Abdankung von Kaiser Akihito: Die Abdankung beschert den Japanern freie Tage

Wenn Kaiser Akihito abdankt und sein Sohn Naruhito eine neue Herrschaftsperiode im Kaiserreich Japan beginnt, führt das zu gleich mehreren freien Tagen für japanische Arbeitnehmer. Nicht jeder kommt damit gut klar

Letzte Amtshandlungen: Kaiser Akihito von Japan dankt am 30. April 2019 ab

Eine ganze Reihe von Feiertagen am Stück - viele Arbeitnehmer träumen davon, das geschickte Legen von Brückentagen zwischen Feiertag und Wochenende, um sich möglichst viele kleine Urlaube zu ermöglichen ist in Deutschland eine eifrig betriebene Kunstform. 

Arbeitnehmer in Japan ticken manchmal anders. Denn als Anfang April klar wurde, dass die Regierung die übliche "Golden Week" mit einigen extra anberaumten Feiertagen rund um die Abdankung von Kaiser Akihito und den Amtsantritt von Kaiser Naruhito kombiniert und dass es deshalb glatte zehn Tage feiertagsfrei am Stück geben wird, stürzte das japanische Arbeitnehmer nach Medienberichten beispielsweise von "Guardian" und "Time.com" in eine leichte Schaffenskrise. "Guardian" zitiert dabei eine Umfrage der japansichen zeitung "Asahi", nach der 45% der Befragten "nicht glücklich" mit der langen Auszeit sind. Nur 35 % freuten sich darauf.  

Stéphanie + Guillaume von Luxemburg

Der frisch gebackene Papa meldet sich zu Wort

Stéphanie und Guillaume
Während der stolze Papa seinen Sohnemann im Video-Telefonat den Großeltern vorstellt, verschläft Charles das erste Kennenlernen direkt.
©Gala

Reguläre Feiertage plus zusätzlicher freier Tage

Der 29. April, Showa Day, ist ein regulärer Feiertag in Japan. Vom 3. bis zum 6. Mai erstreckt sich für gewöhnlich die traditionelle "Golden Week", in der ein Gedenktag an die Verfassungsentstehung, ein Kinderfeiertag und ein so genannter "Citizen's Holiday" liegen. Nun kommen drei extra anberaumte freie Tage am 30. April, 1. und 2. Mai dazu - und machen einen richtig langen Urlaub möglich. 

Rund um die Abdankung und den Beginn der Herrschaftsperiode des neuen Kaisers haben die Japaner mehrere Tage frei

Die Vorbehalte der Japaner

Und wie kann das das legendär arbeitssame Volk der Japaner so unglücklich machen? Immerhin plant die Kaiserfamilie sogar öffentliche Auftritte und Balkonwinken des neuen Kaiserpaares - etwas, das der sonst so im Stillen wirkenden kaiserlichen Familie eher fremd ist. Doch man ist sich der großen Bedeutung der Thronbesteigung eines neuen Kaiser für das Volk bewusst. Und natürlich weiß man auch, dass die Augen von Royalfans aus aller Welt sich dieser Tage nach Tokio richten. Voller Spannung wird die Periode "Reiwa", die mit dem neuen Kaiser beginnt, erwartet.

Die Japaner selbst denken pragmatischer. Sie sorgen sich um einen tagelang stillstehenden Finanzmarkt und Börseneinbußen. Lohnarbeiter fürchten um einen teil ihres Monatseinkommens. Und Eltern wissen nicht, wie sie ihre Kinder beschäftigen sollen, wenn Schulen und Betreuungseinrichtungen tagelang geschlossen haben. Insbesondere solche, die im Dienstleistungssektor arbeiten und sich auch an Feiertagen zur Arbeit in Restaurants, Krankenhäusern und dem öffentlichen Nahverkehr einfinden müssen, haben eine echtes Betreuungsproblem - ihre Arbeitgeber müssen jetzt kreativ werden.

Die Vorbereitungen auf die Feierlichkeiten zur Abdankung von Kaiser Akihito laufen.


Auch Tausende Polizisten, die jetzt schon mit Bombenspürhunden oder als Taucher die Umgebung des Palastes absuchen und in den kommenden Tagen die Feierlichkeiten und die Menschenmengen absichern werden, sind betroffen. 

Freude bei der Tourismusindustrie

Ein Wirtschaftszweig scheint von den unerwartet langen freien Tagen aber zumindest direkt zu profitieren: Reisebüros und Fluggesellschaften freuen sich, so der "Guardian" mit Informationen der "Nippon Travel Agency" über eine deutlich erhöhte Zahl an Buchungen für Fernreisen und dazugehöriger Flüge. Einige Japaner wollen also die günstige Gelegenheit nutzen. Die anderen kommen ja vielleicht noch in Feierstimmung ... 

Japan

Konichiwa beim Kaiser

16. Juni 2020  Kaum zu unterscheiden sind Prinzessin Mako und Prinzessin Kako in grauer Kleidung mit Hut und Schutzmaske. Die beiden Töchter des Kronprinzen Fumihito und seiner Frau Kiko gedenken auf dem Kaiserlichen Friedhof Musashi bei Tokio der vor 20 Jahren verstorbenen Kaiserin Kojun.
9. Juni 1993  Vor 27 Jahren gaben sich der damalige Kronprinz Naruhito und seine Verlobte Masako im Kaiserlichen Palast von Tokio das Ja-Wort. Zusammen mit dem damaligen Kaiserpaar Akihito und Michiko entstand dieses offizielle Hochzeitsporträt.
Kaiser Naruhito feiert 60. Geburtstag
2. Januar 2020  Einen feierlichen Anblick bietet die japanische Kaiserfamilie, als sie zum Neujahresempfang durch den Kaiserpalast in Tokio schreitet. Kaiser Naruhito und Kaiserin Masako gehen der Zeremonie voran, gefolgt vom Prinzenpaar Akishino und ihren Töchtern. 

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Verwendte Quellen: "Guardian", "Time.com", "NHK"

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