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Prinzessin Amalia Als Königin dürfte sie eine Frau heiraten, aber …

Prinzessin Amalia
Prinzessin Amalia
© Dana Press
Prinzessin Amalia der Niederlande ist noch nicht einmal volljährig und schon wird um die Erbfolge der zukünftigen Thronfolgerin diskutiert. Der Grund: Ein Interview, in dem es hieß, dass sie als Königin keine Frau heiraten dürfe. Dem ist aber nicht so, wie Ministerpräsident Mark Rutte jetzt aufklärt.

Wird Prinzessin Amalia, 17, ihre zukünftige Partnerwahl doch frei entscheiden können? Zuletzt schlug eine Aussage von Peter Rehwinkel im Rahmen der Veröffentlichung des Buches "Amalia – De plicht roept" (dt.: Amalia – Die Pflicht ruft) hohe Wellen. Laut der Tageszeitung "NRC Handelsblad" hieß es, dass die niederländische Thronfolgerin – falls sie es wollen würde – niemals eine Frau heiraten dürfe. Nun hat Ministerpräsident Mark Rutte, 54, sich am 12. Oktober 2021 in einer schriftlichen Stellungnahme zu den Gerüchten geäußert.

Prinzessin Amalia: Als Königin dürfte sie eine Frau heiraten

In wenigen Wochen, am 7. Dezember 2021, wird Amalia volljährig. Damit beginnt ein herausforderndes neues Kapitel für die niederländische Thronfolgerin, die theoretisch ab diesem Zeitpunkt den Platz ihres Vaters König Willem-Alexander, 54, einnehmen könnte. Doch nicht nur ihre royalen Pflichten nehmen bald zu. Auch Amalias bisher privates Liebesleben ist dann nicht mehr nur ihre Angelegenheit. Für eine Ehe benötigt die Prinzessin zukünftig die Zustimmung des Parlaments. Gesetzlich war es nicht offiziell festgelegt, doch Peter Rehwinkel erinnerte sich in seinem Interview daran, dass die 2000 beschlossene gleichgeschlechtliche Ehe in den Niederlanden nicht für Königliche gelten würde.

Ist dem immer noch so? Wie fortschrittlich ist die niederländische Monarchie wirklich? Mark Rutte klärt auf. In einem Schreiben, das auf der niederländischen Regierungsseite im Namen des Kabinetts veröffentlicht wurde, heißt es: "Das Kabinett ist der Auffassung, dass der Erbe auch eine Person des gleichen Geschlechts heiraten kann und sieht kein Hindernis für ein Zustimmungsgesetz für die Ehe eines Erben mit einer Person des gleichen Geschlechts. Das Kabinett sieht daher nicht, dass ein Thronfolger oder der König auf den Thron verzichten müsste, wenn er/sie einen gleichgeschlechtlichen Partner heiraten möchte."

Welche Folgen hätte eine gleichgeschlechtliche Ehe für die niederländische Thronfolge?

Wen Prinzessin Amalia als zukünftige Königin lieben wird, steht ihr demnach frei. Das hätte aber Folgen für die verfassungsmäßige Erbfolge, wie Rutte weiter erklärt: "Zweck der verfassungsrechtlichen Bestimmungen über die Erbfolge ist es, auf objektiver und eindeutiger Grundlage festzulegen, auf wen das Königtum übergeht, und so die politisch gewünschte Sicherheit der Erbfolge zu erreichen." Der Ministerpräsident weist aber auch darauf hin, dass die Familienformen sich im Laufe der Zeit geändert haben. Sie sind vielfältiger und pluraler geworden, was im "Spannungsverhältnis zu dem in der Verfassung verankerten geschlossenen System der Thronfolge" stehen würde.

Das bedeutet aber nicht, dass falls Amalia eine Frau heiraten wollen würde, die Niederlande Gefahr laufen, keinen weiteren Thronfolger oder keine weitere Thronfolgerin zu haben. Was die Erbfolge betrifft, müsse laut Rutte dann der Einzelfall geprüft werden:

"Erforderlichenfalls können die Regierung und die Generalstaaten bei den Beratungen über ein künftiges Zustimmungsgesetz die Stellung der aus der betreffenden Ehe hervorgegangenen Kinder in Bezug auf das dann geltende Abstammungsrecht weiter prüfen. Es ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht angebracht, einer solchen Prüfung der Rechtsnachfolge im Rahmen eines Zustimmungsgesetzes vorzugreifen. Dies würde zu sehr von den Tatsachen und Umständen des Einzelfalls abhängen, die sich, wie sich im Nachhinein im Familienrecht zeigt, auch im Laufe der Zeit ändern können."

Verwendete Quellen: tweedekamer.nl, nrc.nl, danapress.com

jse Gala


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