Prinzessin Cristina: Jetzt geht es um alles

Der Prozess um Spaniens Infantin Cristina geht in die Schlussphase: Die Ankläger fordern in ihren Plädoyers hohe Haftstrafen für ihren Mann Iñaki Urdangarin

Prinzessin Cristina, die älteste Schwester von König Felipe von Spanien, musste am Freitag (10. Juni) erneut vor Gericht in Palma de Mallorca erscheinen. Es ging in die Schlussphase des Prozesses. Die 50-Jährige trug zur einfachen weißen Bluse eine beige Strickjacke - vom einstigen royalen Glamour ist keine Spur mehr.

Nach mehr als fünf Monaten neigt sich der Prozess gegen sie, ihren Ehemann Iñaki Urdangarin und die weiteren Angeklagten dem Ende zu. Nach den Plädoyers der Staatsanwaltschaft und der Nebenkläger sollen in der kommenden Woche die Verteidiger plädieren und damit ihre Mandanten vor hohen Gefängnisstrafen bewahren.

Hohe Haftstrafe gefordert

Medienberichten zufolge forderte die Staatsanwaltschaft für den Schwager von König Felipe fast 20 Jahre Haft. Für den anderen Hauptangeklagten Diego Torres, seinen ehemaligen Geschäftspartner, seien mehr als 16 Jahre gefordert worden. Ihnen wird unter anderem Unterschlagung, Betrug, Bestechung und Geldwäsche zur Last gelegt. Als Präsident der gemeinnützigen Stiftung "Nóos" soll Iñaki Urdangarin zusammen mit Torres rund sechs Millionen Euro Steuergelder veruntreut haben.

Haft für die Prinzessin?

Laut Agentur "Danapress" bezweifelten Gutachter der Finanzbehörden in den letzten Tagen zwar, ob Infantin Cristina überhaupt ein strafrechtlich relevantes Verhalten vorzuwerfen sei. Eine Anwältin der Nebenklage forderte allerdings weiterhin acht Jahre für die Infantin, so "ElPais.com".


Beim Verlassen des Gerichts wirkt das Ehepaar erleichtert - aber der Prozess ist noch nicht beendet.

Auch wenn die Prinzessin und Ehemann Iñaki nach der Verhandlung am Freitag erleichtert wirkten, ausgestanden ist das Ganze noch längst nicht. Wann nämlich, nach den weiteren Plädoyers, das Urteil gesprochen wird, ist noch nicht klar. Zwar soll der Prozess bis Ende Juni abgeschlossen sein, es könne aber, so heißt es in den spanischen Medien, einige Wochen oder gar Monate dauern, ehe klar ist, welche Zukunft das Paar erwartet.

Cristina beteuert ihre Unwissenheit

Dass mit der 50-Jährigen überhaupt eine Verwandte des Königs vor Gericht steht, gab es in der Geschichte Spaniens noch nie. Der Vorwurf gegen sie lautet "Beihilfe zum Steuerbetrug". Denn: Cristina war Teilhaberin einer Firma ihres Mannes, die laut Staatsanwaltschaft dazu benutzt wurde, Gelder aus der Stiftung zu schleusen. Bei den gerichtlichen Vernehmungen allerdings, hatte König Juan Carlos' Tochter immer wieder beteuert, nichts von den Geschäften gewusst zu haben.

Inaki + Cristina

Es war einmal ... ein Glamour-Paar

Inaki Urdangarin, Prinzessin Cristina (2004)
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