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Goßherzogin Maria Teresa Die Frau "mit Herz und Prinzipien" steht in der Kritik

Großherzogin Maria Teresa
© Getty Images
Das Großherzogtum Luxemburg steht aktuell Kopf: Ein Bericht über die Zustände am Hof sorgt für Aufregung. Im Zentrum der öffentlichen Kritik steht Großherzogin Maria Teresa. GALA stellt sie vor. 

Der Großherzog von Luxemburg und seine Familie stehen unter Beschuss. Der Grund? Am Hof soll es nicht besonders friedlich zugehen, von zahlreichen Mitarbeiter-Kündigungen und sogar von physischer Gewalt ist die Rede. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Ein Familienmitglied von Großherzog Henri steht besonders im Fokus des Ärgers: seine Ehefrau Großherzogin Maria Teresa. Die 63-Jährige soll unerlaubterweise die Personalpolitik des Hofes verwaltet haben. Das Problem: In den letzten fünf Jahren sollen 51 der 110 Mitarbeiter gekündigt haben, altersbedingte Berufsaustritte nicht inkludiert.

Prüfbericht erzürnt Luxemburg

Die Zahlen stammen aus dem umfassenden Prüfbericht, den der frühere hochrangige Steuerbeamte Jeannot Waringo im Auftrag der Regierung angefertigt hat. Das Dokument, das auf Französisch verfasst wurde, umfasst 43 Seiten. Aufgrund des Reports wagt es auch die Tageszeitung "Le Quotidien", Kritik an der Großherzogin zu äußern. Etwas, was man jahrelang aus Respekt vor der Monarchie vermieden hat. Maria Teresas Charakter, so heißt es in dem Artikel, sei stürmisch und autoritär, sie sei ein Diktator, keiner wolle eine Konfrontation mit ihr haben - nicht einmal ihr Ehemann.

Das Personal soll erschöpft sein und große Schwierigkeiten mit den Stimmungen und Launen der Großherzogin haben, heißt es weiter. Das unterstreicht auch ein Interview im luxemburgischen "RTL Presseclub": Der Journalist Pol Schock konkretisiert dort die Vorwürfe gegen Maria Teresa. Sie habe davon profitiert, dass der Hof "quasi ein rechtsfreier Raum war".

Henri stellt sich unterdessen schützend vor seine Frau. In einer selbst geschriebenen und im Januar veröffentlichten Verlautbarung macht er deutlich: "Ihr Engagement, das sie für unser Land seit 39 Jahren an meiner Seite zeigt, ist exemplarisch, ist essenziell für mich." Maria Teresa lächelt die Schlagzeilen indes weg, geht unbeirrt ihrer Arbeit nach. Wer aber ist die Frau, die möglicherweise das Großherzogtum in eine große Krise stürzte? 

Trotz aller Kritik: Großherzogin Maria Teresa geht unbeirrt ihrer Arbeit nach und nimmt am 5. Februar 2020 einen Termin im Norbert-Ensch-Zentrum in Luxemburg wahr. 
Trotz aller Kritik: Großherzogin Maria Teresa geht unbeirrt ihrer Arbeit nach und nimmt am 5. Februar 2020 einen Termin im Norbert-Ensch-Zentrum in Luxemburg wahr. 
© Cour grand-ducale / Marion Dessard / dana press / Dana Press

Großherzogin Maria Teresa wächst in der Schweiz auf

Maria Teresa Mestre wurde am 22. März 1956 in Havanna, Kuba geboren. 1960, während der Revolution von Fidel Castro, siedelte sie mit ihren Eltern, José Antonio Mestre und Maria Teresa Batista-Falla de Mestre, und ihren drei Geschwistern, Antonio, Luis und Catalina, nach New York um. Dort besuchte sie ab 1961 die Schule. Allzu lange blieb die Familie nicht in den USA, 1965 lebte sie für einige Monate im spanischen Santander bevor sie schlussendlich nach Genf umzog und dort ihre Heimat fand. Im Jahre 1975 legte Maria Teresa in der Schweiz das französische Abitur ab und begann in Gstaad ein Studium der Politikwissenschaften, das sie 1980 mit dem Bachelor abschloss. 

