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Königin Letizia Das Beste, was Spaniens Royals passieren konnte

Erst seit einem halben Jahr ist sie im Amt - und schon lässt Königin Letizia ihre Untertanen vergessen, dass sie das Königshaus eigentlich mehrheitlich abschaffen wollten. Wie gelingt ihr das bloß?

Als König Felipe kürzlich eine Parade abnahm, stand er gemäß seiner Rolle im Vordergrund. Doch alle Augen waren auf Letizia gerichtet, wie sie nur wenige Meter entfernt Hände schüttelte und Kindern übers Haar streichelte. Als ein Royal-Fan um ein Foto bat, zögerte sie nicht und hakte sich fix bei der Dame ein. "Selfie-Königin" nennt man Letizia wegen solcher Aktionen bereits. Ein Horror für ihre Sicherheitsbeamten, doch Letizia ist die Nähe zum Volk wichtiger als ein mögliches Risiko.

Seit der feierlichen Krönung Mitte Juni wirkt die 42-Jährige so gelöst wie nie zuvor. Als Prinzessin von Asturien hatte man sie nur selten so nahbar erlebt. Hämisch wurde sie von Medien - und auch Palastangestellten - als "Eisprinzessin" bezeichnet. "Letizia war einfach nur unsicher, wollte keine Fehler machen", versichert Königshausexperte José Apezarena im Gespräch mit GALA. Die neue Aufgabe habe sie jedoch komplett verwandelt, betont er.

Gefeiert wie ein Popstar

Jetzt ist sie Königin von Spanien. "Die Rolle hat ihr neues Zutrauen gegeben", so Apezarena. Der Effekt ist überwältigend: Wo Letizia auch hinkommt, feiern die Menschen sie wie einen Popstar. Dank ihres coolen Looks ist sie längst Stil-Ikone der jungen Spanierinnen. Auch weil sie mit Tricks arbeitet: Oft verzichtet sie auf Schmuck, trägt Kleider mehrmals oder kombiniert günstige Marken mit nur einem edlen Teil. Das demonstriert Sparsamkeit.

Besonders große Mühe gibt sich Letizia, wenn sie im Ausland repräsentiert. Kürzlich begann sie eine Rede in Wien sogar auf Deutsch, um dann in perfektes Englisch überzuleiten. Ein paar nette Worte noch, dann flog sie zurück nach Madrid, um ihre Töchter noch vor dem Zubettgehen drücken zu können. "Die Familie ist ihr wichtig. Die Mädchen sollen möglichst normal aufwachsen", sagt José Apezarena. Sie ist eine fürsorgliche Mutter, die sich bemüht, ihre öffentlichen Auftritte auf ein Minimum zu reduzieren. Pünktlich um 21 Uhr bringen Felipe und Letizia die Kinder ins Bett und lesen ihnen Gutenachtgeschichten vor.

Wenn sie Zeit hat, bringt Letizia Leonor, 9, und Sofía, 7, auch persönlich zur Schule und macht mit ihnen Hausaufgaben. Durchaus streng sei sie, erzählt eine Angestellte GALA, vor allem in puncto Ernährung. Wenig Süßes und Fettes, dafür viel Früchte und Gemüse, lautet die Devise der Königin. Übrigens auch für Festessen mit Gästen. Schwere Soßen und mächtige Gerichte wurden gestrichen, wie GALA erfuhr.

Fleißige Königin

Ein weiteres Kennzeichen für die Amtsführung Letizias ist ihr enormer Fleiß: Gleich in den ersten Monaten nahm sie an 45 Events teil, gab zwölf Konferenzen, unternahm mit Felipe acht Staatsbesuche im Ausland und zwei Auslandsbesuche ohne ihn. Das schafft man nur mit Disziplin - und davon hat Letizia genug. Ihr Verhalten lässt die Spanier die zahllosen Affären des Ex-Königs vergessen, seine Luxus-Safaris und die Korruptionsskandale seiner Tochter Cristina.

Seitdem Felipe und Letizia regieren, hat sich viel verändert. Neue Mitarbeiter und Vertraute wurden in den Palast geholt, wie etwa José Manuel de Zuleta, Herzog von Abrantes, 53, der Letizia seit Kurzem als Privatsekretär assistiert. Gemeinsam mit ihr kämpft er gegen die einst allgegenwärtige Korruption: Im Zuge der Skandale um Juan Carlos und Cristina verfügten Königspaar und Berater gemeinsam, dass Mitglieder der Königsfamilie nur noch im absoluten Ausnahmefall Geschenke annehmen dürfen.

Die Veränderungen gehen noch weiter

Das Budget der Königsfamilie wurde nicht erhöht, die Steuererklärung der Royals veröffentlicht. Und bei Audienzen müssen die Gäste nun nicht mehr auf die Ankunft des Königs warten wie unter Juan Carlos, sondern Letizia und Felipe stehen bereit, wenn die Geladenen eintreffen. Bei offiziellen Empfängen im Palast gehe es viel lockerer zu, seitdem unter Felipe auch jüngere Sportler und Künstler eingeladen werden, erzählt eine Angestellte im Gespräch mit GALA.

Auch das Verhältnis zu den Palastmitarbeitern will Letizia verbessern. Anfang November bat sie sogar allen das Du an. Ihren Widersachern nimmt sie mit solchen Aktionen elegant den Wind aus den Segeln. Gegen eine sympathische Königin zu opponieren, das fällt schwer. Bald werde die letzte Bastion des Widerstands gegen Letizia fallen, glaubt Königshausexperte Apezarena. "Sie haben auch keine andere Wahl mehr. Letizia ist jetzt die neue Chefin. Daran müssen sich alle gewöhnen."

Auch daran, dass sie nun häufiger mit ihren Beratern in einem Restaurant in der Nähe des Zarzuela-Palasts zu Mittag isst, um ein angenehmes Arbeitsumfeld zu schaffen. Dann sitzt sie lachend und plaudernd inmitten ihrer vertrauten Truppe und wirkt sehr glücklich, wie ein Beobachter GALA erzählt. Willkommen im neuen Spanien, dem Land der Letizia!

Manuel Meyer, Martina Ochs Gala


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