Delphine Boël: Keine Königstochter

Sie hat lange gekämpft - und offenbar erst einmal verloren: König Albert II. von Belgien ist auch weiterhin nicht offiziell der Vater von Delphine Boël

Delphine Boël

Das erstinstanzliche Gericht in Brüssel hat einen Antrag der Künstlerin Delphine Boël, festzustellen, dass Jacques Boël nicht ihr Vater sei, für unbegründet erklärt. Daher ist ihr zweiter Antrag, der sich mit der Frage beschäftigt, ob der belgische Ex-König Albert ihr echter Vater ist, unzulässig. Jacques Boël ist der Ex-Mann ihrer Mutter, der die Belgierin mit aufzog.

Vaterschaft ist mehr als eine biologische Beziehung

Das Gericht begründet seine Entscheidung nach Informationen der belgischen Zeitung "Le Soir" wie folgt: Die reine biologische Beziehung genüge im Allgemeinen nicht, um eine Vater-Tochter-Beziehung nachzuweisen. Dafür müssen auch andere wesentliche Komponenten betrachtet werden, zum Beispiel der Status, Vermögensverhältnisse oder die Integration eines Kindes in eine Familie." Da somit Jacques Boël in den Augen des Richters weiterhin der rechtliche Vater der Künstlerin ist - obwohl ein DNA-Test bewies, dass die biologische Vaterschaft nicht gegeben ist -, kann es folgerichtig keinen zweiten rechtlichen Vater geben. Der alte König ist damit aus dem Schneider, eine Vaterschaftsfeststellung wäre unzulässig. Schon seitdem der König abgedankt und die Regierungsgeschäfte an seinen Sohn übergeben hatte, beschäftigt dieser Fall die Nation, und die Gerichte.

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Ist der Kampf nun zu Ende?

Es sieht jedoch so aus, als ob der schon Jahre andauernde Kampf von Delphine Boël, als Kind von Albert anerkannt zu werden, nun erst einmal wieder ins Stocken gerät. Ihre Anwälte wollten zunächst mehr zu den Urteilsgründen erfahren, bevor sie reagieren. Inzwischen haben sie jedoch erklärt, in Berufung gehen zu wollen.

Das Gericht Erster Instanz in Brüssel hatte schon im November 2014 das Anfechten der Vaterschaft nach einem 2013 erfolgten DNA-Test von Jacques Boël wegen Verjährung für unzulässig erklärt. Das daraufhin mit dem Fall befasste Verfassungsgericht hatte jedoch im Februar 2016 entschieden, dass Delphine ihren Rechtsstreit doch im Rahmen der Frist begonnen hätte. Zudem hätte ein Kind das Recht, seine Eltern zu kennen.


Am 21. Februar trafen sich die Parteien zur letzten Verhandlung im Gerichtssaal - der ehemalige König allerdings kam nicht persönlich vorbei. Er hat zwar eine frühere Affäre mit Delphine Boëls Mutter, der Baronin Sybille de Sélys Longchamps, eingeräumt, die Vaterschaft selbst jedoch immer bestritten. Albert von Belgien hat drei eheliche Kinder mit seiner Frau Paola, sein ältester Sohn ist König Philippe von Belgien.

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