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Ari Behn (†47) Freunde und Familie wussten von seiner psychischen Erkrankung

Ari Behn (†47)
Ari Behn (†47)
© Getty Images
Am 25. Dezember 2019 verliert Ari Behn den Kampf gegen seine psychische Erkrankung. Dass der Künstler schon länger damit zu kämpfen hatte, das wussten die Personen, die ihm nahestanden. In seinem letzten Roman schrieb er sogar darüber. Und trotzdem konnte man ihm nicht helfen.

Seit fünf Tagen versuchen Familie und Freunde von Ari Behn (†47), das Unbegreifliche zu verstehen. Der norwegische Künstler ist freiwillig aus dem Leben geschieden, hinterlässt seine Freundin Ebba Rysst Heilmann, seine Ex-Frau Prinzessin Märtha Louise und die drei gemeinsamen Töchter Maud, 16, Leah, 14, und Emma, 11. So schockierend und überraschend der Tod Aris auch ist, der Künstler hatte schon lange mit psychischen Problem zu kämpfen. Nicht nur schrieb er selbst in seinem letzten Roman "Inferno" über die düsteren Phasen seines Lebens und den Kampf gegen seine psychische Erkrankung, er hatte auch in Interviews nie ein Geheimnis daraus gemacht. Freunde und Familie des 47-Jährigen wussten ebenfalls über den seelischen Zustand des Norwegers Bescheid – und trotzdem konnte ihn niemand "retten".

Jahrelange Erkrankung nimmt tödliches Ende

Ob man Ari Behn hätte helfen können, diese Frage dürften sich Angehörige und Freunde des Künstlers seit seinem Freitod am 25. Dezember stellen. Und darauf kann es nur eine Antwort geben: Nein. Das weiß auch Unni Askeland, eine langjährige Freundin aus Künstlerkreisen. Im Gespräch mit der norwegischen Boulevardzeitung "Dagbladet" erinnert sie sich an die dunklen Phasen, die Ari immer wieder hatte: "Wenn er in einer Dunkelheit gestrandet war, oder in einer Spur, die vielleicht keiner so richtig verstand oder aus der ihn keiner heraushelfen konnte." Ob man versucht habe, ihm zu helfen, wird Unni gefragt. "Ja, natürlich. Er hat aus seinen dunklen Seiten kein Geheimnis gemacht. Natürlich haben wir versucht ihm zu helfen. Dass es schwierig war, wussten wir." Und trotz des Wissens um den besorgniserregenden Zustand ihres Freundes, konnte er nicht von dem abgehalten werden, was er letztlich am 25. Dezember für sich selbst entschied: "Wenn sich jemand dafür entscheidet, sich das Leben zu nehmen, ist es ganz natürlich, dass man sich fragt, ob es mehr gegeben hätte, was wir hätten tun können." 

Ari Behn: Er sprach schon lange über Einsamkeit und Depressionen

Schon 2009 hatte Ari Behn in einem Interview mit dem norwegischen Magazin "Massiv" darüber gesprochen, wie er sich seinen Tod vorstellt. "Ich werde ganz allein sterben, aber ohne einsam oder verbittert zu sein", wusste er schon damals. Ob er am 25. Dezember, als er nun entschied, aus dem Leben auszutreten, einsam und verbittert war, das wird nur er selbst wissen. Fakt ist, dass seine Angehörigen ihr Möglichstes getan haben dürften, um ihm das Leben lebenswert zu machen – bis zu dem Punkt, an dem sie ihm nicht mehr helfen konnten.

Die Trauerfeier für Ari Behn findet am 3. Januar in Oslo statt.

Information zu Hilfsangeboten

Sie haben suizidale Gedanken? Die Telefonseelsorge bietet Hilfe an. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0800/1110111 und 0800/1110222 erreichbar. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der "Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention".

Verwendete Quelle: Dana Press, Massiv, Bild

abl Gala

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