Prinzessin Aiko von Japan: Warum sie niemals Kaiserin werden wird

In Japan bricht eine neue Zeit heran: Am 1. Mai 2019 wird Kronprinz Naruhito zum neuen Herrscher des Landes ernannt. Seine Tochter, Prinzessin Aiko, wird ihm jedoch niemals in das Amt des Kaisers folgen

Prinzessin Aiko, die Tochter von Prinz Naruhito und Prinzessin Masako

Es ist der 15. Mai 2001, als das japanische Volk eine Nachricht vom Kaiserpalast erhält, auf die es fast acht Jahre lang gewartet hat: Prinz Naruhito, der seinem Vater Kaiser Akihito eines Tages auf den Chrysanthemen-Thron folgen wird, und seine Frau Masako erwarten ihr erstes Kind. Bereits seit Juni 1993 ist das Paar verheiratet; musste 1999 eine Fehlgeburt verkraften. Jetzt, endlich, ein Baby! Die Menschen im Land der aufgehenden Sonne sind außer sich vor Freude. 

Eine kleine Prinzessin für Japan, aber ... 

Am 1. Dezember 2001 wird Prinzessin Aiko gesund in Tokio geboren. Ein wunderbares Ereignis, das jedoch einen Haken hat: Laut des "Imperial Household Law", dem Gesetz über den Kaiserlichen Haushalt von 1947, sind weibliche Nachkommen des Kaisers von der Thronfolge ausgeschlossen.

Prinz Naruhito (l.) und Prinzessin Masako von Japan (r.) verlassen am 8. Dezember 2001 mit ihrer Tocher Prinzessin Aiko die Palastklinik in Tokio. 

Seit 1965 ist kein Junge mehr ins Kaiserhaus geboren worden. Auch Prinz Fumihito, Aikos Onkel, hat "nur" zwei Töchter. Somit hat Kaiser Akihito zum jetzigen Zeitpunkt keine Nachfahren, die nach seinen Söhnen Naruhito (Platz eins der Thronfolge) und Fumihito (Platz zwei) den Thron besteigen können. Platz drei der Nachfolge belegt Prinz Masahito, Akihitos Bruder.

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©Gala

Japan denkt über eine Gesetzesänderung nach

Die Zeit vergeht, und 2004 neigt sich dem Ende zu. Prinzessin Aiko ist ein kleines, aufgewecktes Mädchen - und immer noch Einzelkind. Die japanische Regierung zeigt sich offen, eine Änderung der Thronfolge-Passage zu prüfen. Es sei eine "Frage von nationaler Bedeutung", eine stabile Thronfolge zu ermöglichen, betont Regierungssprecher Hiroyuki Hosoda im Dezember.

Japan

Konichiwa beim Kaiser

7. September 2019  Bei einem Besuch in einem Tierheim in Akita, Japan, schließen Kaiser Kaiser Naruhito und seine Frau Kaiserin Masako Freundschaft mit einem vierbeinigen Bewohner.
7. September 2019  Ob das Kaiserpaar den kleinen Hund mit nach Hause nimmt, wissen wir leider nicht, aber Spaß hatten die beiden mit ihrem neuen Freund auf jeden Fall.
1. August 2019  Die japanische Kaiserfamilie verabschiedet sich in den Urlaub. Naruhito, Masako und Tochter Aiko werden einige Tage in der Villa Suzaki in der Stadt Izukyu Shimoda verbringen.
1. August 2019  Prinzessin Aiko winkt lächelnd neben ihrer Mutter, Kaiserin Masako.

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Dann passiert etwas, was die langwierige und anhaltende Debatte um Aikos Berücksichtigung im Keim ersticken lässt: Am 6. September 2006 kommt mit Prinz Hisahito, dem dritten und jüngsten Kind von Prinz Fumihito, nach 41 Jahren der erste männliche Thronerbe in Japan zur Welt. Am 3. Januar 2007 kündigt Premierminister Shinzō Abe an, den Vorschlag zur Änderung des Kaiserlichen Haushaltsgesetzes fallen zu lassen. Damit steht Prinz Hisahito aktuell auf Platz drei der Thronfolge und wird eines Tages - sollte das Gesetz des Kaiserlichen Haushalts nicht überraschend zugunsten Aikos geändert werden - der 127. Kaiser von Japan.

Prinzessin Aiko - hier mit ihren Eltern Prinz Naruhito und Prinzessin Masako - arbeitet sich langsam in ihre royalen Pflichten ein und begleitet ihre Eltern ab und an schon zu Terminen. Am 1. Mai 2019 werden Naruhito und Masako zum Kaiserpaar ernannt.

Weibliche Mitglieder der kaiserlichen Familie haben es schwer

Prinzessin Masako hadert mit dem Leben am Hof

Der Druck, einen Sohn zu gebären, die Enttäuschung, es nicht geschafft zu haben, und generell das Leben am kaiserlichen Hof sollen die Gründe sein, warum Aikos Mutter Masako laut einer Erklärung des Palastes 2004 an einer "stressbedingten Anpassungsstörung" (wohinter sich in Wahrheit eine Depression verbirgt) leiden soll. So schwer, dass Masako sich nach der Geburt Aikos immer mehr aus der Öffentlichkeit zurückzieht und bis heute nur selten Termine wahrnimmt. Erst im Dezember 2018 erklärt die künftige Kaiserin, auf dem Weg der Besserung zu sein: "Ich bin glücklich, jetzt mehr offizielle Aufgaben als zuvor erfüllen zu können, Schritt für Schritt."

Eheglück statt Prinzessinentitel

Auch Prinzessin Mako, Aikos Cousine, wird die Härte des Gesetztes über den kaiserlichen Haushalt zu spüren bekommen: Wenn sie ihren bürgerlichen Verlobten Kei Komuro wie geplant heiraten wird, wird sie aus der kaiserlichen Familie ausgeschlossen werden und ihren royalen Status verlieren. Die frühere Prinzessin Ayako, Enkelin des Cousins von Kaiser Akihito, hat diesen harten Einschnitt schon hinter sich: Seit ihrer Hochzeit im Oktober 2018 muss sie auf eigenen Beinen stehen.

Prinzessin Ayako strahlt in ihrem zweiten roten Brautgewand besonders schön neben ihrem Mann

 

Verwendete Quelle: BBC, Japan Times, New York Times

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