König Albert von Belgien: Abdankung nach 20 Jahren

Thronwechsel in Belgien: König Albert hat in einer TV-Ansprache für den 21. Juli seine Abdankung angekündigt. Der 79-Jährige könne aufgrund seines Alters und seiner Gesundheit das Amt nicht länger ausfüllen. Nun wird sein Sohn Prinz Philippe gekrönt

König Albert von Belgien

König Albert II. von Belgien hat seine Abdankung bekannt gegeben. Der 79-Jährige hat sich in einer TV-Ansprache an das belgische Volk gewandt und den Thronwechsel zum 21. Juli - dem belgischen Nationalfeiertag - angekündigt. Albert las seine Ansprache vom Blatt ab. "Mein Alter und meine Gesundheit erlauben es mir nicht mehr, meine Rolle so auszufüllen, wie ich es gerne würde", sagte er unter anderem. "Es war für mich eine Ehre und Glück, einen Großteil meines Lebens in den Dienst des Landes zu stellen." Nachdem er ausschließlich auf Französisch gesprochen hatte, wandte er sich zum Schluss auch auf Deutsch an die Zuschauer: "Das Ende meiner Regierungszeit bedeutet nicht, dass unser Weg sich jetzt trennt - im Gegenteil. In unseren Herzen bewahren wir Erinnerungen zahlreicher sehr glücklicher Momente aber auch sehr schwerer Prüfungen - es lebe Belgien", sagte Albert und sprach damit auch für seine Ehefrau Königin Paola.

Die Ankündigung der Rede des belgischen Hofes hatte bereits am Mittwochnachmittag (3. Juli) für Aufregung gesorgt. Obwohl in Belgien, anders als in den Niederlanden, Monarchen üblicherweise der nächsten Generation nicht per Abdankung den Thron überlassen, kommt der Schritt nicht völlig unvermutet. Schön länger gilt der 79-jährige König, der seit 20 Jahren regiert, als amtsmüde. Zuletzt sorgte außerdem ein Gerichtsverfahren mit royaler Beteiligung für unangenehme Schlagzeilen. Die Künstlerin Delphine Boël will den König gerichtlich dazu bringen, dass er einem DNA-Test zustimmt. Seit Jahren behauptet Boël nämlich, seine uneheliche Tochter zu sein.

Königin Máxima

Hier kann sie sich nicht zurückhalten

Königin Máxima
Bei einem offiziellen Termin in Vlissingen kann sich Königin Máxima nicht mehr im Sitz halten und singt und tanzt im Takt der Musik.
©Gala

Belgische Königsfamilie

Ein Land mit zwei Königinnen

2. September 2019  In Belgien beginnt nach den Sommerferien heute wieder die Schule, und auch der königliche Nachwuchs muss wieder die Schulbank drücken. Die gute Laune auf dem offiziellen Foto hält bei Prinzessin Eleonore, Prinz Emmanuel, Prinz Gabriel und Prinzessin Elisabeth hoffentlich an.
2. September 2019  Königin Mathilde hat sich besonders schick gestylt, um ihren Sohn Prinz Emmanuel in die Eureka-Schule in Leuven zu bringen.   
2. September 2019   König Philippe bringt seine Tochter Eléonore höchstpersönlich ins Sint-Jan Berchmanscollege in Brüssel.
20. Juli 2019  Am Tag vor dem belgischen Nationalfeiertag lässt sich Prinzessin Elisabeth die Arbeit hinter den Kulissen zeigen. Die Kronprinzessin wird immer mehr in die Amtsgeschäfte ihres Vaters, König Philippe, eingeführt. Dazu gehört auch die königliche TV- und Radio-Ansprache anlässlich des Feiertags. Zwar hat Elisabeth noch keinen Auftritt vor der Kamera; zu wissen, wie das Prozedere abläuft und die künftigen Aufgaben schon zu kennen, kann aber nur von Vorteil sein.     

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Nun ist Kronprinz Philippe an der Reihe. "Philippe ist gut darauf vorbereitet, mein Nachfolger zu werden. Er und Mathilde haben mein vollstes Vertrauen", sagte Albert in seiner Rede. Der 53-jährige Philippe galt bereits zu Lebzeiten seines Onkels, des kinderlosen Königs Baudouin, als dessen Nachfolger. Nach dessen Tod 1993 beanspruchte aber zunächst sein Vater Albert den Thron für sich. Zu diesem Zeitpunkt war Prinz Philippe zwar bereits hervorragend auf seine Rolle als nächster König vorbereitet, hatte eine Ausbildung im Militär und an verschiedenen Universitäten im In- und Ausland absolviert - er war aber noch unverheiratet.
Erst sechs Jahre nach Baudouins Tod trat Philippe, der lange den Ruf als "ewiger Junggeselle" hatte, mit der Belgierin Mathilde d'Udekem d'Acoz vor den Traualtar. Das Paar hat vier Kinder: Elisabeth, Gabriel, Emmanuel und Eléonore. Prinzessin Mathilde genießt, seit sie in die Königsfamilie einheiratete, in Belgien hohes Ansehen. Der sogenannte "Mathilde-Effekt“ steigerte auch die Zustimmung der Belgier zur Monarchie insgesamt und verhalf Prinz Philippe, der lange im Schatten seiner überaus beliebten Schwester Astrid stand, zu einem Popularitätsaufschwung.

Mit seiner Abdankung folgt König Albert dem Beispiel aus den Niederlanden: Hier ist es seit Generationen üblich, dass die regierenden Monarchen - wie zuletzt Königin Beatrix am 30. April - abdanken und nicht bis zum Tod regieren.

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