Prinz Amedeo: Lieber Hochzeit als Thron

Wie belgische Medien berichten, hat Prinz Amedeo vor der Heirat mit Lili Rosboch von Wolkenstein im vergangenen Jahr nicht um Erlaubnis bei König Philippe, seinem Onkel, gefragt. Das hieße, er hat seinen Platz in der Thronfolge eingebüßt

Prinz Amedeo + Lili Rosboch von Wolkenstein

Lieber Privatmann als Thronerbe: Prinz Amedeo von Belgien soll vor seiner Heirat mit Lili Rosboch von Wolkenstein am 5. Juli 2014 nicht die nötige Erlaubnis von König Philippe eingeholt haben. Die Zustimmung seines Onkels hätte der Prinz verfassungsgemäß jedoch gebraucht, um seinen Platz in der Thronfolge zu behalten. Das berichten belgische Medien, darunter "Story" und " Het Laatste Nieuws".

Alte Bestimmungen

Laut Paragraph 85 der belgischen Verfassung verwirkt derjenige seine Rechte auf die Krone, der ohne Einverständnis des Königs heiratet. Prinz Amedeo habe hierauf 2014 aber bewusst verzichtet, das sollen Palastquellen "Story" gegenüber bestätigt haben.

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Der damals 28-Jährige habe, so schreibt "RTBF.be", ein unabhängiges Leben führen und keine offizielle Rollen übernehmen wollen. Der vom Onlineportal befragte Monarchie-Experte Vincent Dujardin ist sich sicher, für den Prinzen "ändert sich nicht viel" mit dieser Entscheidung. Er habe in der Vergangenheit auch keine besonderen Pflichten übernommen oder Einschränkungen in seinem Leben gehabt.

Privatmann in New York

Der älteste Sohn von Prinzessin Astrid und Prinz Lorenz hat Wirtschafts- und Politikwissenschaften in London studiert und arbeitet, wie sein Vater, im Finanzsektor. Sein gemeinsamer Wohnsitz mit Ehefrau Lili, die als Journalistin tätig ist, ist in New York, wohin es ja eine Reihe Royals seiner Generation gezogen hat.

Bis zu seiner Heirat rangierte Amedeo auf Rang sechs der belgischen Thronfolge, noch hinter den vier Kindern von König Philippe und seiner Mutter Astrid. Und jeder Nachkomme seiner Cousinen und Cousins hätte seine Thronaussichten ohnehin theoretischer werden lassen.

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18. Dezember  Königin Mathilde mit ihrem Mann König Philippe und den vier gemeinsamen Kindern Prinzessin Elisabeth, Prinz Gabriel, Prinzessin Eléonore und Prinz Emmanuel.

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Sollte Prinz Amedeo tatsächlich verzichtet haben, rangiert vermutlich nun sein Onkel Prinz Laurent, 51, einen Platz weiter vorne - und mit ihm seine drei Kinder Louise, Nicolas und Aymeric. Vor ihm kommen weiterhin Amedeos Geschwister Maria Laura, Joachim, Luisa Maria und Laetitia Maria. Alle vier sind bisher unverheiratet.

Thronverzicht bei Heirat

Dass königliche Nachkommen vor ihrer Heirat um Erlaubnis bitten müssen, ist in anderen Monarchien keine Seltenheit. Die Zustimmung des jeweiligen Regenten oder der Regierung gilt eigentlich als Formsache. Eigentlich. Mitunter löst die Partnerwahl aber heftige politische Diskussionen aus. So geschehen 2003 in den Niederlanden: Königin Beatrix Sohn Prinz Friso wollte Mabel Wisse Smith vor den Traualtar führen. Die Vergangenheit seiner Verlobten und ihre Verbindung zu einem Drogenbaron lösten den Skandal "Mabelgate" aus. In der Folge verweigerte die niederländische Regierung die Zustimmung zur Hochzeit. Der 2013 verstorbene Prinz Friso verlor mit der Eheschließung seine Zugehörigkeit zum niederländischen Königshaus und den Titel "Prinz der Niederlande".

Titelfrage

Noch eine Frage bewegt nun die belgischen Medien - und die dreht sich weniger um die Thronfolge als vielmehr um die Frage des Titels von Prinz Amedeos Frau Lili. Ist sie nun eine Prinzessin oder ist sie es nicht? "Story" schreibt, der Titel sei an die Zustimmung des Königs zur Heirat gebunden. Da diese nicht vorgelegen habe, sei sie es also nicht. Lili könnte sich allerdings auch "Erzherzogin von Österreich" nennen. Denn ihr Schwiegervater Prinz Lorenz brachte als Mitglied des Hauses Habsburg-Este seine Titel bei seiner Hochzeit mit der belgischen Königstochter Astrid 1984 mit in die Ehe.

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