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Royal-News über König Felipe Er verzichtet auf das Millionen-Erbe seines Vaters

König Felipe und sein Vater, der ehemalige König Juan Carlos
König Felipe und sein Vater, der ehemalige König Juan Carlos
© Getty Images
König Felipe von Spanien will nach einem neuen Skandal um seinen Vater Juan Carlos auf dessen Erbe verzichten. Das teilte das Königshaus mit.

König Felipe, 52, hat sich öffentlich von seinem Vater Juan Carlos, 82, distanziert: In einer Erklärung gab der Palast am Sonntagabend (15. März) bekannt, dass Felipe, "um das Vorbild der Krone zu bewahren", auf das finanzielle Erbe seines Vaters verzichten werde. Außerdem streiche er dessen jährliche Apanage in Höhe von zuletzt 194.000. Das berichtet unter anderem die Zeitung "El Mundo". Ein Paukenschlag bei den spanischen Royals!

König Felipe bricht mit Ex-König Juan Carlos

Derzeit erschüttern Ermittlungen der spanischen und schweizerischen Justiz den wegen diverser Skandale bereits angekratzten Ruf des Altkönigs (Amtsantritt 1975, Rücktritt 2014). Juan Carlos soll Konten in der Schweiz betreiben bzw. betrieben haben, die mit Schmiergeld-Zahlungen in Millionenhöhe in Verbindung gebracht werden. Darüber berichtete Anfang März zuerst die Schweizer Zeitung "Tribune de Genève" und aktuell "The Telegraph".

Im Zentrum der Ermittlungen steht ein Schweizer Bankkonto, auf dem Juan Carlos im Jahr 2008 die Summe von 100 Millionen Dollar (umgerechnet etwa 90 Millionen Euro) empfangen haben soll. Absender: das saudiarabische Königshaus. Das Schweizer Konto sei im Namen einer Stiftung ("Lucum Foundation") mit Sitz in Panama geführt worden, heißt es. Der Begünstigte der Stiftung: angeblich Juan Carlos.

Brisant: 2008 verhandelte ein spanisches Konsortium mit Saudi-Arabien über den Bau einer Schnellbahnstrecke zwischen den Saudi-Städten Mekka und Medina - und erhielt 2009 tatsächlich den Zuschlag. War die Zahlung an Juan Carlos also nur ein Geschenk oder Schmiergeld? 

Der Vorwurf laut: Die Saudis sollen den ehemaligen König von Spanien dafür bezahlt haben, damit er dafür sorgt, dass die spanische Firma einen tieferen Preis anbietet als ihr französischer Konkurrent.

Spanische Royals in der Krise

Die britische Zeitung "The Telegraph" warf einige Tage nach dem Bericht der "Tribune de Genève" die Mutmaßung auf, dass Felipe selbst in die Zahlungen verwickelt gewesen sein könnte. Zumindest tauchen er und seine Tochter Prinzessin Leonore, 14, in Unterlagen als Begünstigte der besagten Stiftung auf, so die Zeitung. Auf Druck der Medien reagierte Felipe nun mit einer Erklärung - und dementierte, von den mutmaßlichen Machenschaften seines Vaters gewusst zu haben.

Felipe will seine Töchter Leonor schützen

In der aktuellen Erklärung des Königshauses versichert Felipe, dass er erst am 5. März 2019 erfahren habe, dass er und Leonor Nutznießer der Stiftung seien. Er habe im darauffolgenden April mittels eines Notars die Verbindung gekappt.

Felipe soll klargestellt haben, dass - wenn sein Name oder der Name seiner Tochter als Begünstigter eingetragen wurde - Juan Carlos "ohne seine Zustimmung oder sein Wissen" gehandelt hätte. Er bestand weiterhin darauf, dass er "keine Beteiligung oder Vorteile an diesen Vermögenswerten akzeptiere und auf jedes Recht, jede Erwartung oder jedes Interesse verzichte, das ihnen in der Zukunft entsprechen könnte."

"Die Krone muss die Würde der Institution gewährleisten, ihr Ansehen bewahren und ein integeres, ehrliches und transparentes Verhalten haben", bekräftigte der Palast in der Mitteilung vom Sonntag.

König Felipe versuche nicht nur, sich und die Monarchie von jeglichem Korruptionsvorwurf zu befreien, sondern erkenne auch an, dass sich Juan Carlos möglicherweise eines Vergehens schuldig gemacht habe, kommentierte das Blatt "La Vanguardia".



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