. Das Königshaus hat eine eigene Webseite und auch für diese gibt es einen Plan: Sie wird vor schwarzem Hintergrund nur diese eine Nachricht zeigen.

Fernseh- und Radiosender haben eigene Pläne

Es ist bekannt, dass die Fernsehsender und Zeitungen eigene Übungen abhalten und Material für den Ernstfall sammeln, um auf alles vorbereitet zu sein. Durch eine Twitter-Panne kam dies unlängst noch einmal heraus.

Radiosender sollen ihre Programme sofort umstellen und die Nachricht verbreiten, unterbrochen nur durch angepasste Musik, die die Stimmung der Nation widerspiegeln solle.

Queen Elizabeth

Auf Twitter für tot erklärt

Queen Elizabeth

Trauerprogramm für die Queen

"London Bridge" plane nach dem Todestag sehr genau die weiteren Tage der Staatstrauer in ihrem Ablauf. In dieser Zeit solle der neue König, Charles, proklamiert werden und eine Vier-Nationen-Tour absolvieren.

In London solle "Westminster Hall" geschlossen und auf die Aufbahrung des Sarges vorbereitet werden. Zwölf Tage bekämen die Untertanen hier die Chance, sich von ihrer Königin, die in einem offenen Sarg liegen werde, zu verabschieden. Es folge ein Staatsbegräbnis in der "Westminster Abbey", ehe die Queen in Windsor beerdigt werden solle.

Prinz Charles

Königlicher Azubi mit 67

Prinz Charles

Nach der Trauer, deren Ausmaß bei aller Planung nicht absehbar ist, geht es noch weiter. Für den neuen König braucht es neue Münzen mit seinem Konterfei drauf, neue Briefmarken, die Hymne muss umgeschrieben werden (was vermutlich längst passiert ist) und an vielen hundert öffentlichen Stellen wird man das Porträt der Queen abnehmen und den neuen König aufhängen. Getreu dem ewigen royalen Motto: Die Königin ist tot, es lebe der König.

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