Prinzessin Cristina: Nun doch unter Anklage

Prinzessin Cristina, die Schwester von König Felipe von Spanien, wird angeklagt. Der Vorwurf: Sie soll Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet haben

Es kommt doch zu einem Prozess mit royaler Beteiligung: Am Montag hat das spanische Gericht unter Ermittlungsrichter Josè Castro entschieden, dass Prinzessin Cristina wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung angeklagt wird. Ihr werden zwei Fälle aus den Jahren 2007 und 2008 zur Last gelegt. Das berichtet ""ElPais.com". Zusammen mit 16 anderen Beschuldigten soll die Schwester von König Felipe in der zweiten Jahreshälfte des kommenden Jahres in Palma vor Gericht stehen. Einer der Angeklagten ist ihr Mann, der ehemalige Handball-Spieler Iñaki Urdangarin.

Langjährige Ermittlungen

Die Ermittlungen in dem Fall dauern bereits rund vier Jahre. Immer wieder hatte es neue Enthüllungen und Anschuldigungen gegeben. Zunächst war nur der Schwiegersohn von König Juan Carlos unter Verdacht geraten, mit seiner Firma aus der Stiftung "Noos" Gelder abgezogen und Beträge in Millionenhöhe veruntreut zu haben. Hinzu kam später der Vorwurf des Betruges und der Steuerhinterziehung.

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Im Zuge der Ermittlungen der Justiz hatte Prinzessin Cristina als erstes Mitglied der königlichen Familie überhaupt im Februar 2014 vor Gericht aussagen müssen. Während der Befragungen hatte die 49-Jährige beteuert, sie habe nichts von den Geschäften ihres Mannes gewusst.

Schadensersatz gefordert

Vor rund zwei Wochen hatte die Staatsanwaltschaft noch die Einstellung des Verfahrens gegen Prinzessin Cristina gefordert und die Zahlung von Schadenersatz verlangt. Die geforderte Summe hatte die Königstochter in der letzten Woche gezahlt.

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Nun hat der Prozess allerdings eine andere Wendung genommen: Zwar wurde der Vorwurf der Geldwäsche fallengelassen. Aber der Verdacht, dass Prinzessin Cristina in die Steuerhinterziehungen verwickelt ist, besteht offenbar weiterhin.

Laut "ElPais.com" hinterlegte Prinzessin Cristina bereits die vom Gericht geforderte Sicherheitssumme in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro. Ihr Mann Iñaki Urdangarin musste fast 15 Millionen Euro hinterlegen. Dem Schwager von König Felipe und Königin Letizia drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Die Infantin ist damit das erste Mitglied des Königshauses, das sich vor Gericht verantworten muss. Seit ihr Bruder Felipe König ist, zählt Prinzessin Cristina nicht mehr zum Kern der königlichen Familie, sondern lediglich zur Familie des Königs. Repräsentative Aufgaben und Auftritte übernimmt sie seither so gut wie nicht mehr.

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