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Beatrice Borromeo Prinzesschen geht anders

Pierre Casiraghi, Beatrice Borromeo
© Picture Alliance
Pierre Casiraghis Freundin Beatrice Borromeo kämpft als Journalistin gegen die Mafia. Mit "Gala" sprach sie exklusiv über ihr gefährliches Projekt

Sie könnte Italiens Glamourgirl Nummer eins sein: Beatrice Borromeo modelt erfolgreich, stammt aus einem der ältesten Adelsgeschlechter des Landes, und als i-Tüpfelchen ist sie mit Prinzessin Caroline von Hannovers jüngstem Sohn Pierre verbandelt. So eine Frau ist prädestiniert für ein Prinzesschen-Dasein zwischen Red-Carpet-Auftritten und belanglosen Plaudereien beim Afternoon-Tea. Doch was macht sie? Beatrice legt sich mit dem Unangenehmsten an, was Italien neben Berlusconi zu bieten hat: der kalabrischen Mafia. In ihrem Dokumentarfilm "Mamma Mafia", der demnächst im italienischen und im englischen Fernsehen gesendet werden soll, interviewt sie das Ex-Clanmitglied Marisa Merico, spricht mit ihr ausführlich über das organisierte Verbrechen. Eine gefährliche Mission.
Bisher habe sie noch keine Drohungen erhalten, versichert Beatrice Borromeo, als "Gala" sie am Telefon erreicht. "Aber selbst wenn ich welche bekomme, würde mich das nicht davon abhalten weiterzumachen." Es klingt angriffslustig. Ihr Traum sei schon immer gewesen, als Journalistin zu arbeiten. "Ich weiß, dass viele denken, dann solle ich doch Stars interviewen oder über Mode berichten. Aber das ist einfach nicht mein Ding." Beatrice Borromeo studierte erst Wirtschaft und Recht in Mailand – dort lernte sie Pierre Casiraghi kennen –, später Journalismus und Kunst in New York.

Voll integriert: Beatrice Borromeo neben Prinzessin Caroline und Pierre Casiraghi vor wenigen Wochen bei "Opera on Ice" in Verona. Carolines jüngste Tochter Alexandra trat dort auf.
Voll integriert: Beatrice Borromeo neben Prinzessin Caroline und Pierre Casiraghi vor wenigen Wochen bei "Opera on Ice" in Verona. Carolines jüngste Tochter Alexandra trat dort auf.
© Splashnews.com

Bei der linksgerichteten italienischen Tageszeitung "Il Fatto Quotidiano" ist sie heute fest angestellt, zudem arbeitet sie für das Onlineportal "The Daily Beast". Selbst vor nahestehenden Personen macht ihre Recherchelust nicht halt: Jüngst veröffentlichte sie eine Story darüber, wie Lapo Elkann, der Bruder ihres Schwagers, als 13-Jähriger sexuell missbraucht wurde. Privat mag es Beatrice Borromeo entspannt. Sie sei kein Snob, sagt sie im Gespräch mit "Gala" unvermittelt, als würde sie ahnen, dass man so etwas denken könnte. Sie wohnt in Rom in einem Mini-Apartment im Künstlerviertel Trastevere und beteuert: "Ich mache dort alles selbst." Müsste sie nicht. Nach dem Vorbild ihrer Familie könnte auch sie einen Stab von Angestellten beschäftigen. Allerdings: Beatrice Borromeo will es anders. Sie will ihr Leben ganz und gar selbst gestalten.


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