Prinzessin Cristina: Die Prinzessin ohne Rolle

Zwar ist Cristina von Spanien vom Vorwurf der Geldwäsche befreit. Bei ihrem Bruder, dem König, wird sie aber keine Rolle mehr spielen

Infantin Cristina

Die Schwester des spanischen Königs, Infantin Cristina, darf kurz durchatmen: In der Finanzaffäre um ihren Mann hat das oberste Gericht in Palma de Mallorca am Freitag den schwerwiegenden Vorwurf der Geldwäsche gegen die 49-Jährige fallen gelassen. In Sicherheit wiegen darf sich Cristina trotzdem nicht. Ihr droht weiterhin eine Anklage wegen Steuerhinterziehung. Jetzt wird Ermittlungsrichter José Castro entscheiden, ob die Infantin vor Gericht muss oder nicht.

Gehen auf Distanz zu Cristina und deren Ehemann: Letizia und Felipe, hier beim Empfang der chilenischen Präsidentin Ende Oktober in Madrid.

Die Vorwürfe waren gewaltig: Prinzessin Cristina soll in den Korruptionsskandal ihres Mannes verwickelt sein, der ehemalige Handballprofi Iñaki Urdangarín hat mithilfe seiner Stiftung Nóos sechs Millionen Euro Spendengelder hinterzogen. Cristina habe davon gewusst - dessen ist sich zumindest Richter Castro sicher. Der hat der Korruptheit der spanischen Elite den Kampf angesagt - und macht auch vor dem spanischen Königshaus nicht Halt. Schon im Februar nahm er die Prinzessin bei einer Anhörung auf Mallorca stundenlang in die Mangel. Zu seinem Ärger antwortete sie auf seine rund 400 Fragen ausweichend, stellte sich dumm.

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©Gala

Während Castro die Königstochter anklagen wollte, war ausgerechnet der Staatsanwalt dagegen. Für viele ein Anzeichen, dass die Königsfamilie immer noch viele Getreue in den Reihen der Mächtigen besitzt.

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Doch wie reagiert der spanische König auf all das? "Wir respektieren die Unabhängigkeit des Gerichts", hieß es kurz und trocken aus dem Palast. Und ein Königshaussprecher erinnerte daran, dass die Schwester des Monarchen "kein Mitglied der Königsfamilie ist. Sie nimmt weder institutionelle Repräsentationen wahr, noch erhält sie vom Königshaus Gelder aus dem Staatshaushalt." Viele Spanier fordern, dass Cristina, die in der spanischen Thronfolge immer noch Rang sechs inne hat, mit Blick auf das Ansehen der Monarchie auf ihr Erbfolgerecht verzichten sollte. Offenbar sieht das auch Felipe so, sein Sprecher meint: "Diese Entscheidung muss die Infantin selber treffen."

Signale dafür, dass sich Felipe zugunsten seines Landes gegen seine eigene Schwester stellt. "Letizia und Felipe sind seit Bekanntwerden des Skandals konsequent auf Distanz zu Cristina und ihrem Mann gegangen", erklärt Königshausexpertin Almudena Martínez-Fornés gegenüber GALA. Sie erinnert daran, dass Felipe gleich nach seiner Thronbesteigung - zu der seine Schwester nicht eingeladen war - neue Palastregeln eingeführt hat, um das beschädigte Image der Königsfamilie wieder aufzupolieren.

Am Wochenende gingen Felipe und Letizia scheinbar unbeeindruckt ihrem Alltag nach: Während der König im Zarzuela-Palast den neuen Erzbischof von Madrid empfing, reiste seine Frau nach Lissabon, wo sie eine Ausstellung über die "Schätze der spanischen Königspaläste" eröffnete. Cristinas Anwalt legte derweil Widerspruch gegen die Entscheidung ein, den Vorwurf des Steuerbetrugs bestehen zu lassen. Es gebe dafür "keine ausreichende Grundlage"

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