Prinz Laurent: Seine Apanage steht auf dem Spiel

Prinz Laurent von Belgien hat immer mehr Probleme. Noch ein Fehltritt und er wird seine Apanage von 308 000 Euro pro Jahr verlieren. Das sagt nicht irgendjemand, sondern der Belgische Premierminister

Prinz Laurent

Einige Verwarnungen hatte Prinz Laurent bereits, nun hat Belgiens Premierminister Charles Michel sich offenbar eingeschaltet. Politische Quellen erzählten der Zeitung "Het Nieuwsblad", dass der Regierungschef sich am 16. Januar eine Stunde lang mit König Philippes Bruder getroffen hat.

Der Premierminister hat es laut den Zeitungsquellen satt, dass der Prinz sich mehrmals negativ unter anderem über Familienmitglieder und Politiker geäußert hat. Er soll Laurent nochmals erklärt haben, dass er sich zu benehmen hat, um eine Apanage zu bekommen.

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Eigentlich sollte dem 53-Jährigen bekannt sein, was auf dem Spiel steht - vor allem, weil er mehr als einmal wegen Fehltritten zur Ordnung gerufen wurde.

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Benimmregeln für die Royals

Die belgische Mehrheitsparteien haben einen Gesetzentwurf zu den königlichen Apanagen im Parlament eingereicht. Dieser ging am 1. Januar 2014 in Kraft und sieht vor, dass König Albert, Prinzessin Astrid und Prinz Laurent zwar eine Apanage empfangen werden, aber dass sie dafür einiges tun sollen.

Sie sollen sich "benehmen" um diese finanziellen Zuwendungen ganz oder in Teilen nicht zu verlieren. Dazu gehört, dass sie ihre offiziellen und privaten Reisen außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums beim Außenministerium melden sowie auch Reisen von "politischer Bedeutung". Sie sollen durch Worte, Verhalten oder Benehmen die Würdigkeit und Ehrbarkeit ihre Funktionen nicht in Gefahr bringen. Und ihre Meinung in der Öffentlichkeit nicht einfach äußern.

Prinz Laurent

Prinzenrolle und Putsch

Prinz Laurent

Laurent nimmt kein Blatt vor den Mund

Aber genau dies scheint König Alberts jüngerer Sohn nicht zu schmecken: Im Oktober 2015 sagte er zu Journalisten, dass Politiker und Familienmitglieder ihn belästigen und beschimpfen würden. Er verglich Politiker mit Idioten. Im Dezember 2016 erzählte er erneut, dass er schon seit Jahren beschimpft und belästigt werde und dass es ihm fast unmöglich gemacht werde zu arbeiten. Zurückhaltung in Meinungsäußerungen klingt definitiv anders.

"Prinz Vollgas" auf Tour

Die Nummer elf der belgischen Thronfolge sorgte in der Vergangenheit nicht nur mit seinen Äußerungen für Schlagzeilen: Vor seiner Hochzeit mit Claire Coombs 2003 pflegte er sorgsam sein Image als Playboyprinz und "Prinz Vollgas", der gerne und oft zu schnell unterwegs war.

Prinz Laurent

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Er muss zahlen

Schwerer als die Geschwindigkeitsvergehen wog allerdings ein Fehltritt 2011. Damals reiste er in den Kongo, obwohl sein Vater Albert II. und der damals amtierende Premierminister ihn Medienberichten zufolge gebeten hatten nicht zu fahren. Laurent ignorierte dies - und musste sich hinterher für seinen Trip rechtfertigen, zeitweise mit offiziellen Pflichten pausieren und sehr viel genauer Rechenschaft über seine Aktivitäten ablegen.

Kontakte ohne Zustimmung

Diesen Umstand vergaß er wohl im Oktober 2016 kurzfristig, als er via Twitter über ein Treffen mit Sri Lankas Premierminister schrieb. Laut Angaben von "Het Nieuwsblad" hatte Laurent für dieses politische Treffen mal wieder nicht um Zustimmung der belgischen Regierung gebeten. Zwei Parlamentsmitglieder beschwerten sich beim Außenminister und Laurent musste einmal mehr zur Ordnung gerufen werden.

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