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Prinz Laurent Skandalprinz muss zahlen


Als Prinz bezahlen an der Supermarktkasse? Wenn es nach Laurent von Belgien geht, dann ist er immer und überall "im Dienst" und kann die Kosten entsprechend abrechnen. Die Belgier denken da allerdings anders

Er gilt als royaler Rebel und schwarzes Schaf der belgischen Königsfamilie. Nun ist Prinz Laurent wieder aufgefallen - und zwar dem Rechnungshof. Der Bruder von König Philippe hatte seine Rolle als königlicher Repräsentant und Prinz von Belgien offenbar sehr weit gefasst und einen privaten Skiurlaub, Einkaufsquittungen und die Schulrechnungen seiner drei Kinder als Berufskosten abgerechnet. Verschiedenen Medienberichten zufolge ließ er mitteilen, er sei schließlich immer "im Dienst", egal ob in der Freizeit oder auf einem offiziellen Termin. Bei der Überprüfung der Finanzen fielen diese Posten allerdings auf und die belgische Presse bekam Wind vom Bericht des Rechnungshofes.

Laurent zahlt seine Zeche

Als Prinz in offizieller Rolle beim Einkaufen im Supermarkt? Das nahm man Laurent nicht ab. Der Sohn von König Albert landete mit seiner seltsamen Abrechnungstaktik mal wieder in den Schlagzeilen - und nicht zum ersten Mal wurden Stimmen laut, ob seine Apanage vielleicht gekürzt werden müsste.

Inzwischen hat Prinz Laurent die 16.000 Euro aus eigener Tasche zurückgezahlt, das berichtet unter anderem "Sudinfo.be". Die Einsicht kam wohl auch, weil der belgische Premierminister Charles Michel persönlich in Sachen prinzliche Ausgaben interveniert haben soll.

"Prinz Vollgas"

Die Nummer Elf der belgischen Thronfolge sorgte in der Vergangenheit nicht nur mit seinen Ausgaben für Schlagzeilen: Vor seiner Hochzeit mit Claire Coombs 2003 pflegte er sorgsam sein Image als Playboyprinz und "Prinz Vollgas", der gerne und oft zu schnell unterwegs war. Ruhiger wurde es um ihn nach seiner Heirat nicht. 2011 musste er - wegen erneuter Temposünden - den Führerschein abgeben. Weit schlimmer wog allerdings, dass er eigenmächtig in den Kongo reiste, obwohl sein Vater Albert II. und der damals amtierende Premierminister ihn Medienberichten zufolge damals ausdrücklich gebeten hatten, wegen der diplomatisch heiklen Lage, nicht zu fahren. Laurent tat es dennoch - und musste sich hinterher für seinen Trip rechtfertigen und mit offiziellen Pflichten pausieren.

In einem Radioninterview beklagte Laurent im April 2015 dann die mangelnde Unterstützung seiner Familie und ließ sich dazu herab, sie mit der Stasi und ihren Methoden zu vergleichen. Insofern reiht sich der Eklat um die Abrechnungen nahtlos ein in eine ganze Reihe von Vorfällen um den belgischen Prinzen.

Gala


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