Prinzessin Cristina: Sie muss vor Gericht

Prinzessin Cristina muss sich vor Gericht verantworten, ihr werden Steuerbetrug und Geldwäsche vorgeworfen. Ob die Königstochter im März aber tatsächlich in Palma vor den Richter treten wird, ist noch fraglich

Am 8. März soll Prinzessin Cristina, der Steuerbetrug und Geldwäsche vorgeworfen werden, vor Gericht in Palma erscheinen. Richter José Castro legte neue Beweise in seiner mehr als 200 Seiten starken Anklageschrift vor, die - so berichtet unter anderem die "Frankfurter Rundschau" - den Obersten Gerichtshof der Balearen offenbar überzeugten. Laut der spanischen Zeitung "El Mundo" hat die Verteidigung der 48-Jährigen allerdings verschieden Medien gegenüber angekündigt, gegen diesen Beschluss Beschwerde einzulegen. Sollte die Beschwerde Erfolg haben, könnte damit zwar verhindert werden, dass Prinzessin Cristina als erstes Mitglied der königlichen Familie vor Gericht erscheinen muss.

Die erneuten Negativschlagzeilen rund um die Prinzessin dürften aber die Abdankungsdebatte um König Juan Carlos weiter anheizen. Einer am Wochenende veröffentlichten Umfrage von "El Mundo" zufolge, wünscht sich die Mehrheit der Spanier inzwischen, dass der 76-jährige Monarch zugunsten von Kronprinz Felipe abdankt. Der 45-Jährige gilt, dank seines skandalfreien Lebenswandels, als äußerst beliebt.

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Seit mehr als zwei Jahren beschäftigt die spanische Justiz der Korruptionsskandal mit royaler Beteiligung. Zunächst wurde gegen Iñaki Urdangarín, den Ehemann von Prinzessin Cristina ermittelt. Der Vorwurf lautete, der königliche Schwiegersohn habe mit seiner Wohltätigkeitsorganisation "Nóos" öffentliche Gelder in Millionenhöhe veruntreut. Enthüllungen seiner ehemaligen Geschäftspartner sorgten für jede Menge Schlagzeilen, Urdangarín bestritt die Vorwürfe aber. Im Laufe der Ermittlungen lastete man dem Ex-Handballspieler außerdem Betrug, Steuerhinterziehung und Urkundenfälschung an und erhob schließlich Anklage.

Immer wieder geriet auch Urdangaríns Ehefrau Cristina ins Visier der spanischen Justiz, die sich - genau wie die Untertanen - fragte, inwieweit die Tochter von König Juan Carlos über die Geschäfte ihres Ehemannes informiert gewesen war. Richter Castro scheiterte im April 2013 allerdings mit seinem Versuch, die Prinzessin vor Gericht zu ihrer Beteiligung an den Geschäften ihres Mannes zu befragen. Wie "El Mundo" berichtet, befand eine höhere Instanz, der Richter habe zu wenig in der Hand gegen die Königstochter.

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