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Großherzogin Maria Teresa + Großherzog Henri Neues Paar-Interview lässt aufhorchen

Großherzogin Maria Teresa und Großherzog Henri sind seit 7. Oktober 2000 im Amt.
Großherzogin Maria Teresa und Großherzog Henri sind seit 7. Oktober 2000 im Amt.
© Cour grand-ducale / Marion Dessard / dana press
Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa sprechen in einem Interview anlässlich ihres 40. Hochzeitstages über die Rolle Maria Teresas für das Land und am Hof. Warum die getätigten Aussagen heikel sind.

Der großherzogliche Hof ist nach Negativ-Schlagzeilen von Jeannot Waringo, 68, einem Sonderbeauftragter der Regierung, auf den Prüfstand gestellt worden. Im Januar 2020 wurde das Ergebnis im sogenannten Waringo-Report bekannt: Es sei unvermeidbar, die Monarchie unter Großherzog Henri von Luxemburg, 65, und Großherzogin Maria Teresa, 64, in wesentlichen Punkten zu reformieren. Betroffen sind vor allem die Finanz- und Personalpolitik, aber auch die generelle Arbeitsatmosphäre und die Aufgaben von Maria Teresa.

Luxemburger Hof wird neu organisiert 

"Es wird ein Organigramm erstellt, in dem die verschiedenen Posten und Zuständigkeiten am großherzoglichen Hof festgehalten werden. Da ist kein Platz für die Großherzogin", stellte Premierminister Xavier Bettel, 47, im Februar 2020 klar. Zuvor hatten nationale Medien die Großherzogin als stürmisch und autoritär beschrieben. Großherzog Henri nahm seine Frau öffentlich in Schutz, erklärte aber auch, die Reformen zu unterstützen. Nun lassen neue Aussagen der beiden aufhorchen.

Großherzog Henri gibt Interview – und diese Passagen fallen auf

"Wir sind ein Paar, aber auch ein Paar im Dienst des Landes", bekennt sich Großherzog Henri gegenüber "Paris Match" klar zu seiner Gattin. "Als ich im Jahr 2000 den Thron bestieg, war klar, dass die Person, mit der ich mein Leben teilen würde, mir bei meiner Verantwortung helfen würde. Dieser Beitrag ist äußerst wichtig für die königliche Funktion und die Mission des Staatsoberhauptes. Ehrlich gesagt – und hier bin ich völlig kategorisch – hätte ich diese Aufgabe, die voller Verantwortung und Opfer in Bezug auf die Freiheit ist, ohne die Frau, die ich liebe, nicht erfüllen können." Aussagen, die in starkem Kontrast zur Hauptaussage des Waringo-Berichts stehen, in der keine offizielle Rolle für die Frau des Staatsoberhauptes geplant ist.

Zu dem neu geschaffenen "Maison du Grand-Duc" meint Henri: "Wir haben den Namen geändert, um die konstitutionelle Funktion des Staatsoberhauptes in den Vordergrund zu stellen, aber für mich muss die Monarchie vom regierenden Paar der großherzoglichen Familie getragen werden."

"Das Haus des Großherzogs" war zuvor "Das Großherzogliche Haus" gewesen – eine Bezeichnung, die alle Familienmitglieder eingeschlossen hatte. Mit der Umbenennung wird der Fokus auf Henri und seine Arbeit gelegt.

Großherzogin betont ihre Stellung

Maria Teresa, so scheint es im Interview, fühlt sich ins Abseits gedrängt. Auf die Frage, ob es nun offiziell keinen Platz mehr für Frauen in der luxemburgischen Monarchie gebe, antwortet sie: "Der Versuch, die großherzogliche Institution auf einen einzigen Repräsentanten des präsidialen Typs zu reduzieren, bedeutet, sie zu amputieren. Während Luxemburg in Bezug auf die Gleichstellung von Männern und Frauen vorbildlich sein will, besteht zweifellos eine Form von Frauenfeindlichkeit darin, die Frau des Großherzogs eliminieren zu wollen. Ich würde mir niemals erlauben zu behaupten, meinem Ehemann gleich zu sein, ich habe zu viel Respekt vor dem Platz, den er einnimmt."

Statements kommen angeblich nicht an

Zwar ist es dem Großherzog erlaubt, sich ohne Rücksprache über rein persönliche Angelegenheiten zu äußern, doch enthielt das Interview eben auch die Passagen über die Neuorganisation am Hof. In einem Interview mit dem lokalen TV-Sender RTL sagte Hofmarschallin Yuriko Backes, dass weder sie noch Premierminister Xavier Bettel von dem Gespräch des großherzoglichen Paares mit der Zeitung gewusst hätten. Großherzogin Maria Teresa spiele eine wichtige Rolle, merkt Backes an, doch in das alltägliche Management des Hofes sei sie nicht involviert. Die Hofmarschallin versichert aber: "Niemand will sie [Maria Teresa] zur Seite drängen." Und Xavier Bettel? Der soll von dem "Paris Match"-Interview laut "Luxemburg Wort" nicht "amüsiert" gewesen sein.

Verwendete Quelle: parismatch.com, rtl.lu

jre / Mit Material von Dana Press Gala


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