Herzogin Meghan: Harte Kritik wegen ihrer Mitarbeit an "Vogue"-Ausgabe

Nachdem bekannt wurde, dass Herzogin Meghan die September-Ausgabe der britischen "Vogue" mitgestaltet hat, melden sich die Kritiker zu Wort.

Die Queen und Meghan Markle

Die redaktionelle Mitarbeit von Herzogin Meghan, 37, bei "Vogue" - eine ehrenvolle Aufgabe: Mit Heft Nummer neun des Jahres gibt die Modezeitschrift die Trends für die kommende Saison vor. Neben jeder Menge Beifall für Meghans Arbeit gibt es auch Kritik, denn gleich mit mehreren Punkten stößt die Ehefrau von Prinz Harry, 34, bei britischen Journalisten auf Unverständnis. Auch im Hinblick darauf, was Queen Elizabeth, 93, wohl von dem Projekt halten wird.

Vorwürfe an Herzogin Meghan 

Dan Wootton, 36, Chefredakteur der britischen Boulevardzeitung "The Sun", sagte in der TV-Show "Lorraine" über Meghans "Vogue"-Ausflug: "Die Queen wird das für eine absolut idiotische Entscheidung halten, und das tue ich auch." Sein Vorwurf: Die "Vogue" sei ein Magazin der Elite, nicht des Volkes. Zudem finde er es problematisch, dass Meghan sieben Monate ihrer Zeit in solch eine Prestige-Aufgabe investiert habe. Außerdem sei es ein Widerspruch, dass sie einerseits die Berichterstattung über ihre Person kritisiere, dann aber selbst für ein Hochglanzmagazin "arbeite". 

Royal-Autorin Ingrid Seward ist laut "The Express" ähnlicher Meinung: "Die Herzogin von Sussex hat dem Hause Condé Nast [dem Herausgeber der 'Vogue', Anmerk. d. Red.] einen großen Gefallen getan, aber weniger dem Haus von Windsor." Meghans Lieblingskritiker, der britische TV-Moderator Piers Morgan, 54, gibt Dan Wootons Elitevorwurf recht und lästert in seiner Kolumne in "Daily Mail": "Meghans berühmte Freunde werden es lieben, dass sie mit der 'Vogue' zusammenarbeitet. Es ist schließlich die Zeitschrift, die sie alle lesen." 

Auch Kolumnistin Sarah Vine, 52, findet harte Worte für Meghan in der "Daily Mail": Du wirst unsere Liebe [die des Volkes, Anmerk. der Red.] nicht verdienen, wenn du durch die Korridore des 'Vogue'-Hauses flitzt und Journalistin spielst. Du wirst sie dir jedoch verdienen, wenn du ein fleißiges Mitglied des Hauses Windsor bist, das letztendlich versteht, dass Status und Privilegien echte Juwelen sind, die man schätzen sollte."

Die Medien lasten Meghan darüber hinaus weitere Fehlentscheidungen an.

Diese Frauen auf dem Cover haben einen "Queen-Haken"

Besondere Aufmerksamkeit erhält das Titelblatt des Mode-Magazins. 15 Frauen hat Meghan dafür ausgewählt, die sie persönlich bewundert und die sich für Themen wie Vielfalt, Transgender-Rechte, Feminismus, Women-Empowering und Klimawandel einsetzen.

Das Cover der Septemberausgabe 2019 der britischen "Vogue"

Eine von ihnen ist die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern, 39. Die hatte vor ihrer Wahl angekündigt, eine nationale Debatte über die Trennung der Beziehungen zur britischen Königsfamilie zu fördern. Heißt im Klartext: die Abschaffung der Queen als Staatsoberhaupt von Neuseeland. Im September 2017 sagte Ardern laut "The Times" zu dem Thema: "Es geht sicherlich nicht um meine Sicht auf die Monarchie, sondern um meine Sicht auf Neuseelands Platz in der Welt und um die Gestaltung unserer eigenen Zukunft. Das ist es, was mein Gefühl antreibt." Die Queen hingegen setzt bekanntermaßen einen Großteil ihrer Zeit für den Erhalt der Commonwealth-Staaten ein. Dass die Neuseeländer sich von ihr trennen wollen könnten - ein harter Schlag.

