Zuckerersatz: Sind diese Süßungsmittel wirklich gesunde Alternativen?

Aus der Lebensmittelbranche ist er kaum wegzudenken, der ungesunde Industriezucker. Sie wünschen sich einen gesunden Zuckerersatz? GALA klärt Sie auf über vermeintlich gesunde Alternativen und stellt Ihnen einige der Süßstoffe vor

Mit dem passenden Zuckerersatz können Sie Ihre Speisen und Getränke in Mengen süßen.

Zucker durch gesündere Alternativen ersetzen - viele Konsumenten haben daran heute Interesse. Gut so, denn zu viele zucker- und fetthaltige Speisen machen dick und führen im schlimmsten Fall zu Diabetes und anderen Krankheiten.

Zuckerersatz-Arten im Überblick:

Einen gesunden und dennoch leckeren Zuckersatz zu Industriezucker zu finden, das ist bei der Vielzahl an angeblich gesunden Süßungsmitteln gar nicht so einfach. Einige Alternativen sind zwar als Ersatz geeignet, jedoch auch nur in Maßen zu genießen.

Um nicht ganz auf Süße verzichten zu müssen, stellt GALA Ihnen Süßstoffe vor, die zum größten Teil sowohl ohne Chemie auskommen als auch pflanzlichen Ursprungs sind. 

Honig

Das wohl bekannteste Naturprodukt ist Honig. Das Süßungsmittel gilt als eines der Ältesten der Welt. Die vielen wertvollen Inhaltsstoffe machen ihn besonders beliebt. Für die Herstellung des Süßmachers entnehmen Bienen den Nektar von Blüten, reichern diesen mit körpereigenen Stoffen an und speichern den Honig dann in Waben.

Honig ist ein konzentriertes Süßungsmittel, dass sowohl in der natürlichen als auch in der industriell hergestellten Form einen enorm hohen Zuckergehalt von circa 80 Prozent enthält. Daher sollten Sie Honig in nur sehr kleinen Mengen in Ihrem Tee, Joghurt und Müsli verzehren. Zum Backen eignet sich der Zuckerersatz trotz des eher geringen Eigengeschmacks jedoch selten.

Der glykämische Index bestimmt die Wirkung eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel. In diesem Fall liegt er zwar unter dem von herkömmlichen Zucker, ist dennoch aber relativ hoch, sodass er Diabetiker gefährdet.

Honig weist auch positive Eigenschaften auf, so besitzt er noch mehr Vitamine als Ahornsirup, wirkt entzündungshemmend, antiseptisch und antibakteriell.

Tipp: Einige Produzenten strecken wegen der hohen Herstellungskosten Honig mit Wasser. Wenn Sie sich sicher sein wollen, dass dies bei Ihrem Produkt nicht der Fall ist, sollten Sie beim Kauf auf das Siegel des deutschen Imkerverbandes achten.

Dattelsüße

Der Zuckerersatz Dattelsüße gilt als natürliche und gesunde Alternative zu Industriezucker. Der Zuckerersatz wird aus getrockneten und gemahlenen Datteln hergestellt und eignet sich vor allem bei einer Zuckerunverträglichkeit.

Im Vergleich zu Industriezucker verfügen Datteln über eine neutrale Süße, weshalb sie gern als Süßungsmittel verwendet werden.

Das gesunde Süßungsmittel ist jedoch aufgrund des spezifischen Eigengeschmack nicht für jedes Getränk und jede Speise geeignet, schmeckt aber besonders gut in Eis, Kuchen, Smoothies und Fruchtpürees. Zum Süßen in Kaffee und Tee sollten Sie von Dattelsüße absehen.

Stevia

Stevia rebaudiana ist eine Pflanze aus Südamerika, sie gehört zu den Staudenarten. Die Süße wird durch Extraktion aus den Blättern der Süßkraut-Pflanze gewonnen, deshalb ist nicht von einem natürlichen Süßstoff zu sprechen. Das daraus resultierende Produkt ist ein weißes bis gelbliches, sehr feines Pulver, dass sich nur schlecht in Wasser lösen lässt.

Der Zuckerersatz ist süßer als Industriezucker, hat dafür aber keine Kalorien und keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Der beliebte Süßstoff eignet sich deshalb für Diabetiker. Ebenfalls von Vorteil: Der Süßstoff greift nicht die Zähne an. 

Stevia enthält aufgrund der Extraktion keine wertvollen Inhaltsstoffe. Neben dem Einsatz in Milchprodukten wie Joghurt ist der Süßstoff vor allem in Pulverform oder flüssig im Einzelhandel erhältlich. Sie erkennen diese Süße im Einzelhandel auch unter der Bezeichnung E 960.

