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Delphine Boël bald Prinzessin von Belgien? Nichteheliche Tochter von König Albert will royale Titel

Delphine Boël, die nichteheliche Tochter von Alt-König Albert II. von Belgien.
Delphine Boël, die nichteheliche Tochter von Alt-König Albert II. von Belgien.
© Dana Press
In Belgien bahnt sich eine Sensation an: Delphine Boël, die nichteheliche Tochter des früheren Königs von Belgien, Albert II., will die gleichen Privilegien wie ihr ehelich geborenen Halbgeschwister König Philipe, Prinz Lauren und Prinzessin Astrid. Die Monarchie könnte somit um eine Prinzessin reicher werden. Doch von vorne.

Jahrelang hat Alt-König Albert II., 86, eine außereheliche Affäre mit Baronesse Sybille de Selys Longchamps, 79, sowie eine dabei entstandene Tochter namens Delphine Boël, 52, abgestritten. Im Januar 2013 reichte Boël eine Vaterschaftsklage gegen Albert ein - zunächst ohne Erfolg. 2018 ordnete ein Brüsseler Berufungsgericht schließlich einen DNA-Test an, dessen Ergebnis im Januar 2020 publik wurde: Albert ist der biologische Vater der Künstlerin. Durch einen Anwalt ließ Albert damals bekannt machen, dass er die Vaterschaft anerkenne. Die formelle Bestätigung durch die Justiz steht noch aus. An diesem Donnerstag (10. September) gab es vor dem Brüsseler Berufungsgericht eine letzte Anhörung der beiden Parteien.

Bekommen die belgische Royals eine neue Prinzessin?

Die Frage der Anerkennung dürfte nach Alberts Worten vom Januar keinen großen Diskussionspunkt mehr darstellen. Boëls Anwalt sagte den Medien jedoch, dass seine Mandantin künftig sowohl die Titel "Ihre Königliche Hoheit" und "Prinzessin von Belgien" als auch den Nachnamen der Königsfamilie tragen wolle. Marc Uyttendaele wörtlich: "Ausserdem möchte sie - wie ihre Halbgeschwister König Philippe, Prinzessin Astrid und Prinz Laurent - den Familienname Sachsen-Coburg führen können und die gleichen Privilegien haben. Das ist etwas, das ihr zusteht, so wie es auch den anderen Kindern von König Albert zusteht. Es kann nicht sein, dass Frau Boël nicht so behandelt wird wie die anderen Kinder." Laut "Paris Match" könnte es sogar möglich sein, dass die Kinder Boëls - Josephine, 16, und Oscar, zwölf - ebenfalls den Titel Prinzessin beziehungsweise Prinzen beanspruchen könnten.

Delphine Boël erscheint am 10. September 2020 vor dem Berufungsgericht in Brüssel.
Delphine Boël erscheint am 10. September 2020 vor dem Berufungsgericht in Brüssel.
© Dana Press

Delphine Boël kämpft um Anerkennung und Gerechtigkeit

Um Geld gehe es ihr nicht, sagte Boël im August im GALA-Interview, sondern um Gerechtigkeit. "Tatsächlich ist es so, dass ich viel reicher wäre, wenn ich diesen Weg nicht gewählt hätte. Denn mein angeblicher Vater Jacques Boël [ein belgischer Industrieller, Anmerk. der Red.] ist viel reicher als der König – und ich war das einzige Kind. Ich gab sozusagen ein großes Vermögen auf." 

Der Fall sorgt im Gericht für einen großen Auflauf.
Der Fall sorgt im Gericht für einen großen Auflauf.
© Dana Press

Alt-König Albert äußert sich zur Titel-Frage

Alain Berenboom, der Anwalt von König Albert, meint laut "Le Soir", dass es weder die Sache des Berufungsgerichts noch des Palastes sei, über die Titel-Frage zu entscheiden. Zuständig sei die belgische Regierung. Er erklärte: "In diesem Punkt erinnert der König auf jeden Fall daran, dass das Gesetz angewendet werden muss. Hinsichtlich des Namens ist eher ein Verwaltungsverfahren nötig als ein Gerichtsverfahren, wie es uns scheint. Was den Titel betrifft, so ist er unserer Meinung nach kein Vorrecht des Gerichts, sondern ein Vorrecht der Exekutive."

Das Brüsseler Gericht verhandelt den Fall hinter verschlossenen Türen. Spätestens am 29. Oktober wird es ein Urteil geben.

Verwendete Quellen: parismatch.com, lesoir.be, vrt.be, Dana Press

jre Gala

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