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König Willem-Alexander + Königin Máxima Politiker mahnt: "Die Monarchie hat ihren Glanz verloren"

König Willem-Alexander und Königin Máxima
© Dana Press
Die Popularität der Monarchie sinkt in den Niederlanden. König Willem-Alexander und Königin Máxima steht im Jahr 2021 also viel Arbeit bevor.

Seit einiger Zeit ist die königliche Familie ein wiederkehrendes Thema kritischer Fragen, negativer Kommentare und erbitterter Debatten im Repräsentantenhaus. Denn dass sich König Willem-Alexander, 53, und Königin Máxima, 49, während der Coronapandemie vorbildlich für die Gesellschaft engagiert haben, ist nur eine Seite der Medaille.

Im August ließen sie sich während ihrer Ferien in Griechenland mit einem Restaurantbesitzer fotografieren, ohne den Corona-Abstand einzuhalten und ohne einen Mund-Nase-Schutz zu tragen. Im Oktober reisten sie mit ihren drei Töchtern wieder nach Griechenland – und das, obwohl die Regierung die Bevölkerung kurz zuvor aufgefordert hat, Urlaubsreisen zu unterlassen. Die Empörung war groß, die Royals entschuldigten sich öffentlich. Auch teure Renovierungen royaler Residenzen kamen im Volk nicht gut an. Die Quittung erhielt König Willem-Alexander kurz vor dem Jahreswechsel: In einer Umfrage gaben nur noch 47 Prozent der Befragten an, Vertrauen in ihn zu haben. Im April waren es 76 Prozent gewesen.

Gegenwind für König Willem-Alexander 

"Der Ton, insbesondere der Unterton, ist zunehmend unausstehlich geworden. Und Sie bemerken es auch an der Art und Weise, wie das Parlament mit dem König umgeht. Jeder Vorfall wird aufgebauscht, jeder Vorfall sorgt für Aufregung und Ärger - angeheizt von den Medien", schreibt Jan Schinkelshoek, von 2006 bis 2010 Mitglied des niederländischen Repräsentantenhauses, in einem Kommentar für die Zeitung "NRC Handelsblad".

Die Situation heute ist anders als die im April 2013, als sich das Königspaar bei der Amtseinführung großer Beliebtheit erfreute. Die Monarchie unter Willem-Alexander habe sich verändert, meint Jan Schinkelshoek. Sein Ansatz sei "weniger elitär, [mehr] populärer" als der seiner Mutter, der ehemaligen Königin. Willem-Alexander habe sich "fast krampfhaft" auf "eine repräsentative, symbolische Rolle" beschränkt. 

Sind die Royals zu gewöhnlich geworden?

Dieser Kurs birgt Gefahren, meint Jan Schinkelshoek. "Die niederländische Monarchie droht durch einen populären Ansatz alltäglich zu werden und ist, als einer von uns, anfällig für Kritik - an Palästen, Jachten, Sozialleistungen und Flugreisen. Deshalb ist der König eine leichte Beute für ein jagdfreudiges Repräsentantenhaus, das auf alles schießt, was sich bewegt." 

Das Fazit des Politikers:

Die Monarchie hat durch eine Reihe von Zwischenfällen ihren Glanz verloren. 

Es sei deshalb die Aufgabe von Premierministers Marc Rutte, 53, "die Monarchie 2021 anders zu gestalten" und mit König Willem-Alexander "über die Interpretation der Monarchie zu sprechen." Eine Aufgabe, die zunächst unbequem erscheint, die aber auch die Chance bietet, in der Gunst des Volkes wieder zu steigen – und den Glanz des Königshauses aufzupolieren. 

Verwendete Quellen: nrc.nl, nos.nl

jre Gala


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