Wenn Sie nicht ganz auf Süße verzichten möchten, dennoch gern eine gesündere Zuckeralternative hätten, sind Sie bei Stevia richtig aufgehoben. Der Zuckerersatz eignet sich besonders zum Süßen von Desserts und für Erfrischungsgetränke. Eine kleine Menge der Süße reicht schon aus, denn bei zu hoher Dosierung bekommt der Süßstoff einen bitteren Nachgeschmack.

Xylit

Es gibt zahlreiche Zuckerersatzstoffe, Xylit, auch als Birkenzucker bekannt, ist ein weiterer. Birkenzucker dient als Zuckerersatz und ist natürlicher Bestandteil einiger Obst- und Gemüsesorten wie etwa in Himbeeren, Pflaumen und Blumenkohl.

Xylit wird unter anderem aus den Resten von Maiskolben hergestellt. Die Gewinnung ist gar nicht so einfach, das ist auch an den hohen Preis für Birkenzucker erkennbar.
So wird es gemacht: Die Maisreste werden auf über 200 Grad erhitzt und mit Schwefelsäure ausgewaschen. Holzzucker (Xylose) wird gewonnen, der dann unter hohem Druck und mit einem Katalysator zu Xylit verwandelt wird. Xylit ist also kein synthetischer Zuckerersatz, sondern eine aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnene Alternative.

Der Zuckerersatz in Pulverform ist in der Süßkraft dem Industriezucker sehr ähnlich. Im Vergleich zu Stevia ist er nicht kalorienfrei, aber er enthält immerhin ca. 40 Prozent weniger Kalorien als Industriezucker. Weder der Blutzucker-, noch der Insulinspiegel steigen bei der Aufnahme von Xylit an. Ein weiterer Vorteil: Birkenzucker löst ebenfalls keinen Karies aus.

Letzteres ist auch der Grund dafür, weshalb der Süßstoff vor allem in zuckerfreien Kaugummis und Zahnpasten enthalten ist. Aber auch in Marmeladen wird der Süßstoff eingesetzt. Im Einzelhandel erkennen Sie den Zuckerersatz an der Bezeichnung E 967.

Essen Sie den Birkenzucker bitte nur in Maßen, bei größeren Mengen kann es zu Symptomen wie schwerem Durchfall und Blähungen kommen.

Erythrit

Der Zuckerersatz Erythrit - auch Xucker light genannt - zählt zu den Zuckeralkoholen wie Xylit. Die Herstellung erfolgt durch ein Fermentationsverfahren, in dem Erythrit mit Hilfe eines Bakteriums aus Glucose und Saccharose hergestellt wird.

Der Zucker schmeckt ähnlich wie Haushaltszucker, hat aber einen leichten Menthol-Nachgeschmack. Die Süßkraft ist mit etwa 70 Prozent ähnlich wie die des herkömmlichen Zuckers, dafür hat Erythrit aber keine Kalorien und keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Des Weiteren ist diese Zucker-Alternative besser verträglich als zum Beispiel Xylit und besonders gut geeignet bei einer Fructoseintoleranz.

Kokosblütenzucker

Aus dem Nektar der Kokospalmen-Blüten wird Kokosblütenzucker gewonnen. Dafür werden die Blüten der Kokospalme angeschnitten und der austretende Blütennektar - bis zu zwei Liter pro Palme und pro Tag - aufgefangen. Aus vier Litern entsteht dann etwa ein Kilo Kokosblütenzucker. Der Nektar wird nach traditioneller Art per Hand eingedickt, bis ein körniges Pulver entsteht. Das wird dann getrocknet und anschließend gemahlen.

Anhand des Namens vermutet man, dass der Zucker nach Kokos schmeckt, das tut er aber nicht. Ihm wurde eine eher karamellige Note mit einem leicht herben Nachgeschmack zugeschrieben.

Kokosblütenzucker ist nicht so süß wie Industriezucker. Der niedrige glykämische Index von 35 führt beim Verzehr zu einem nur sehr geringen Blutzuckeranstieg, genauso langsam wie der ansteigt, fällt er hinterher auch wieder. Das verhindert fiese Heißhungerattacken. 
Gesund ist Kokoszucker deshalb aber noch nicht, denn mit 390 Kalorien und über 90 Gramm Kohlenhydrate pro 100 Gramm besitzt er in etwa die gleichen Werte wie normaler Zucker.

Bei der Verwendung von Kokosblütenzucker gibt es dennoch einen schönen Vorteil: Der Zucker kann genauso wie Haushaltszucker verwendet werden. Aufgrund der ähnlichen Süßkraft kann er besonders gut zum Süßen von Kaffee, Cocktails, Obst oder Joghurt verwendet werden. Zum Backen eignet er sich aber nicht. Das liegt daran, dass er sich nur sehr langsam auflöst und Klumpen im Teig bildet. Tiefer in die Tasche greifen müssen Sie für diesen Zuckerersatz auch, denn er ist nicht billig.