Ardern ist nicht die Einzige, die gegen das Königshaus stichelt. Autorin Chimamanda Ngozi Adichie, 41, ebenfalls auf dem "Vogue"-Cover zu sehen, spricht sich für Meghan als nächsten Head of Commonwealth aus, nicht Prinz Charles. Ob das der Queen gefallen wird? Wohl kaum.

Zu politisch?

Weitere Wegbereiterinnen, die Meghan aufs Cover gesetzt hat, sind Klima-Aktivistin Greta Thunberg, 16, und Anwältin Sinead Burke, 29. "Viele dieser Leute sind politisch links und gegen Donald Trump", kritisiert Dan Wootton und verweist auf die Aussage der britischen Politikerin Ann Widdecombe, 71. Diese hatte in der "Sun" zuvor bereits Meghans Zusammenarbeit mit der "Vogue" kritisiert, da sich Royals nicht in politische Angelegenheiten einmischen sollten.  

Und ja, die ebenfalls das Cover zierende Salma Hayek, 52, setze sich gegen Gewalt an Frauen ein und für das Ende der Diskriminierung von Einwanderern in den USA, schreiben die Zeitungen. Sie sei aber auch die Ehefrau von François-Henri Pinault, 57, der als CEO des Luxusmarkenkonzerns Kering (dazu gehören unter anderem Gucci, Saint Laurent und Alexander McQueen) ein großer Anzeigenkunde der "Vogue" sei.

Kate gegen Meghan

Wer hat die berühmteren Promi-Freunde?

Herzogin Catherine und Herzogin Meghan
Vom Wimbledon-Star Roger Federer über Modedesignerin Victoria Beckham bis hin zu Hollywood-Schauspielerin Reese Witherspoon - Herzogin Catherine und Herzogin Meghan sind mit vielen prominenten Persönlichkeiten befreundet.
©Gala

 

Zu viele Models und Schauspielerinnen: Will Meghan sich nur profilieren?

Auch die Auswahl der Frauen hinsichtlich ihrer Berufswahl scheint etwas einseitig: Sechs Schauspielerinnen und drei Models befinden sich unter den Auserwählten. In den sozialen Netzwerken zeigen sich die Menschen enttäuscht, dass Meghan nur Prominente in Szene gesetzt hat und nicht die Frauen, die im alltäglichen Leben "den Unterschied machten", wie Wissenschaftlerinnen, Ingenieurinnen oder Krankenschwestern.

Die neuseeländische Zeitung "News.au.com" merkt überdies an, dass nur fünf von 15 Frauen Britinnen seien. Habe Meghan als Repräsentantin des britischen Königshauses nicht den Auftrag, nationale Interessen zu vertreten? Auch die Entscheidung, Michelle Obama, 55, als US-Bürgerin für das Heft zu interviewen und keine britische Persönlichkeit, wird moniert. Die kritische Fazit der Website: Ist das Vogue-Projekt nur dazu da, die Marke Sussex auf Kosten der königlichen Familie zu stärken? Das sieht auch Piers Morgan so. "Die Botschaft ist ziemlich klar: Die Werbung für Marke Meghan in Amerika ist ihr wichtiger als die Werbung für Marke Britain", schreibt er in "Daily Mail."

Fans stärken Herzogin Meghan den Rücken

Dem gegenüber stehen viele User, die Herzogin Meghan auf Twitter und Instagram verteidigten: "Ich wünschte, die Medien würden es Meghan Markle nicht mehr so schwer machen. Wenn sie die 'Vogue' mitgestalten und Aufmerksamkeit erzeugen will, kann sie das! Ja, sie ist ein Royal, sie ist aber nicht ein traditioneller Royal. Sie hat eine Stimme, Interessen und kann es nicht sein lassen, wenn sie etwas gern tut." Ein anderer User nannte es "widerlich", dass Meghan für ihren "Vogue"-Beitrag so viel "Hass" entgegenschlage. Und ein weiterer Fan erklärte: "Meghan, du bist die inspirierende Frau, nach der wir seit Prinzessin Diana gesucht haben."

Verwendete Quellen: The Sun, Daily Mail, The Express, Vogue, News.com.au

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