Ex-König Albert II. von Belgiens uneheliche Tochter: Was ändert sich an der Thronfolge?

Es hat über sechs Jahre gedauert, aber jetzt ist es offiziell: Belgiens Ex-König Albert II. ist der biologische Vater von Delphine Boël. Wird nun die Thronfolge in Frage gestellt?

Delphine Boël

Es ist amtlich: Delphine Boël, 51, ist die Tochter von Belgiens Ex-König Albert II., 85. Nach vielen Jahren hat der abgedankte Monarch am gestrigen Montag, den 27. Januar 2020, seine uneheliche Tochter Delphine Boël anerkannt. Die Frage, die sich nun vor allem seinen Landsleute stellt: Was hat das für Folgen für Albert, Delphine und Belgien?

Delphine hat während des jahrelangen Rechtsstreits immer behauptet, nur die Anerkennung ihrer Identität zu suchen, kein Geld oder einen Titel.

Das Berufungsgericht wird die schriftliche Anerkennung von Albert noch offiziell bestätigen und sich über die juristische Vaterschaft aussprechen müssen. Die belgischen Medien spekulieren aber jetzt schon über die Folgen. Adelsexperte Professor Mark Van den Wijngaert, 79, klärt die wichtigsten Fragen auf.

Delphine Boël: Hat sie Anrechte auf den Thron?

Laut der belgischen Verfassung sind nur die direkten Nachfahren von König Albert und Königin Paol, 82, thronberechtigt, erklärt der Adelsexperte Professor Mark Van den Wijngaert. Delphine wird also keine Thronrechte bekommen.

Erhält Alberts uneheliche Tochter einen Titel?

Mark Van den Wijngaert hält es für unwahrscheinlich, dass Delphine Prinzessin wird. 2015 wurde festgelegt, dass nur Kinder und Enkel des Königs und des Kronprinzen diesen Titel tragen dürfen, damit es nicht zu viele Träger des Titels Prinz oder Prinzessin von Belgien gibt.

Adelsexperte Mario Danneels, 38, der Delphine 1999 entdeckte, sagt in der Tageszeitung "De Standaard" auch, dass Delphine gerne den Name Boël loswerden möchte. Sie könnte "von Belgien" als Nachname nehmen. Insider allerdings vermuten, sie werde sich wahrscheinlich für "Von Sachsen-Coburg" entscheiden.

Ist Delphine erbberechtigt?

Alberts Anwalt Alain Berenboom sagt dazu zum TV-Sender "VTM": "Albert II. wird Boël in seinem Testament aufnehmen, auf gleicher Ebene, wie seine anderen Kinder."

Tragische Schicksalsschläge

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78

Fehlender Vater hinterlässt "großen Schmerz"

In einer Reaktion auf die Ankündigung von König Albert beschreibt Marc Uyttendaele, der Anwalt der 51-Jährigen, in einem Interview mit dem Sender "VRT" die aktuelle Gefühlslage seiner Mandantin: "Erleichtert und emotional, aber da ist immer noch ein grosser Schmerz, weil sie nie einen richtigen Vater hatte".

Boëls Mutter, die Baronin Sybille de Sélys Longchamps, 78, soll vor Jahrzehnten eine längere Affäre mit Albert II., damals noch Prinz von Lüttich, gehabt haben. Delphine wächst offiziell als Tochter des Industriellen Jacques Boël  auf. Dieser "hielt den Schein aufrecht, um einen Skandal zu vermeiden, aber er betrachtete sie nie als seine Tochter. Auch Albert verleugnete sie, als klar wurde, dass er ihr Vater war", beschreibt der Anwalt die Situation 

Klage gegen den abgedankten König

Delphine geht 2013 vor Gericht, weil sie verhindern will, dass ihre Kinder mit den gleichen Schwierigkeiten und Leiden konfrontiert werden. Sie sollen ihre Identität kennen. Mit seiner Abdankung hat Albert seine Immunität verloren. Dadurch wird die Klage erst möglich. Im Oktober 2018 ordnet ein Brüsseler Berufungsgericht den notwendigen DNA-Test an, um die Vaterschaft endgültig zu klären.

Belgiens Ex-König Albert II. gibt zu: Delphine Boël ist seine Tochter

Der Test fällt positiv aus. Delphine Boël ist nachweislich ein Kind des Ex-Königs, wie Alberts Anwalt Alain Berenboom in einer offiziellen Mitteilung am gestrigen Montag (27. Januar) bestätigt. Der König wird jetzt auch nicht mehr juristisch anfechten, dass er Delphines gesetzlicher Vater ist. Albert hatte sich Ende Mai 2019 im Erasmuskrankenhaus in Brüssel einen DNA-Test unterzogen. Im Pressemitteilung heisst es:

"Obwohl es rechtliche Argumente und Einwände gibt, die zeigen, dass die gesetzliche Vaterschaft nicht unbedingt ein Spiegelbild der biologischen Vaterschaft ist, und dass das befolgte Verfahren umstritten werden kann, hat König Albert beschlossen, dieses schmerzhafte Verfahren mit gutem Gewissen zu beenden."

Weil er Vaterschaftstest verweigert

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Albert II. im Februar 2019

Weiter heißt es: "König Albert möchte darauf hinweisen, dass er seit der Geburt von Frau Delphine Boël an keinerlei familiären, sozialen oder erzieherischen Entscheidungen über sie beteiligt war." 

Verwendete Quelle: Dana Press

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