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Juan Carlos Ein Jahr Abu Dhabi – doch das Heimweh nach Spanien holt ihn ein

König Juan Carlos
© Dana Press
Juan Carlos hat vor einem Jahr Spanien verlassen. Seitdem lebt der Ex-König in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Wie gefällt es ihm in seinem selbstgewählten Exil?

Als am 3. August 2020 ein Brief von Alt-König Juan Carlos, 83, an seinen Sohn König Felipe, 53, zusammen mit einer Erklärung vom spanischen Hof mit der Mitteilung veröffentlicht wurde, er werde Spanien verlassen, war der frühere Monarch schon nicht mehr im Zarzuela-Palast in Madrid. Es folgten Spekulationen über seinen Aufenthaltsort. Erst rund zwei Wochen später wurde das Geheimnis gelüftet: Juan Carlos hatte sich in ein selbstgewähltes Exil nach Abu Dhabi begeben.

Juan Carlos: Luxusleben und viel Besuch

Ein Paukenschlag, dem allerdings etliche Skandale vorausgegangenen waren, unter anderem Korruptionsvorwürfe und daraus resultierende Ermittlungen des Obersten Gerichtshofes gegen Juan Carlos. Dem Ex-König wurde vorgeworfen, in einen möglichen Finanzskandal verwickelt zu sein. Die Spanische und Schweizer Justiz nahm Ermittlungen wegen Schmiergeldzahlungen auf, die der Spanier im Zusammenhang mit dem Bau einer Schnellbahnstrecke in Saudi-Arabien erhalten haben soll. 2008 soll er außerdem für seine Vermittlung vom saudi-arabischen Königshaus 100 Millionen Dollar auf ein Schweizer Konto empfangen haben.

Die Flucht ins Exil schien für ihn offenbar unausweichlich. In Sack und Asche ging er bisher trotzdem nicht. Obwohl er nur mit wenig Personal abgereist war, gestaltete sich sein Leben im vergangenen Jahr nicht ohne Luxus. Zunächst residierte er im Emirates Palace Hotel. Im Februar 2021 berichtete der spanische Sender Telecinco, dass er in einer Villa im Wert von mehr als 11 Millionen Euro auf der paradiesischen Insel Nurai leben würde. Er gehe spazieren, empfange Besuch, lese, telefoniere, speise in seinen Lieblingsrestaurants und würde seiner Leidenschaft, dem Segeln, nachgehen, so der Sender.

Seine Töchter halten ihm die Treue

Der Kontakt zu seiner Familie und den Freunden in der Heimat sei niemals abgerissen und man haben regelmäßig telefoniert. Seine Töchter, Prinzessin Elena, 57, und Prinzessin Christina, 56, haben ihren Vater sogar während der Coronapandemie besucht – und für einen handfesten Skandal gesorgt, als sie sich dort frühzeitig gegen das Coronavirus impfen ließen und die Impfreihenfolge kurzerhand ignorierten. 

Besuch bekomme Juan Carlos laut der Zeitschrift "Vanity Fair" zudem regelmäßig vom Kronprinzen von Abu Dhabi, Mohammed bin Zayed, 60, zu dem er ein gutes Verhältnis pflege. Die beiden haben angeblich sogar Weihnachten zusammen verbracht und noch einen weiteren Freund des spanischen Königs dazu eingeladen.

Auch die medizinische Betreuung des 83-Jährigen lässt keine Wünsche offen. Der spanische Arzt Dr. Manuel Sánchez soll Juan Carlos' Gesundheitszustand überwachen. Seine Impfung gegen COVID-19 hat er offenbar gut verkraftet.

Sehnsucht nach Spanien – doch seine Rückkehr steht in den Sternen

Der Alt-Monarch lebt also offenkundig in seiner vermeintlichen Wahlheimat ein angemessenes Leben. Gefällt es ihm so gut, dass er wider seines eigentlichen Plans deswegen noch immer vor Ort ist? Als er einige Wochen nach seiner Ankunft in Abu Dhabi mit einem Freund sprach, konnte er sich noch nicht vorstellen, allzu lange in den Emiraten zu verweilen, wie das Newsportal "Vanitatis" in Erinnerung ruft. "Nein, nein, nicht ein ganzes Jahr," antwortete er damals auf die Frage nach der Länge seines geplanten Aufenthaltes. 

Sein Vorhaben war ursprünglich, nur für ein paar Monate dort auszuharren, bis die Kritik an seiner Person in Spanien nachlassen würde. Danach hatte er vor, ein neues Reiseziel zu wählen oder sogar auf direktem Wege nach Madrid zurückzukehren.  

Prinzessin Sofia, König Felipe, Juan Carlos und Prinzessin Leonor

Doch immer wieder aufkeimende Informationen über seine Finanzen machten ihm seine Rückkehr bisher offenbar unmöglich. Ein Zustand, der für den Alt-König gewiss kein Beinbruch ist. An das Leben in Abu Dhabi habe er sich mittlerweile gewöhnt. Er genieße die fast völlige Anonymität und die Wärme.

Trotzdem bleibt die Sehnsucht nach Spanien. Es entgehe Juan Carlos allerdings auch nicht, was in seinem Land vor sich geht, schreibt "Vanitatis". Er verfolge die Nachrichten, besonders die über seine mögliche Rückkehr nach Spanien und die, die sich mit den Rechtsfällen gegen ihn befassen. Wann Juan Carlos wieder nach Spanien kommen darf, ist aber immer noch ungewiss. Versuche, unter anderem von Elena, seine Rückkehr in die Heimat zu beschleunigen, haben bisher kaum gefruchtet. Auf seinen Sohn Felipe kann der Ex-Monarch offenbar so schnell nicht mehr zählen. Sein Gastspiel in Abu Dhabi könnte also zu einem Dauer-Engagement werden.

Verwendete Quellen: vanitatis.elconfidencial.com, telecinco.es, vanityfair.com, Dana Press

ama


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