Agavendicksaft

Dieser Zuckerersatz ist nicht nur als Agavendicksaft, sondern auch als Agavensirup bekannt. Der Dicksaft wird aus dem Saft der Agaven-Pflanze gewonnen. Bei der Herstellung wird der Kern der Agave zunächst zerkleinert und dann entsaftet. Der daraus entstandene Saft wird eingekocht, bis ein heller Sirup entsteht. Enthält der Sirup eine eher goldene bis braune Farbe, wurde er so lange eingekocht, dass im Geschmack eine karamellige Note zum Vorschein kommt.

Der Agavendicksaft ist ein rein natürliches Produkt, bei der Herstellung werden keinerlei künstliche Zusatzstoffe verwendet. Das macht ihn zum perfekten Honigersatz für Veganer. Ein guter Nebeneffekt: Der Sirup besitzt neben sekundären Pflanzenstoffen auch Vitamine und verschiedene Mineralstoffe.

Geschmacklich ähnelt das Süßungsmittel dem Honig, von der Konsistenz her ist dieser allerdings flüssiger. Agavendicksaft enthält eine starke Süßkraft, ist sogar noch etwas süßer als Industriezucker, besitzt dafür aber weniger Kalorien. Ein weiterer Vorteil für den Zuckerersatz ist der sehr geringe glykämische Index von etwa 20 Prozent. Durch diesen steigt und fällt der Blutzuckerspiegel deutlich langsamer, der Heißhunger hat so keine Chance. Für Diabetiker ist das eine wichtige Information, denn bei einem konstanten Blutzuckerspiegel muss kein Insulin zugeführt werden.

Achtung: Agavendicksaft enthält besonders viel Fructose, und ein zu hoher Fructosekonsum kann auf lange Sicht gesundheitsschädlich sein, die Blutfettwerte können negativ verändern und die Leber verfetten. Nehmen Sie deshalb den Zuckerersatz unbedingt nur in Maßen zu sich.

Aufgrund seiner guten Löslichkeit ist eine kleine Menge des Dicksaftes beim Kochen sogar empfehlenswerter als Industriezucker. In Smoothies und Joghurts findet er ebenfalls gern Verwendung. Beim Backen sollten Sie die Finger von Agavendicksaft lassen, der Teig verfärbt sich nicht nur dunkel, dem Zuckerersatz fehlt auch die Standhaftigkeit des herkömmlichen Zuckers.

Ahornsirup

Der naturbelassene Zuckerersatz Ahornsirup wird aus den Stämmen des kanadischen Ahorns gewonnen. Hierfür wird der Pflanzensaft, der zum größten Teil aus Wasser besteht, traditionell durch Kochen über einem Holzfeuer eingedickt. Die Karamellisation, die dann auftritt, verleiht dem Sirup die feine Note.

Ahornsirup besteht in etwa zu 60 Prozent aus normalem Zucker. Der Blutzuckerspiegel wird vom Zuckerersatz längst nicht so negativ beeinflusst wie herkömmlicher Zucker. Der Zuckerersatz besitzt weniger Kalorien als beispielsweise Honig, enthält dafür aber keine Zusätze, Farb- oder Konservierungsstoffe.

Für eine zuckerfreie Ernährung eignet sich Ahornsirup dennoch nicht, denn aufgrund der aufwendigen und teuren Herstellung wird dem Sirup oft Zuckerwasser untergemischt. Achten Sie daher unbedingt auf die Zutatenliste. Das ist auch der Grund, weshalb Ahornsirup eigentlich nicht zu den Zuckeralternativen gezählt werden darf.

Dem Zuckerersatz werden dennoch viele heilsame Stoffe zugesprochen, die antioxidativ und entzündungshemmend wirken. Neben einer Menge Antioxidantien ist Vitamin B beispielsweise in dem Sirup enthalten. Antioxidantien bauen freie Radikale in unserem Körper um und wirken so zum Beispiel dem Alterungsprozess entgegen.

Je nach Grad besitzt der Sirup einen mehr oder weniger starken malzähnlichen Eigengeschmack, das passt nicht in jede Speise oder Getränk. Zu vielen Desserts wie auf Pancakes, in Shakes, zu Gebäck, in einigen Kuchensorten, aber auch im Joghurt, zu Marmelade und im Tee schmeckt er hingegen sehr gut. Im Kaffee sollten Sie dennoch lieber auf den Zuckerersatz verzichten.

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