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Prinzessin Delphine Alt-König Alberts uneheliche Tochter litt an Magersucht

Prinzessin Delphine
Prinzessin Delphine
© OLIVIER POLET / Dana Press
Die Ungewissheit über ihre eigene Identität mündete bei Prinzessin Delphine in einer Magersucht. In einer Dokumentation sprach Alt-König Alberts Tochter nun darüber, wie schlimm es für sie war, "jahrelang das versteckte und uneheliche Kind" zu sein.

Lange Zeit wusste Prinzessin Delphine, 53, nicht, dass Alt-König Albert von Belgien, 87, ihr Vater ist, kannte ihn nur als den netten Freund ihrer Mutter. Mit 17 Jahren erfuhr sie von seiner Identität. Doch die Künstlerin spürte schon als Kind die Spannung dieser Geheimhaltung und die Ungewissheit über ihre eigene Identität. Irgendwann geriet alles außer Kontrolle. Delphine erkrankte an einer Magersucht.

In der dreiteiligen Dokumentation "Delphine: mijn verhaal" (dt: "Delphine: meine Geschichte") von "VRT News", die am 12. Januar 2022 auf dem Sender Eén ausgestrahlt wurde, spricht die heutige Prinzessin darüber, wie es für sie war, jahrelang das versteckte uneheliche Kind von König Albert zu sein.

Prinzessin Delphine: "Das versteckte Kind einer außerehelichen Beziehung zu sein, kann tiefe Narben hinterlassen"

Delphine hat schwere Jahre hinter sich. Sie musste sich ihre wahre Identität hart erkämpfen. Im Oktober 2020 gewann sie den jahrelangen Rechtsstreit mit ihrem leiblichen Vater, trägt seitdem den Titel Königliche Hoheit.

Alt-Königin Paola, Alt-König Albert und Prinzessin Delphine (v.l.n.r.)  bei einem Treffen auf Schloss Belvedere in Brüssel am 25. Oktober 2020.
Alt-Königin Paola, Alt-König Albert und Prinzessin Delphine (v.l.n.r.)  bei einem Treffen auf Schloss Belvedere in Brüssel am 25. Oktober 2020.
© KONINKLIJK PALEIS BRUSSEL / dana press

Dieser Kampf hat jedoch schon früh negative Auswirkungen gezeigt, wie Delphine im Interview mit der Journalistin Pascale Mertens deutlich macht: "Ein verstecktes Kind in einer außerehelichen Beziehung zu sein, kann tiefe Narben hinterlassen. Ein Kind sollte niemals das Opfer einer solchen Situation sein."

Delphine spricht erstmals über ihre Magersucht

Die Identitätssuche und das jahrelange Versteckspiel mündeten bei der belgischen Prinzessin in einer Essstörung. Im Alter zwischen 13 und 17 Jahren litt sie an Magersucht. Darüber spricht Delphine in der Dokumentation nun zum ersten Mal.

Sie wolle durch den Film ihr wahres Ich zeigen. Dazu gehöre auch, keine Tabus zu haben. "Essstörungen sind immer noch oft ein Tabuthema, und ich möchte unbedingt davon erzählen, damit sich andere [...] Menschen, die damit zu kämpfen haben, sich nicht so schlecht und so allein damit fühlen", erklärt die zweifache Mutter.

"Ich wäre fast gestorben, als ich 15 war"

Die heute 53-Jährige wollte wieder Kontrolle über ihr Leben zurückerlangen. "Ich wollte verschwinden, also hörte ich auf zu essen […] Ich konnte nicht alles um mich herum kontrollieren. Ich konnte aber mein Essen kontrollieren", erklärt sie – eines von vielen typischen Merkmalen einer Essstörung. Delphine verlor viel Gewicht, brachte irgendwann nur noch 30 Kilo auf die Waage. "Ich wäre fast gestorben, als ich 15 war", offenbart die Prinzessin. Die Ärzte warnten ihre Mutter, dass ihr Herz nicht mehr lange durchhalten würde. Sie holte sich Hilfe. Auch die Kunst half ihr beim Genesungsprozess.

Informationen zu Hilfsangeboten

Erkennen Sie bei sich Anzeichen einer Essstörung? Das Beratungstelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hilft Ihnen anonym weiter, zu erreichen ist es unter: 0221/892 031. Weitere professionelle und spezialisierte Beratungsangebote finden Sie außerdem auf den Infoseiten der BZgA.

Delphine möchte mit ihrer Geschichte nicht nur anderen Betroffenen helfen, sondern selbst auch mit einer schwierigen Phase ihres Lebens endgültig abschließen. Der Palast wurde nach Angaben von "VRT News" über den Dokumentarfilm informiert und habe kürzlich auch das Endprodukt gesehen.

Verwendete Quelle: vrt.be/vrtnws/nl

jse Gala

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