Die Universität bescherte Maria Teresa aber nicht nur einen akademischen Abschluss, sondern auch die große Liebe. Während des Studiums lernte sie in Genf ihren zukünftigen Ehemann, Prinz Henri von Luxemburg, kennen. Nach dem Abschluss, am 7. November 1980, gab das Paar die Verlobung bekannt. Die Hochzeit folgte nur wenige Wochen später: Henri und Maria Teresa traten am Valentinstag des folgenden Jahres in Luxemburg vor den Altar. Mit ihrer Hochzeit erwarb die gebürtige Kubanerin den Titel Prinzessin von Luxemburg. Als ihr Ehemann am 7. Oktober 2000 zum Großherzog ernannt wurde, bekam auch Maria Teresa einen neuen Titel und ist seitdem die Großherzogin von Luxemburg.

Die große Liebe: Nach dem Uni-Abschluss treten Maria Teresa Mestre und Prinz Henri von Luxemburg 1981 vor den Altar.
Die große Liebe: Nach dem Uni-Abschluss treten Maria Teresa Mestre und Prinz Henri von Luxemburg 1981 vor den Altar.
© Getty Images

Großherzog Henri und Maria Teresa: Royale Großfamilie

Noch im Jahr der Hochzeit wurde das erste Kind des Paares, Prinz Guillaume, geboren. Der Erbgroßherzog von Luxemburg kam am 11. November 1981 zur Welt und wird einmal den Titel seines Vaters erben und das neue Familienoberhaupt sein. Sein Bruder Prinz Félix erblickte am 3. Juni 1984 das Licht der Welt, Prinz Louis am 3. August 1986 und seine Schwester Prinzessin Alexandra am 16. Februar 1991. Prinz Sébastien, der am 16. April 1992 geboren wurde, komplettierte die Familie. Ihre fünf Kinder machten Maria Teresa bereits zur dreifachen Großmutter, das vierte Enkelkind – Guillaume und Stéphanie de Lannoy erwarten in 2020 ihr erstes Baby – ist unterwegs. 

Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa umringt von ihren Kindern. Gemeinsam mit Prinz Louis, Schwiegertochter Prinzessin Claire, Prinz Felix, Schwiegertochter Prinzessin Stephanie, Prinz Guillaume, Prinzessin Alexandra und Prinz Sebastien posiert das Großherzog-Paar im Juni 2018 im Palast in Luxemburg.  
Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa umringt von ihren Kindern. Gemeinsam mit Prinz Louis, Schwiegertochter Prinzessin Claire, Prinz Felix, Schwiegertochter Prinzessin Stephanie, Prinz Guillaume, Prinzessin Alexandra und Prinz Sebastien posiert das Großherzog-Paar im Juni 2018 im Palast in Luxemburg.  
© Getty Images

Neben ihren fünf Kindern beherrscht der Einsatz für Kultur und Entwicklung auf Kuba Maria Teresas Leben. Damit führt sie die Familientradition fort, schreibt der Hof auf seiner Website. Besonders stolz ist sie dabei auf den Bau von Apotheken sowie die Unterstützung kostenloser Gesundheitsversorgung in den benachteiligten, ländlichen Gebieten. Auch in Luxemburg setzt sie sich für schutzbedürftige Menschen ein, unterstützt unter anderem das Luxemburger Rote Kreuz und die Krebsstiftung und macht sich für die Rechte von Frauen und Mädchen stark. 

Das stellt auch die kurze Charakterisierung der Großherzogin, die auf der Website des Hofes zu finden ist, in den Mittelpunkt. Maria Teresa wird dort wie folgt beschrieben: "Frau mit Herz und Prinzipien, die Großherzogin, stellt den Schutz schutzbedürftiger Menschen und die Verteidigung der Rechte von Frauen und Mädchen gegen jede Form von Gewalt in den Mittelpunkt ihres humanitären und sozialen Handelns."

Zeit mit ihren Enkeln ist Maria Teresa wichtig

Im Zuge ihrer humanitären Arbeit erhielt Maria Teresa im Oktober 1999 den Ehrendoktortitel der Seton Hall University (New Jersey, USA); im Februar 2003 die gleiche Auszeichnung der Universität León in Nicaragua. Privat liebt die Großherzogin, das verrät der Hof über sie, die Zeit mit ihren Enkelkindern. Zudem hegt sie ein besonderes Interesse für dekorative Kunst, Literatur und Design, spielt Gitarre, singt gerne und und genießt die freie Zeit beim Spaziergang mit ihren Hunden.  

Verwendete Quellen: monarchie.lu, gouvernement.lu, Spiegel, Dana Press, RTL

Gala

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