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Huldigung Feierliche Zeremonie in Blau

König Willem-Alexander und Königin Máxima verlassen die Nieuwe Kerk nach der Huldigung.
König Willem-Alexander und Königin Máxima verlassen die Nieuwe Kerk nach der Huldigung.
© Reuters
In der stimmungsvollen Atmosphäre der geschmückten Nieuwe Kerk nahe dem Palast wird König Willem-Alexander gehuldigt. Und der neue Monarch schwört den in den Niederlanden üblichen Eid auf die Verfassung

Schluss mit dem trockenen Aktenunterzeichnen, jetzt darf es pompös werden: Um 14 Uhr beginnt in der Nieuwe Kerk in Amsterdam die Zeremonie, in der der neue König der Niederlande vor den Volksvertretern seinen Eid auf die Verfassung schwört und sich huldigen lässt.

Ab halb zwei kamen die illustren Gäste an der Kirche an - politische Würdenträger und Vertreter von Königsfamilien aus aller Welt: Camilla und Charles aus Großbritannien, Mary und Frederik aus Dänemark, Victoria und Daniel aus Schweden, Letizia und Felipe aus Spanien, aber auch aus Japan, Qatar, Luxemburg. Prinzessin Beatrix der Niederlande kam an und hatte ihre drei Enkelinnen dabei - ein harmonischer Anblick, wie alle vier in blauen Kleidern die Kirche betreten, Beatrix mit der klassischen Kombination aus Hut auf Betonfrisur. In der ersten Reihe nehmen sie Platz, die kleinen bester Laune und lächelnd und winkend, den beiden kleinsten hat man Fußschemel vor den Stuhl gestellt, damit sie die Zeremonie ohne eingeschlafene Beine durchstehen.

Reichsapfel und Krone sind in der Kirche für die Huldigung Willem-Alexanders als König vorbereitet.
Reichsapfel und Krone sind in der Kirche für die Huldigung Willem-Alexanders als König vorbereitet.
© Reuters



Endlich betraten auch der neue König und seine Königin den Kirchenraum - Willem-Alexander wie angekündigt im Frack und dem 200 Jahre alten königlichen Hermelinmantel. Königin Máxima trug ebenfalls ein blaues Kleid, die Farbe der nassauischen Seite des Stammbaums. Das königsblaue Kleid stammt von dem Amsterdamer Jan Taminiau. Auf ihrem Kopf trägt sie Saphir-Parure, die die letzte Frau eines holländischen Königs von ihrem Mann geschenkt bekam: Im Jahr 1881 wurde das von Oscar Masinress angefertigte Schmuckstück von König Willem III. an seine Frau, Königin Emma, verschenkt.

In der Kirche erhielt König Willem-Alexander dann auch die Gelegenheit für eine längere Rede. Lang, emotional, dankbar und voller Respekt gegenüber seiner Mutter und der Last von vielerlei widerstreitenden Verpflichtungen, die sie 33 Jahre lang getragen hat, zeigte sich der 46-Jährige dabei. Und auch für seine Frau Máxima, die er 2002 in genau dieser Kirche geheiratet hatte, fand Willem-Alexander besonders warme Worte. Sie sei, obwohl in Argentinien geboren, zu einer echten Niederländerin geworden. Sie wisse um die Einschränkungen und Pflichten, die seine neue Aufgabe auch für sie mit sich bringe und stehe dennoch hinter ihm. Beide Frauen blickten lächelnd, aber auch gerührt auf den Mann, der da vor der Versammlung stand. Willem-Alexander nahm sich dann noch die Zeit, über seine Pläne als König zu sprechen. Monarchie sei nichts statisches, sie verändere sich mit dem Monarchen. Schon im Vorfeld hatte er gesagt, er wolle ein volksnaher, zugänglicher König sein, er heiße Willem-Alexander eher als "Majestät" und er finde Freiheit wichtig.

König Willem-Alexander schwört den Eid auf die Verfassung.
König Willem-Alexander schwört den Eid auf die Verfassung.
© Reuters
Mitglieder des Staatsrates und der niederländischen Ünberseeterritorien schwören und huldigen König Willem-Alexander.
Mitglieder des Staatsrates und der niederländischen Ünberseeterritorien schwören und huldigen König Willem-Alexander.
© Reuters

Die Festgesellschaft in der Kirche akzeptierte die Rede sehr zufrieden und fand sie letztlich sicherlich auch flüssiger und unterhaltsamer als das, was dann folgte: Gar nicht mal die kleine Ansprache des Vorsitzenden der beiden Parlamentskammern ("Vollversammlung der Generalsstaaten"), Fred de Graaf, der dem König ein Willkommen zurief. Er erwähnte unter anderem, dass die drei Töchter des Königs später sicherlich auch ihre Meinung zu ganz unterschiedlichen Themen kundtun und in die Diskussion bringen würden und rief beim Vater der drei Blondschöpfe ein wissendes Schmunzeln hervor. Dann holte er kurz aus, um zu erklären, dass die Regeln nun halt noch eine sehr formelle Huldigung vorschreiben. Und zu der kam es dann auch - rund 200 Menschen mussten einzeln aufgerufen ihre Huldigung des Königs bekunden. Den Abschluss fand die Zeremonie zunächst mit einem dreifachen "Hoch lebe der König, hurra, hurra, hurra" in der Kirche. Dann trat der Herold vor die Kirche und rief auch dort drei Mal "Hoch lebe der König". Ein Kinderchor sang ein Lied mit Text von Hermann van Veen und ein Fanfarenzug sorgte für den abschließenden royalen Nachhall.

Zum ersten Mal in ihrem Leben musste die ehemalige Königin Beatrix dann sitzen bleiben und zusehen, wie ihr Sohn, der neue König, als erster aufstand und die Kirche verließ. Sie tat das mit einem Lächeln, ließ auch die Enkelinnen noch vor und hielt sich auf dem Weg aus der Kirche hinaus mit feuchten Augen an der Hand ihrer Schwiegertochter Mabel fest. Drei kleine blond gelockte Mädchen winkten ihrer Zukunft zu, für eine grauhaarige Prinzessin war das Winken auch ein kleiner Abschied.



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