Zero Waste, plastikfrei, ökologisch: Was ist eigentlich Nachhaltigkeit?

Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit liegen im Trend. Viele Menschen richten ihr Leben neu aus, versuchen ihre Gewohnheiten umzustellen. GALA zeigt auf, warum das gar nicht so schwierig ist und was Nachhaltigkeit überhaupt bedeutet.

Grün zu sein ist in. Immer mehr Menschen machen sich Gedanken über ihren Lebensstil, ihren Konsum und ihren ökologischen Fußabdruck. Natürlich ist das nicht immer einfach; die eigenen Gepflogenheiten umzustellen erfordert Kraft und manchmal auch Geld. Es zahlt sich aber aus: Klimatechnisch auf lange Sicht, im Alltag sofort. Wer sich mit nachhaltigen Produkten aus den Bereichen Kosmetik und Lebensmittel beschäftigt, lebt gesünder. Wer sich mit der Umwelt auseinander setzt, führt ein bedachteres Leben.

Was bedeutet Nachhaltigkeit?

Doch was genau heißt nachhaltiger leben? Keinen Müll mehr zu produzieren? Sich vegan oder vegetarisch zu ernähren? Nicht mehr durch die Welt zu fliegen und das Auto stehen zu lassen? Sicher alles Faktoren, die eine nachhaltige Lebensweise ausmachen. Die „Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken“ hat in Zusammenarbeit mit der „Aachener Stiftung Kathy Beys“ ein Lexikon der Nachhaltigkeit herausgebracht und definiert den Begriff dort wie folgt: Zusammengefasst kann Nachhaltigkeit somit als eine Form des ökologischen und ökonomischen Handelns verstanden werden, die gegenwärtigen und zukünftigen Generationen vergleichbare oder bessere Lebensbedingungen sichern soll, indem das dazu notwendige Element sorgsame Anwendung findet und entsprechend geschützt wird. Im Zentrum der Nachhaltigkeit stehen Umwelt, wirtschaftliche und soziale Aspekte.“

Die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit

Auch das „Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit“ hat eine eigene Definition des Begriffs gefunden: „Nachhaltigkeit oder nachhaltige Entwicklung bedeutet, die Bedürfnisse der Gegenwart so zu befriedigen, dass die Möglichkeiten zukünftiger Generationen nicht eingeschränkt werden. Dabei ist es wichtig, die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – wirtschaftlich effizient, sozial gerecht, ökologisch tragfähig – gleichberechtigt zu betrachten. Um unsere globalen Ressourcen langfristig zu erhalten, sollte Nachhaltigkeit die Grundlage aller politischen Entscheidungen sein.“

Nachhaltigkeit heißt: Dinge so zu erhalten, wie sie sind

Der Terminus ‚Nachhaltigkeit‘ geht auf den Freiberger Oberberghauptmann Carl von Carlowitz (1645–1714) zurück, der den Begriff im Zuge der Waldbewirtschaftung etablierte. Ihm zufolge sollte lediglich so viel Wald abgeholzt werden, wie auch in einer bestimmten Zeit wieder nachwachsen könne. „Das Prinzip Nachhaltigkeit sollte also sicherstellen, dass ein regeneratives, natürliches System in seinen wesentlichen Eigenschaften dauerhaft erhalten bleibt“, schreibt die „Bundeszentrale für politische Bildung“ zu Carlowitz Vorhaben.

Nachhaltig leben mit diesen 3 Tipps

1) Zero Waste – clever leben ohne Müll

Unser Alltag sieht jedoch oft anders aus: Ob bei Essensbestellungen, in der Drogerie, im Supermarkt oder bei Kaffeebechern, oftmals sind die Produkte unserer Wahl verpackt. Auch das Auto kann nicht immer stehen gelassen werden, da der Nahverkehr vielleicht nicht gut genug ausgebaut ist und neue Kleidung brauchen wir auch hin und wieder mal. Wichtig ist es vorab zu sagen, wie schwierig ein vollkommen nachhaltiges Leben ist. Bloggerin Anne-Marie Bonneau formuliert es treffend: „Wir brauchen nicht eine Handvoll Leute, die Zero Waste perfekt leben. Wir brauchen Millionen, die das unperfekt tun.“ Sie will sagen: Jeder Schritt in ein verpackungsfreies und somit ökologischeres Leben ist ein Schritt in die richtige Richtung. Egal wie groß oder wie klein der Schritt ist – wir können alle etwas tun, um unsere Ressourcen zu schützen.

Florian David Fitz

Das ist seine größte Umweltsünde

Florian David Fitz
Florian David Fitz geht bewusst mit unserer Umwelt um. Warum das so ist und welche konkreten Tipps er für eine nachhaltige Lebensweise hat, das verrät er im Interview mit GALA.
©Gala

2) Bio- und Naturkosmetik verwenden

Auch hier kann man sich Tipps im Lexikon der Nachhaltigkeit holen. Wer sein Leben umstellen und nachhaltiger gestalten möchte, der kann zum Beispiel auf Bio- und Naturkosmetik setzen. In dieser befinden sich dann ausschließlich natürliche Inhaltsstoffe, die Produkte kommen ohne synthetische Duft- und Farbstoff sowie ohne Silikone aus. Wer sich „müllfrei“ abschminken möchte, der kann anstatt auf Watte oder Abschminktücher auf waschbare Pads – zum Beispiel – aus Bambus setzen. Nach jedem Benutzen können diese Produkte in die Waschmaschine geworfen und dann wiederverwendet werden.

3) Plastikfrei einkaufen und ökologisch reisen

Beim Thema Reisen kann man ebenfalls verstärkt auf die Umwelt achten und zum Beispiel statt des Flugzeugs die Bahn nehmen – zumindest wenn man innerhalb Deutschlands oder Europas reist. Wer sich lieber mit dem Auto fortbewegt, der kann sich bei einem CarSharing-Anbieter anmelden und immer dann ein Gefährt ausleihen, wenn er gerade eins benötigt. Auch der Gang in den Supermarkt kann optimiert werden: Ein zum Einkaufen mitgebrachter Beutel erspart den Kauf einer Plastiktüte. Obst- und Gemüsenetze ersetzen die herkömmlichen Tütchen aus Plastik und viele Geschäfte drucken nur noch auf Anweisung den Kassenbon aus. Wer ihn nicht braucht, kann das Papier also sparen.

Obst und Gemüse muss man nicht in Plastiktüten verstauen, sie können auch in nachhaltigen Netzen oder Beuteln transportiert werden.

Sie sehen: Nachhaltigkeit in Ihr Leben und den eigenen Alltag zu integrieren, ist gar nicht so schwierig. Auch GALA möchte sich diesem Thema in Zukunft verstärkt widmen und nicht nur selbst Tipps und Tricks für ein umweltbewussteres Leben formulieren, sondern auch bei Prominenten nachfragen, welche Erfahrungen sie bereits gesammelt haben, welche Ideen sie haben und wo sie noch an ihre Grenzen stoßen.

Verwendete Quellen: nachhaltigkeit.info, Bundeszentrale für politische Bildung, Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit, Bundeszentrum für Ernährung, Süddeutsche Zeitung, Geo

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